Politik | 25.01.2022

Die Linke Kreisverband Ahrweiler zur Wahl der neuen Landrätin

Ein „Weiter so“ darf es nicht geben!

Kreis Ahrweiler. Der Ausgang der Landratswahl zugunsten von Frau Weigand ist auch eine Manifestation des allgemeinen Bürger*innenwillens, der einen Neuaufbruch im Ahrkreis anstrebt. Das politische Signal ist eindeutig und damit auch der kommunalpolitische Auftrag. Er lautet: „Ein Weiter so darf es nicht geben!“ Wolfgang Huste, Kreistagsmitglied für Die Linke berichtet: „Die hier lebende Bevölkerung wünscht sich positive Veränderungen zugunsten der Umwelt, des Sozialen, der Infrastruktur und der allgemeinen Lebensqualität. Die Aufbruchstimmung ist spürbar, wurde mir in zahlreichen Gesprächen bestätigt. Nun gilt es, dass alle Stadt- und Gemeinderäte, der Kreistag, die Ortsbürgermeister und die Verwaltung die neue Landrätin unterstützen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Zusammen müssen alle die konkreten Reformen nicht nur anstreben, sondern auch umsetzen, mit Hilfe der Landes- und auch der Bundesebene.“

Seine Devise lautet: „Lieber ein etwas langsamerer Aufbau zu Gunsten der allgemeinen, langfristigen Lebensqualität, als ein schneller Aufbau auf Kosten der Natur, des Sozialen, auf Kosten der nach uns folgenden Generationen!“ Er denke da konkret an behutsam regulierende Eingriffe in die Landschaft, in die Natur, wenn sie nicht vermeidbar sind, wenn zum Beispiel die Infrastruktur, zu der auch die Bahnlinie gehört, wieder aufgebaut wird. Alles muss auf den Prüfstand: Das Bauen von hochwasserfesten Brücken und Häusern, von Fahrradwegen, der Öffentliche Nahverkehr bis hin zum sozialen Wohnungsbau, ebenso der Wiederaufbau und die finanzielle Stärkung der Vereine, des Tourismus, des Einzelhandels, der Gaststätten und der Hotellerie. Auch das kulturelle Angebot für Jung und Alt muss ausgebaut werden. Eine Region, eine Stadt, eine Gemeinde ohne ein breites, buntes Kulturangebot ist insbesondere für junge Menschen, für Familien, wenig attraktiv, ist auch für den Tourismus unattraktiv. Oberste Priorität sollte immer der Erhalt der einzigartigen Landschaft und der Natur im schönen Ahrtal bekommen. Das Ahrtal muss zum Vorzeigemodell auch für andere Regionen werden, zugunsten der hier lebenden Menschen und des umweltgerechten, sanften Tourismus, in enger Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden, den hiesigen Vereinen und Parteien, auch mit den Winzern und Landwirten. Vormalige, negative Entwicklungen, zum Beispiel die Zubetonierung, die oftmals nicht notwendige Versiegelung von großen Bodenflächen, die intensive Landwirtschaft, die die Böden auf Dauer auslaugt und verdichtet und dadurch das Eindringen von Starkregenwasser erschwert oder gar verhindert. Huste weiter: „Da denke ich auch an das Abreißen oder die nicht fachlich gut durchgeführte Restaurierung von alten, historisch wertvollen und Stadtbild prägenden Gebäuden. Wo überall es möglich und auch sinnvoll ist, sollte man tief wurzelnde Bäume pflanzen und auch erhalten, insbesondere in der Nähe von Gewässern. Die meisten Städte und Gemeinden haben keine Baumsatzung. Das muss besser und anders werden. Die Laubkronen helfen mit, die jeweiligen Gewässer zu beschatten und in der warmen Jahreszeit die Bäche und damit die dortigen Lebewesen vor einer Überhitzung zu schützen. Schon bestehende Naturschutzgebiete sollte man erweitern, statt diese oder jene Fläche wieder mit Gebäuden oder Straßen zu versiegeln. Wo immer es möglich und sinnvoll ist sollte man versiegelte Flächen renaturieren. Auch die Ausweisungen von neuen Industrie- und Wohngebieten müssen auf den Prüfstand. Hier sollten Landschaftsplaner, Biologen, Ökologen, Limnologen und andere Spezialisten eng zusammenarbeiten und die hiesigen Politiker und die Verwaltung fachlich beraten.“ Sinngemäß sollte es nach Meinung von Huste heißen: „Natur und Lebensqualität first, Gewerbe auf Kosten der Natur und Lebensqualität second!“ Die Aufbruchstimmung insbesondere im Ahrtal wird sicherlich anhalten. In zwei Jahren sind Kommunalwahlen. Die hier lebenden Menschen haben es mit ihrer Wahlentscheidung in der Hand, in welche Richtung sich der Neuaufbau entwickeln wird: Zu einer vorbildlichen, Natur und Menschen zentrieren Modellregion Ahrtal, die auch Vorbild sein kann für andere Landesteile - oder für die Wiederholung von Planungsfehlern mit negativen Auswirkungen auf die Natur, auf die einzigartige Landschaft und auf die allgemeine Lebensqualität der hier lebenden Menschen.Pressemitteilung

Die Linke Kreisverband Ahrweiler

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Kommentare
02.02.202220:08 Uhr
Winfried Heinzel

Treffend; ein sehr guter Artikel. Deshalb fünf Sterne von mir.

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