Christdemokratische Kandidaten stellen sich vor
Drei wollen Landrat beerben
Odendorf. Alle drei Aspiranten, die sich darum bewerben, bei der Direktwahl des Landrats am 25. Mai 2014 als Kandidat der CDU ins Rennen geschickt zu werden, stammen aus dem rechtsrheinischen Teil des Rhein-Sieg Kreises: Dr. Hildegard Schneider und Sebastian Schuster wohnen in Königswinter, Georg Schell in Sankt Augustin. Der vierte Bewerber, Günter Lemmer (Sankt Augustin) hatte zwischenzeitlich seine Kandidatur zurückgezogen. Im Dorfsaal Odendorf stellten die drei sich jetzt den CDU-Mitgliedern aus dem linksrheinischen Kreisteil erstmals öffentlich vor. Schließlich soll die Parteibasis am 18. Januar 2014 in Lohmar darüber entscheiden, wer von den Christdemokraten ins Rennen um die Nachfolge des scheidenden Landrat Frithjof Kühn (70) geschickt wird.
Dr. Hildegard Schneider
Unter der straffen Sitzungsleitung der CDU-Kreisvorsitzenden Elisabeth Winkelmeier-Becker hatte zunächst jeder Kandidat zehn Minuten Zeit, sich und seine politischen Ziele vorzustellen. Nach dem Motto „Ladys first“ durfte Dr. Hildegard Schneider (Königswinter-Ittenbach) als erste ans Mikrofon. Die 56-jährige Ärztin und derzeitige Leiterin des medizinischen Dienstes des Gesundheitsamtes im Kreis würde sich „auch über Unterstützung aus der Männer-Union freuen“, wie sie unter dem Schmunzeln der etwa 90 anwesenden Christdemokraten verkündete. Sie betonte, es sei die Mitwirkung aller Bürger notwendig, um den Kreis in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Eine engagierte Sozialpolitik ist der in zahlreichen Ehrenämtern tätigen Ärztin besonders wichtig, vor allem das Wohlergehen von Kindern, Jugendlichen und Behinderten liege ihr am Herzen. Aber auch eine vorausschauende Wirtschafts- und Finanzpolitik gehöre zur Förderung einer stabilen und dynamischen Entwicklung einer Region dazu.
Sebastian Schuster
Sebastian Schuster (Königswinter) betonte in seiner Vorstellung besonders sein christliches geprägtes Verständnis der Grundwerte. Der 56-jährige Rechtsanwalt ist ein Parteiurgestein und seit 1989 Mitglied im Kreistag, in dem er mittlerweile die Fraktion anführt. Auch als Aufsichtsratsvorsitzender der RSAG, als Vorsitzender der Verbandsversammlung der rheinischen Entsorgung-Kooperation (REK) sowie als Mitglied weiterer Verbandsgremien hat er schon umfangreiche Erfahrung sammeln können. Er hob seine gute Einbindung in die Politik und seine enge Vernetzung mit den regionalen Entscheidungsträgern hervor, verstehe als ehemaliger Stadtrat von Königswinter auch die anliegende Kommunen sehr gut. Als Präsident des Kreissportbundes wolle sich der aktive Tennisspieler und Fußballer auch für die heimischen Vereine und Sportler nach Kräften einsetzen, denn die Vereine seien das Grundgerüst der Zivilgesellschaft. „Hart in der Sache, fair im Miteinander“, skizzierte er seine Amtsauffassung.
Georg Schell
Georg Schell (Sankt Augustin) brachte zunächst eine verkehrspolitische Kompetenz ins Spiel, denn seit vielen Jahren sei er in einigen Gremien in diesem Bereich aktiv. Gerade in diesem Bereich sei im Kreis noch viel zu tun. Der 49-jährige freiberufliche Berater für Programmierung und EDV-Schulung ist seit knapp zehn Jahren CDU-Mitglied und seit 2009 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat St. Augustin. Als künftiger Landrat sehe er sich auch als Lautsprecher der Region Richtung Landes- und Bundesregierung in Sachen kommunaler Finanzausstattung. Bei den derzeit laufenden Überlegungen, eine gemeinsame Gesamtschule Rheinbach/Alfter zu gründen, biete er sich gerne als Moderator an. Den Kreis mit seinen 19 Kommunen verglich er mit einem Körper und seinen Organen und Gliedmaßen, die alle unterschiedliche Funktionen hätten. Doch alle müssten sich gleichzeitig bewegen und mitgenommen werden - samt ihrer Einwohner.
Welche Pläne für die linke Rheinseite?
Bei der anschließenden Fragerunde wollten die linksrheinischen Christdemokraten natürlich auch wissen, welche Pläne die „Rechtsrheiner“ für die Kommunen auf der anderen Flussseite hätten. Vehement bestritten alle drei, dass es eine Zweiteilung des Kreises gebe. „Diese Differenzierung ist nicht zu verstehen, denn beide Teile gehören zusammen“, bemerkte Schuster. Er versprach dennoch, sich für eine bessere Verkehrssituation und mehr Sicherheit einzusetzen. Auch Schneider wollte die Bürger beider Kreisteile in eine positive Zukunft führen. Dazu gehöre es, die touristischen Aktivitäten ins linksrheinischen Teil zu stärken. Schell schließlich betonte: „Letztlich ist nicht nur der Kreis, sondern der gesamte Raum wichtig.“ Für ihn gehe es nicht zuletzt darum, die Zusammenarbeit der Kommunen in der Region zu stärken. An eine mögliche Konstellation, dass man als christdemokratischer Landrat gegen eine rot-grüne Mehrheit im Kreistag regieren müsse, wollten die drei Kandidaten gar nicht denken. „Das wäre der Super-Gau“, schüttelte Schuster den Kopf. Er werde aber dennoch auch mit allen anderen Fraktionen klarkommen und nach Wegen einer konstruktiven Zusammenarbeit suchen. Schell betonte, dass der Landrat verantwortlich sei für alle Bürger, auch für diejenigen, die eine andere Partei gewählt hätten. Er werde aber eine gute Zusammenarbeit mit der jeweilige Mehrheitsfraktion anstreben - zugleich aber versuchen, alles dafür zu tun, dass sich diese Schmach bei der nächsten Wahl nicht noch einmal wiederhole. Und Schneider versprach in diesem Fall eine offene Kommunikation. Sie wolle dann eben versuchen, pragmatische Lösungen für jedes Einzelproblem zu finden.
