Mobilitässtrategie 2030Plus für die VG Unkel
„Ein erreichbares Ziel?“
Stellungnahme der SPD in der VG Unkel
Unkel. Im Rahmen einer unabhängigen Analyse der Situation des Städtenetzes „Mitten am Rhein“, (11 Kommunen links und rechts des Mittelrheins) wurde Ende des Jahres 2020 ein Strategiepapier in der VG- Unkel vorgelegt.
Es ist eine Liste von Maßnahmen, die zur Verbesserung der verkehrspolitischen und touristischen Entwicklung notwendig sind. Die Liste ist lang. Im Mittelpunkt steht natürlich der Verkehr (Straße, Schiene, Rad, Schiff). Die Pendlerradrouten links- und rechtsrheinisch von Koblenz bis Bonn stehen im Anfang der Planung. Der Radverkehr wächst in seiner Bedeutung sehr stark, sowohl für den Berufsverkehr als auch für den Tourismus. Das Fahrradnetzsystem muss so ausgestaltet werden, dass es leicht befahren werden kann und gut gekennzeichnet ist. Kreuzungen mit dem Straßennetz und den Fußwegen sollen vermieden werden. Die Analyse verweist ausdrücklich auf die Unfallgefahren des Radnetzes zwischen Unkel und Linz. Hier herrscht dringender Verbesserungsbedarf. Die VG-SPD in Unkel hatte bei einer Befahrung bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen und Vorschläge ausgearbeitet.
Straßennetze, Fahrradwegenetze und Fußwegenetze müssen klar voneinander getrennt werden.
Das Schienenpersonennahverkehrsnetz links und rechts des Rheines ist gut ausgebaut mit je nach Bahnhof halbstündlichen Taktungen. Hier ist es erstrebenswert, den Bahnhof Erpel, der nur stündlich angefahren wird, in die halbstündliche Taktung einzubinden. An den Bahnhöfen ist es wichtig, die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge, auch E-Bikes in Zukunft intensiv auszubauen. Ebenso muss unbedingt die Fahrradmitnahme mit den Bahnen verbessert werden. Nicht nur für den Berufsverkehr, sondern (…) auch für den Tourismus.
Die Barrierefreiheit in den Bahnhöfen (siehe Unkel und Erpel) lässt noch viel zu wünschen übrig. Mit dem Ausbau der Siebengebirgsstrasse am Bahnhof in Unkel wird ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung vollzogen. Allerdings gilt dies zurzeit nur für Gleis1 (Richtung Koblenz) und nicht für Gleis2 (Richtung Köln).
Von besonderer Bedeutung in der Analyse ist das Thema Rhein.
Über eine lange Zeit galt der Rhein als Barriere für den Kontakt der Städte links und rechts des Flusses. Fähren und Brücken in weitem Abstand voneinander waren die einzigen Verbindungen. Zur Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für den Tourismus und den Berufsverkehr ist eine weitere Brücke für den Fuß- und Radverkehr zwischen Remagen und Erpel und zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen im Gespräch und wird in der Analyse ausdrücklich hervorgehoben.
Leider wird die Fußgänger- und Radfahrbrücke zwischen den Eisenbahnbrückenköpfen in Erpel und den Friedensmuseumsbrückenköpfen in Remagen bisher nur diskutiert. Eine Befragung der Bürger in der Verbandsgemeinde stieß auf ein sehr positives Echo. Es geht aber leider nicht voran.
Zum Abbau der Trennung durch den Rhein wird (in der Analyse) auch ein „Wasserbussystem“ vorgeschlagen. Es würde die Mobilität und Querung zu beiden Seiten des Rheins ermöglichen und wäre ein touristischer Anziehungspunkt. Das Wassertaxi ist mehr als eine Utopie. Deshalb würde die SPD-Fraktion in der VG-Unkel ein solches Projekt unterstützen. Aber auch hier sind noch keine weiteren Planungen in Sicht.
Fazit: Im Mittelpunkt der nächsten Jahre sollen stehen: die Konzentration auf die Radwege, Barrierefreiheit in den Bahnhöfen, Verbesserung der Ladeinfrastruktur und der Mitnahme der der Fahrräder durch die Bahn, Bau der Fuß- und Radbrücke über den Rhein zwischen Erpel und Remagen und Wassertaxen.
Pressemitteilung der
SPDFraktioninder VG Unkel
