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Leserbrief zur geplanten Grubenschließung in Mayen

Eine mediale Hexenjagd auf die Verantwortlichen

11.09.2018 - 11:54

Mayen. Mit großen Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass es ein Stück Tradition aus meiner Heimatstadt Mayen künftig nicht mehr geben soll: Den Moselschieferabbau am Katzenberg. Meine Anteilnahme gilt den Bergleuten und ihren Familien. Was mich als „Mayener Jung“ jedoch ein wenig verwundert ist, wer da so alles glaubt, so ein sachlich-fundiertes Urteil über die Gründe der Schließung erlauben zu können. Ich verfolge die Medienberichterstattung bereits von Beginn an und nehme die letzten Artikel in der Rhein-Zeitung und dem BLICK aktuell zum Anlass, meine Sicht der Dinge in diesem Leserbrief darzustellen. Denn auf der Suche nach einem Schuldigen für die Schließung wird eine mediale Hexenjagd auf die Verantwortlichen bei Rathscheck Schiefer inszeniert.

Ich frage mich dabei immer, auf welcher Faktenbasis eigentlich argumentiert wird. Wer heute mit Fakten gegen eine Bergwerkschließung polemisiert, die vor zehn oder zwölf Jahren Gültigkeit hatten, aber die geologische betriebswirtschaftliche Entwicklung der vergangenen sechs bis acht Jahre am Katzenberg vollkommen außer Acht lässt, der handelt nicht im Interesse der Bergleute. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als sei das Engagement Einzelner durch persönliche Gefühle motiviert. Es kann doch nicht sein, dass jemand sein Urteil über die aktuelle Unternehmensentwicklung ohne Kenntnis der tatsächlichen Lage vor Ort als die einzige Wahrheit darstellt. Mehr noch: den betroffenen Bergleuten werden simple Lösungen für eine hoch-komplexe Unternehmenslage präsentiert und somit Hoffnung am Leben gehalten, die keinen Bezug zur Realität haben. Das nennt man Populismus.

Und es kann auch nicht sein, dass diese Argumentation dann auch noch von Teilen der Betroffenen, der Bürger und der Politik kritiklos übernommen wird. Den Bergleuten mach ich keinen Vorwurf. Es geht hier um ihre Existenz. Dass sie sich an jeden Strohhalm klammern, ist nur zu verständlich. Doch eines muss dochklar sein: Kein Unternehmer kann überleben, das über Jahre Verluste einfährt.In Mayen gab es einem 50 und mehr Produktionsbetriebe von Natursteinen. Mein Großvater und mein Vater waren als Steinmetze tätig. Heute sind es vielleicht nur noch fünf oder sechs Anbieter. Die Entwicklung der Märkte vollzieht sich heute in Geschwindigkeiten, die sich vor 10 Jahren noch keiner vorstellen konnte. Vertriebsinstrumente verändern sich durch die digitale Transformation der Wirtschaft und der Gesellschaft in einem rasanten Tempo. Wer sich also über die Ursachen der Bergwerksschließung seriös äußern möchte, der muss mit den Fakten der Gegenwart und nicht der Vergangenheit argumentieren.

Werner Schmitt, Kobern-Gondorf

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15.09.2018 15:16 Uhr
Hans-Jürgen Hofmann

Andreas Rech
Wer uns die Bezichtigung Unterstellt eine Hexenjagd zu betreiben. Dem definiere ich gerne einmal den Begriff Hexenjagd. "Hexenjagd, umgangssprachlich dramatisierende Bezeichnung der aus der Sicht des Benutzers unberechtigten Verfolgung einer oder mehrerer Personen". Das heißt im Klar Text, Sie unterstellen den Bergleuten und derer Familien, sowie 4133 Unterstützer, darunter auch Andrea Nahles sowie Herrn Adorf, das wir Leute verfolgen ? Entschuldigung das ich gerade lache! Aber so etwas lächerliches in dieser Ernsten Situation hätte ich bei weitem nicht erwartet. Das ist wahre Pohlemig!!! Die gesamte Bewegung, FRIEDLICH, DISKRET und basierend auf der Realität dient zum ersten uns Bergleuten Kraft und Mut in dieser schweren Situation zu schenken und weißt auf eines unmissverständlich hin. Das die Grube eine starke Verwurzelung mit der Region hat. Was Sie darauf interpretieren und dann schon dieser unprofessionelle Begriff "Hexenjagd" ist schlicht weg eine Beleidigung und ei



12.09.2018 14:14 Uhr
Helmut Rettterah

Zu „Eine mediale Hexenjagd auf die Verantwortlichen“ von Werner Schmitt

Wenn man diese Einzelstimme liest, bekommt man leicht Magenschmerzen. Was bewegt einen Unternehmer, der keine früheren noch heutigen Kenntnisse über das Unternehmen hat, und dem auch dieser Markt völlig fremd ist, eine Theorie von einer Hexenjagd zu erträumen? Da muss er eigentlich seine Motivation einmal offenlegen.

Eine in einer Schwestergesellschaft führende Person sprach in einer Versammlung von 20 Jahren Verlusten. Die Repräsentantin der Werhahn-Konzern-Leitung sprach dagegen in der Presse von 10 – 15 Jahren (eine weite Spanne) Verlusten. Und der sich informiert fühlende Leserbriefschreiber macht seine eigenartige Meinung an Problemen der letzten 6 bis 8 Jahre fest. Die Endgewinne des Geschäftsbereichs Schiefer, also einschließlich des von Moselschiefer gestützten Handelsgeschäfts, erwähnt niemand und die sind uns auch nicht offengelegt worden. Noch Fragen?

Der Schreiber glaubt, sachlich fundierte Urteile Anderer ausschließen zu können, hat aber, weit weg von unseren Besonderheiten, eine eigene destrasiöse Schlagzeile parat.

Wir können Ihnen, lieber Herr Schmitt, gerne die bisherigen und aktuellen Faktenlagen schildern. Wir sind Insider, und als solche über Ihre verbreitete Unwissenheit empört. Wir kennen auch die Beschwerden aus Dachdecker- und Handelskreisen über die Verhaltensveränderungen des Unternehmens in den vergangenen Jahren. Wir kennen also die Fakten unten, innen und außen. Und daher kämpfen wir mit sachlich-fundierter Überzeugung. Gott sei Dank mit Unterstützung Tausender.

Helmut Retterath
Mitglied des Gesamtbetriebsrats bei
Rathscheck Schiefer Mayen



12.09.2018 13:03 Uhr
Hans-Jürgen Hofmann

Zum Leserbrief des Werner Schmitt, Kobern-Gondorf

„Mediale Hexenjagd auf die Verantwortlichen“





Hallo Herr Schmitt,



Sie schreiben in Ihrem Leserbrief, wer sich also über die Ursachen der Bergwerks- Schließung seriös äußern möchte, der müsse mit Fakten der Gegenwart und nicht der Vergangenheit argumentieren.



Das müssen Sie der Geschäftsleitung mal schreiben. Was da über die mittlerweile berühmte 11. Sohle geschrieben wird, stimmt hinten und vorne nicht. Der Stein ist Klasse.



Was die Investitionen in den letzten Jahren betrifft, glaube ich, dass da viel zu wenig getan wurde. Niemand außer wohl Ihnen kann sich vorstellen, dass es hier um eine Hexenjagd geht, sondern es geht um Fakten! Die sollten auch Sie zur Kenntnis nehmen. Machen Sie bitte nicht die Täter (Verantwortlichen) zum Opfer. Und nicht die Opfer (51 Familien) zu Tätern.


Hans-Jürgen Hofmann Betriebsratsmitglied der Firma Rathscheck



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Kommentare
Armin Linden:
Fest steht, das der Kreis AW. mittlerweile bereits das grösste Altersheim im nördlichen RP. darstellt. In der Hoch-Eifel bereitsganze Gebiete "€ntvölkert". Das war vor 3O J. noch anders. Junge Leute - speziell Deutsche - gut ausgebildet, wandern aus. Die Gründe für Insider teils klar. Eine Migration enorm im Zulauf im AW.-Kreis. die Ökonomie des €. bestimmt dort die Einstellung & Gesinnung ! Industrie in MY-KO. auch weit grösser. Ich fürchte, die nächsten 2O J. wird sich vieles ändern. Besonders die völlige Unterschätzung u. das Ausbluten der "Eigenen Systeme" in der Migration. Für "eigene Landsleute u. Studenten" gab es keine Bürgen mit Winke.Winke.Syndrom. Das dürfe u. müsste auch dem BlickAktuell bekannt sein. Soviel Charakter sollte sein. Auch in der Veröffentlichung. A.L.
Armin Linden:
Das Thema, ist + wird in der Zukunft NICHT vom Tische sein. Auch selbst in der CDU gibt es - ausserhalb RP.- genügend Fachleute, die noch in der Realität zu Hause sind. Die Demographie im Kr. AW. ist dermaßen hoch, die Ausdünnung in der Besiedlung (Land) gravierend. In der Eifel, teils "Leer-Raum". In BNA - kaum Kinder u. Jugendliche mehr ! Außer Migration.- Gründe wohl Ökonomischer Natur. Das Kulturprogramm (Rollator-Krankenstühle) ausgerichtet. Der Vorteil Mayen-Koblenz allerdings, wesentlich mehr Industrie & Junge Leute ! Es sind rd. 4 Millionen gut ausgebildete JUNGE Deutsche Mädchen u. Jungs, nach der UNI bereits ausgewandert. Österreich - CH - Alle Nordländer - USA. Man lebt besser. Verdient mehr. Rente Faktor 3-5 ! Medizin (Privat). Nein, für vieles ist es leider zu spät. Der AW-Kreis wird zu den abgehängten einmal zählen. Auch die SPD.FDP wusste es. Sorgte aber für den Aufschwung West.Nord Africa - Maroco -Syrien.Lybien. Damit ist in England jetzt Schluss !
Uwe Klasen:
So sollten Schüler und Studenten für die Zukunft sorgen, mit Erfindungen und guten Ideen das Land und die Menschheit voran bringen und nicht sich instrumentalisieren lassen zum sogenannten "Friday for Future"!
juergen mueller:
Es geht hier nicht um Verteufelung, sondern einzig und alleine darum, dieser Veranstaltung etwas positives abzugewinnen, was ich nicht tue. Anstatt auf die Strasse zu gehen und Transparente hochzuhalten oder Sprüche (wie die von Anne) vom Stapel zu lassen, gibt es in vielfältiger Weise Dinge, etwas für EURE Zukunft zu tun, ohne laut zu werden. Laut ist unsere heutige Jugend eh schon bis zur Unerträglichkeit und zwar ohne positive Ergebnisse. Dass meine Generation eure Zukunft klaut ist ganz einfach nur das Ergebnis von Faulheit beim Denken. Ihr macht es euch zu einfach, wenn ihr denkt, wenn ihr auf die Strasse geht, dass sich dadurch etwas ändert. Steht ihr irgendwann einmal im Berufsleben (oder auch nicht), dann ist für viele von euch nur noch eines wichtig - dass es euch persönlich gut geht ... hierbei an andere zu denken, das ist dann nebensächlich u.egal ... das nennt man fortschreitende negative Entwicklung unserer Gesellschaft im ICH-Denken.
Anne:
Also an alle die schreiben das wir schwänzen. Nein das tun wir nicht! Wir haben unsere Lehrer und Direktoren gefragt und die haben dies ausdrücklich unterstützt und beführwortet. Uns liegt etwas an unserer Zukunft. Wir waren da, Wir waren laut, Weil Ihr unsere Zukunft klaut!
Lara :
Schade, dass die Aktion anscheinend so verteufelt wird. Es geht nicht um Lernverweigerung, sondern darum ein Zeichen zu setzten! Ich finde, dass vier Stunden Unterricht nicht mit dem Einsatz für unsere (!) Zukunft in Relation zu setzten ist. Waren zum allergrößten Teil engagierte Jugendliche, die ein ernstes Interesse haben :-)
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