Baugebiet Schießhecke in Buschhoven auf dem Prüfstand
Ein Tausch wäre optimal
Knackpunkt ist die verkehrsmäßige Erschließung des 2,8 Hektar großen Baugebiets – Bürgermeisterin soll mit Grundstückseigentümern sprechen
Buschhoven. Knackpunkt für die geplante Erweiterung des Wohngebietes „Schießhecke“ in Buschhoven ist die verkehrsmäßige Erschließung des etwa 2,8 Hektar großen Geländes am südlichen Rand von Buschhoven. Das Problem sei noch immer nicht gelöst, erklärte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Swisttaler Planungs- und Verkehrsausschusses. Doch nach erneutem Gespräch mit der Bezirksregierung Köln zeichne sich vielleicht eine Lösungsmöglichkeit ab.
Die zunächst angedachten Anbindungen an die Straße „Schießhecke“ im Nordwesten und an den „Rosenweg“ im Osten weisen beide wegen der bereits bestehenden Bebauung lediglich eine Breite von fünf Metern auf. Zu wenig für eine sinnvolle Erschließung, so die einhellige Meinung des Ausschusses. Die Erschließung über den „Rosenweg“ wurde ohnehin von allen Fraktionen aus verschiedenen Gründen abgelehnt. Zumal sich Jürgen Pump (CDU) sicher war, dass dieser Weg auch von den Nutzern nicht angenommen würde, weil er einen erheblichen Umweg bedeute. Bei der Erschließung über die „Schießhecke“ gingen die Meinungen etwas auseinander. Während Pump daran erinnerte, dass auch andernorts mit einer fünf Meter breiten Straßen durchaus Wohngebiete erschlossen würden und die schmale Straße sogar noch den Vorteil habe, dass sie zur Verkehrsberuhigung beitrage, sah das Joachim Euler (SPD) etwas anders: Wenn überhaupt, dann sei hier nur eine Einbahnlösung machbar. Alles andere lehne seine Fraktion rundweg ab.
Problem elegant aus der Welt schaffen
Einigkeit herrschte allerdings darüber, dass die ideale Anbindung zum „Fienacker“ hin führe. Westlich des jetzt geplanten Baugebietes soll nämlich eine zweite, etwa gleich große Siedlung ausgewiesen werden – aber erst dann, wenn das jetzt geplante voll bebaut ist.
Dieses künftige Baugebiet würde, soviel ist bereits klar, über eine schräg von der Verlängerung der Straße „Am Fienacker“ abzweigende Straße erschlossen. Würde man diese Straße schon jetzt im Vorgriff bauen, könnte damit zugleich eine optimale Erschließung des Neubaugebietes „Schießhecke“ erreicht werden. Was zudem den Vorteil hätte, dass die Anwohner des Rosenweges und der Schießhecke vom zusätzlichen Verkehr aus dem Neubaugebiet mit seinen bis zu 51 Wohneinheiten verschont würden. Diese Lösung ist jedoch mit vielen Unwägbarkeiten verbunden.
Deshalb hatte Monika Goldammer (FDP) bereits in der vorigen Sitzung einen Tausch bei der Reihenfolge vorgeschlagen, in der der beiden Baugebiete verwirklicht werden sollen. So könnte man dieses Problem elegant aus der Welt schaffen, zumal die Nachfrage nach Bauland in Buschhoven ohnehin eine Verwirklichung beider Baugebiete als wahrscheinlich erscheinen lasse. Kalkbrenner bestätigte die zwischenzeitlich eingeholte Zusage der Bezirksregierung, dass man die beiden Baugebiete austauschen könne. Allerdings sah sie ein Problem darin, dass es für das Baugebiet „Schießecke“ bereits eine konkrete Planung und einen Erschließungsträger gebe, für das Baugebiet „Am Wehrbusch“ jedoch noch nicht. Es sei noch nicht einmal bekannt, wer die Eigentümer der einzelnen Grundstücke seien, ergänzte die Ausschussvorsitzende Gertrud Klein (CDU). Und ob die sich so schnell auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen könnten, stehe in den Sternen. „Aber der Knoten muss irgendwann einmal aufgehen, damit wir endlich anfangen können“, machte Klein klar.
Deshalb wurde die Bürgermeisterin beauftragt, Licht in das Dunkel zu bringen und mit den Grundstückseigentümern beider Baugebiete über die weitere Vorgehensweise zu sprechen. Die Ergebnisse dieser Gespräche will der Ausschuss nun erst einmal abwarten und bei seiner nächsten Sitzung im Februar 2017 das Thema noch einmal erörtern.
Grüne: Über Geschoßwohnungsbau nachdenken
Dann soll nach dem Wille n von Sven Kraatz (Grüne) auch darüber gesprochen werden, ob dem betreffenden Erschließungsträger auferlegt werden soll, ein gewisses Maß an Geschosswohnungsbau zu verwirklichen. Daran fehle es nämlich in der Gemeinde Swisttal. Er machte aber auch klar, dass den Grünen dabei kein Hochhaus vorschwebe, sondern ein dreigeschossiges Wohngebäude mit bis zu neun Metern Höhe – mit bezahlbarem Wohnraum auch für finanziell nicht so leistungsfähige Familien. Wobei Joachim Güttes (BfS) bezweifelte, ob die Rahmenbedingungen für Geschosswohnungsbau dort überhaupt gegeben seien. Kalkbrenner machte aus Sicht der Gemeindeverwaltung deutlich, dass man dieser Idee durchaus positiv gegenüberstehe, „aber nicht auf Biegen und Brechen, das ganze muss auch städtebaulich noch vernünftig sein.“
JOST
