Rheinbacher SPD kürt Bürgermeisterkandidaten
Einstimmiges Votum der Mitglieder
Dietmar Danz aus Flerzheim will Bürgermeister der Stadt Rheinbach werden
Rheinbach. Für die SPD soll der Flerzheimer Dietmar Danz seinen Hut bei der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Rheinbach in den Ring werfen. Im Gasthaus Streng nominierten die Rheinbacher Sozialdemokraten einstimmig bei zwei Enthaltungen, die eigentliche Aufstellung steht allerdings noch aus. Sie kann erst erfolgen, wenn Amtsinhaber Stefan Raetz (CDU) offiziell erklärt, seine Amtszeit nicht voll ausnutzen zu wollen, denn eigentlich ist er noch bis 2015 gewählt. Raetz hat allerdings schon angedeutet, sich bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen am 25. Mai 2014 vorzeitig zur Wahl zu stellen. Der 62-jährige Stadtverwaltungsdirektor Dietmar Danz war überraschend der einzige Bewerber auf sozialdemokratischer Seite, weil der Wormersdorfer Walter Viethen, der ursprünglich ebenfalls hatte antreten wollen, seine Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte. Danz erhielt 21 Ja-Stimmen der anwesenden Sozialdemokraten im „Haus Streng“, zwei Mitglieder enthielten sich. Insgesamt hat der SPD-Stadtverband Rheinbach rund 140 Mitglieder.
Über den Kandidaten
Der gebürtige Wuppertaler, der dort unter anderem hauptamtlicher Geschäftsführer der SPD-Ratsfraktion war, wohnt seit 2006 in Rheinbach, ist seit 2010 stellvertretender Vorsitzender der örtlichen SPD und seit kurzem auch Mitglied des Stadtrates. Er leitet seit 16 Jahren das Zentrale Immobilienmanagement bei der Stadt Euskirchen in Form eines kommunalen Eigenbetriebes. „Ich möchte Bürgermeister von Rheinbach werden. Dazu brauche ich Eure Unterstützung“, warb er um den Beistand seiner Parteigenossen bei diesem ehrgeizigen Projekt. Seine Kandidatur begründete er mit seiner großen Unzufriedenheit mit dem jetzigen Amtsinhaber Stefan Raetz. Dem Demokraten warf Danz Unvermögen und „Schlafmützigkeit“ bei der Akquise möglicher Zuschüsse vor. Das gelte aktuell für den Ausbau der Kleinkindbetreuung (U 3), und das sei auch bei den Fördermitteln für Offene Ganztagsschulen so gewesen. Das habe der konservativen Ratsmehrheit wohl nicht ins politische Weltbild gepasst. „Wenn die Lebenswirklichkeit diese Ratsmehrheit dann eingeholt hat, ist der Zug abgefahren. Das ist keine Politik mit Weitblick.“
Stärkere Verzahnung erwünscht
Er wünschte sich auch eine öffentlich wahrnehmbare stärkere Verzahnung von Rathauspolitik und der Arbeit der Hochschule am Campus Rheinbach. Das Gründer- und Technologiezentrum leiste bereits gute Arbeit und trage dazu bei, den Wirtschaftsstandort Rheinbach zu stärken. Die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft werde auch in Zukunft eine starke Rolle spielen müssen, doch dabei aber auch die Unterstützung der Kommunalpolitik. „Wenn ich Bürgermeister werde, werde ich darin einen Schwerpunkt meiner Politik, auch meines persönlichen Engagements sehen“, versprach Danz. Er nannte als weiteren Schwerpunkt im SPD-Kommunalwahlprogramm die Weiterentwicklung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts, in dem die Interessen der Verbraucher stärker berücksichtigt werden müssten. Dazu gehöre auch die Lösung der Verkehrssituation in der Hauptstraße. Danz versprach, im Falle seiner Wahl die Attraktivität des zentralen Einkaufsbereiches der „liebenswerten Stadt Rheinbach“ zu stärken und den Vorrang von Fußgängern und Radfahrern sicherzustellen. Auch das Thema „Stolpersteine“ in Gedenken an jüdische Mitbürger wollen die Sozialdemokraten im Wahlkampf nochmals aufgreifen, denn das habe viele Rheinbacher bewegt. Außerdem mahnte er eine stärkere Beschäftigung mit dem demographischen Wandel in der Stadt an. Desaströs sei die finanzielle Situation der Stadt, die Ursachen zum großen Teil hausgemacht und Folge eines kommunalen Missmanagements. „Wir brauchen eine schonungslose Analyse und Benennung aller Risiken der nächsten Jahre“, forderte Danz. Abgesehen davon werde es mit ihm keine weitere Änderung bestehender Verträge mit dem privaten Badbetreiber monte mare zulasten der Stadt geben. Und er werde als Flerzheimer auch die Interessen der Rheinbacher Ortschaften nicht aus dem Auge verlieren.
