Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig besuchte Synagoge Niederzissen
Ein Lernort für Geschichte, Toleranz und Demokratie
Niederzissen. Die für die Bildung zuständige rheinland-pfälzische Ministerin Dr. Stefanie Hubig besuchte jetzt die ehem. Synagoge Niederzissen. Während des rund zweistündigen Besuchs machte die Ministerin deutlich, dass dieses Haus ein für die Erinnerungsarbeit, Aufklärung und ehrenamtliches Engagement beispielhaftes Objekt sei, um Schülern den Zugang zur Geschichte, Demokratie und bürgerschaftlichen Einsatz zu vermitteln.
Ein weiterer wichtiger Grund für sie war das persönliche Kennenlernen der Akteure vor Ort in Niederzissen. Dazu zählen die beiden Autorinnen des Buches „Ein langer Weg – Die Geschichte der jüdischen Familien der Synagogengemeinde Niederzissen im Brohltal“, Brunhilde Stürmer und Brigitte Decker, sowie auf Anregung des Vorsitzenden des Kultur- und Heimatvereins (KuHV) Richard Keuler, auch Anne Wagner, die mit ihrer vom KuHV als Buch herausgegebenen Masterarbeit „Jüdisches Leben in Niederzissen“ 2017 an der Uni Koblenz ebenfalls einen weiteren wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte am Beispiel Niederzissen geleistet hat. Wie Richard Keuler betonte, freue er sich über den Gedankenaustausch mit der Ministerin, die nicht nur für die Schulbildung, sondern als Staatsministerin auch Repräsentantin der Landesregierung ist, die die Gedenkarbeit, die Pflege von Gedenkstätten und die Aufklärungsarbeit über den Nationalsozialismus zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt hat. Das ist auch Teil unserer Arbeit hier vor Ort und deshalb ist der Kultur- und Heimatverein Niederzissen Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz, ergänzte Keuler weiter. Bürgermeister Johannes Bell und Ortsbürgermeister Rolf Hans wiesen unisono darauf hin, dass die Einschätzung der Ministerin zum bürgerschaftlichen Engagement richtig und die ehem.
Synagoge ein Musterbeispiel für ehrenamtlichen Einsatz sei. Durch diesen kontinuierlichen Einsatz mit den guten Ergebnissen der bis heute geleisteten Arbeit seien auch die letzten negativen Stimmen im Ort verstummt. Den Einsatz engagierter Mitglieder des KuHV, besonders während er Bauzeit im Innen- und auch im Außenbereich, bestätigte dessen zweiter Vorsitzender Dieter Lukas ausdrücklich. Einen besonderen Aspekt hinterfragte Frau Dr. Hubig bezüglich der Reaktionen im Ort vor dem Ankauf der damaligen Schmiede durch die Gemeinde. Dies konnte der Vorsitzende des Fördervereins Norbert Wagner als damaliger Initiator eines erfolgreichen Bürgerbegehrens beantworten. Die Initiative sammelte nach der Ablehnung des Ankaufs durch den Gemeinderat innerhalb kurzer Zeit genügend Unterschriften, um, mit zusätzlicher Unterstützung durch ein Schreiben aus der Mainzer Staatskanzlei, das negative Votum zu kippen, sodass der Gemeinderat am 9. November 2009, genau 71 Jahre nach der Schändung, den Ankauf beschloss. Richard Keuler, damals Ortsbürgermeister, war sich mit der Ministerin einig, dass dies ebenfalls ein Beispiel für gelebte Demokratie gewesen sei. Das und vieles mehr können junge Menschen erfahren, wenn sie die ehem. Synagoge besuchen. Inhalte der Arbeit vor Ort sind nicht nur das Lernen aus der Geschichte, das friedliche Miteinander einst und heute, sondern auch die Versöhnung, was die inzwischen zahlreichen Besuche der Nachfahren ehemaliger Niederzissener Juden beweisen. Sie finden ihre Wurzeln und eine Heimat, die den Vorfahren genommen worden ist, wie es Harvey Berger, der Enkel des letzten Vorstehers der jüdischen Gemeinde, Karl Berger, bei einem seiner Besuche formulierte. Besonders beeindruckt war die Ministerin über die Dachbodenfunde, einer Genisa, die als eine der größten in Deutschland gilt, sowie deren Aufarbeitung und Darstellung in der Dauerausstellung des jüdischen Museums im Nebenraum. Sie zeigt an Hand der Funde, wie jüdischen Leben in Niederzissen im Alltag, im Rahmen der religiösen Feste im Jahresverlauf und im Holocaust war, aber auch und ganz wesentlich was jüdisches Leben ist. In diesem Sinne bietet sich die ehem. Synagoge in Niederzissen besonders für Schüler an, einmal im Leben eine solche Erinnerungsstätte besucht zu haben, um, wie Ministerin Dr. Hubig es erneut formulierte, ihnen einen Zugang zur Geschichte und zur Demokratie zu vermitteln.
Artikel melden
„Einzig-Art-ich“ Vernissage der Erpeler Vorschulkinder begeistert Gäste
- Peter Heinrichs : Ein sehr ausführlicher Bericht über eine so wunderbare Sache. Ich bin sehr stolz auf meine Tochter Anna Fraser.
Heimatcheck: Weniger Tempo bei Bad Bodendorfer Schule und Kita gewünscht
- K. Schmidt: Wer diese Örtlichkeiten kennt, weiß, dass sich die Verkehrssicherheit nicht durch andere Geschwindigkeitsregelungen verbessern würde, sondern praktisch einzig durch anderes Verhalten der "Elterntaxis"....
Gratulation zum zehnjährigen Jubiläum
- Boomerang : Wenn man sich so intensiv um verarmte Kinder oder alte Menschen kümmern würde....
Vermögen in der Rente richtig nutzen
Finanzielle Absicherung im Alter: Darum ist die Ruhestandsplanung so wichtig
(djd). Viele Menschen sparen Jahrzehnte für ihre Altersvorsorge und stehen dann vor der Frage, was mit dem angesparten Geld geschehen soll. Gerade bei der Verwendung des angesparten Vermögens können Fehler gemacht werden. Eine professionelle finanzielle Planung der Ruhestandsphase ist daher ganz entscheidend für die Absicherung im Alter.
Weiterlesen
Es gibt einen offiziellen Europameister aus der Region!
Historischer Erfolg für den Kreis Ahrweiler
Kreis Ahrweiler. Der Kreis Ahrweiler darf sich über einen sporthistorischen Erfolg freuen: Es gibt einen offiziellen IBJJF-Europameister aus der Region. Vasyl P. sicherte sich 2026 in Lissabon den begehrten Titel des BJJ European Champion bei der International Brazilian Jiu-Jitsu Federation (IBJJF), dem weltweit größten und renommiertesten Verband dieser Kampfsportart. Er gewann alle Kämpfe frühzeitig durch Submission und kämpfte sich überlegen auf Platz 1.
Weiterlesen
Bendorf. Die Herrenmannschaft des Basketballvereins hatte keinen guten Start ins neue Jahr 2026. Nach einer durchwachsenen Leistung verlor das Team zu Hause gegen die Basketballer aus Lahnstein mit 47:69 Punkten. Dies war bereits die zweite Niederlage in Folge. Am 01.02.2026 steht das nächste Heimspiel gegen Linz an, in dem ein Sieg nötig ist, um die erfolgreiche erste Saisonhälfte nicht zu gefährden.
Weiterlesen
