Die Arbeiten am Bahnhof Remagen stocken bereits seit Wochen
„Eine Zumutung für die Fahrgäste“
Defekte Aufzüge, kaputte Treppen sowie schwer zugängliche Gleise werden weiterhin die Reisenden behindern und frühestens im zweiten Quartal 2020 Geschichte sein
Remagen. Mit harscher Kritik und wachsendem Unverständnis reagieren die Fahrgäste auf die schon seit Monaten untragbare Situation am Bahnhof Remagen: Bereits seit Wochen stocken dort die Bauarbeiten an Gleis eins völlig. Dieses ist daher nur von außen oder durch den Bahnhof erreichbar, was, gerade bei knappen Umsteigezeiten, immer wieder zu Verärgerung führt. Außerdem ist die Barrierefreiheit am Bahnhof Remagen, jetzt schon über Monate, eine Farce. Wo einst ein Fahrstuhl zu Gleis eins fuhr, gähnt seit vielen Monaten ein leerer Betonschacht. Der Aufzug zu den Gleisen zwei und drei war über Monate defekt. Lediglich die Gleise vier und fünf waren regelmäßig per Aufzug erreichbar. Ein Kenner der Verhältnisse fasst seine Beschwerden gegenüber BLICK aktuell wie folgt zusammen: „Die fast dauerhaften Zustände am Bahnhof Remagen sind für die Fahrgäste bereits seit Längerem ein großes Ärgernis. Die Zugangstreppe von Gleis eins ist nach wie vor in Trümmern, der Aufzug an Gleis eins nicht existent. Gerade zu den Weinfesten, wie kürzlich, eine große Freude für alle Beteiligten. Aber auch für Gehbehinderte, für Fahrgäste ohne Ortskenntnis wie auch für jeden Reisenden sind diese Zustände eine Zumutung. Zudem ist das Servicepersonal von ‚Station & Service‘ so gut wie nie anwesend bzw. hält sich ‚geschützt‘ im Aufenthaltsraum auf, um dem Zorn der Fahrgäste zu entkommen. Dies weiß ich, weil ich es täglich erlebe. Und ich habe hier seit Wochen keinen Bauarbeiter mehr gesehen!“ Und auch der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) ist verwundert, scheint die Situation am Bahnhof Remagen jedoch als gegeben hinzunehmen.
SPNV bedauert Situation
Auf Rückfrage von BLICK aktuell teilte der SPNV Nord zu dieser Misere mit: „Nach bereits erfolgter Einholung einer Stellungnahme dazu von DB Station & Service möchten wir Ihnen folgende Rückmeldung dazu geben: Bedauerlicherweise sind die angeführten Aussagen bezüglich Verzögerungen im Bauablauf richtig. Der Fortgang des Projekts ist angesichts der schwierigen Sperrpausensituation durchaus schleppend, daher sind auch durchaus für längere Zeiträume keine Bauarbeiter zu sehen. Im Ergebnis wird sich der Einbau des Aufzugs weiterhin verzögern; aktuell ist nicht mehr mit einer Fertigstellung in diesem Jahr auszugehen. Auch die Arbeiten an der Personenunterführung und der Treppe werden erst im zweiten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen.“ Und auf weitere Nachfrage: „Infrastrukturarbeiten an Bahnstationen erfordern häufig sogenannte Sperrpausen zur Sperrung des Eisenbahnbetriebs, was sich im laufenden Betrieb schwierig gestaltet, und laut Aussage der DB Station & Service ein wesentlicher Grund für die Verzögerungen der Bauarbeiten ist. Womit dies im Detail zusammenhängt, ist uns auch nicht bekannt, ändert aber auch nichts an den Verzögerungen. Weitere Nachfragen hierzu richten Sie bitte direkt an die DB.“
Der Aufzug zu Gleis eins ist bereits seit Monaten komplett außer Betrieb, und auch der Aufzug zu den Gleisen zwei und drei fiel sehr lange aus.
