BUND Koblenz fordert eine neue Verkehrs-politik und Stadtentwicklung auch für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind
Endlich neue Wege in Koblenz!
Fußgänger schützen, Lebensräume vom Auto entlasten!
Koblenz. Koblenz gehört seit vielen Jahrzehnten zu den Städten, die die schlechteste Infrastruktur für Radfahrende und Fußgänger geschaffen hat. Die autogerechte Stadt, das Leitbild des ausgehenden letzten Jahrhunderts, dominiert bis heute die Verkehrspolitik und die städtischen Planungen. Die Folge: Zehntausende Pendler strömen täglich im PKW in unsere Stadt und verstopfen auch unsere Wohnstraßen. Mehrspurige „Highways“ zerschneiden die Stadt und die Wege zwischen Wohnung, Arbeitsplatz oder Bildungs- und Einkaufsstätten. Lärm, Stress, Unfallgefahren und Emissionen sind oft unerträglich und belasten unsere Gesundheit. Bäume gehen ein oder weichen dem parkenden Blech. Dabei wären diese doch zunehmend wichtig, um die in unserer Stadt besonders hohe Klimaerwärmung abzumildern.
Viele Radfahrende wehren sich inzwischen, wie auch der große Zuspruch zum Bürgerbegehren Radentscheid Koblenz zeigt. Etwas aus dem Blick geraten dabei die Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. „Dabei fordert doch gerade der Radentscheid mehr Sicherheit für Verkehrsteilnehmer jeden Alters, ob Kinder, Erwachsene oder Ältere und eine Stadt, in der alle Menschen gleichberechtigt mobil sein können. Dem kann ich mich als Fußgänger nur anschließen. Und als Stadtbewohner möchte ich auch mit Muße und in guter Luft über begrünte Plätze und Wege spazieren können, ohne von Fahrzeugen aller Art beeinträchtigt zu werden. Das täte sicher auch dem Einzelhandel gut“, so BUND-Vorstandsmitglied Andreas Klein.
Der BUND Koblenz hat in seiner jüngsten Sitzung darum zahlreiche Beispiele diskutiert, wo die Verkehrsverhältnisse für Fußgänger besonders gefährlich, teils auch unzumutbar sind:
- Die Querung der starkbefahrenen B9, der Römerstraße, des Mosel- und des Friedrich-Ebert-Rings ist viel zu selten ebenerdig und ohne längere Wartezeiten möglich.
- Die von Fußgängern stark genutzte Nord-Süd-Achse Balduinbrücke - Wöllershof - Löhrrondell/Herz-Jesu-Kir-che - Hauptbahnhof ist autogerecht ausgebaut. Das KFZ-Tempo ist auch hier zu hoch, die Fußwege müssen oft mit Radlern geteilt werden, Parkstreifen engen den Raum zusätzlich ein.
- Auch die Bahnlinien in der Innenstadt sind meist nur mit schlechten Unterführungen (Beispiele: Mainzer und Schützenstraße/Vorstadt, Hauptbahnhof West) oder mit Umwegen (Beispiel: Goldgrube/Rauental) zu überwin-den.
- Die Moseluferwege in Metternich sind in einem schlechten Zustand, zu eng, unbeleuchtet. Am Peter-Altmeier-Ufer/Altstadt und anderswo radeln viele illegal auf dem Gehweg, auch aus Angst vor Unfällen mit Autos.
- An vielen Stellen der Innenstadt, aber auch in den Ortslagen z.B. von Moselweiß, Metternich oder rechts des Rheins, sind die Fußwege zu schmal, sodass Kinderwägen oder Rollstühle nicht passieren können. Für Parkstreifen gewährt die Stadt dagegen viel Platz, meist auf beiden Seiten.
- Bürgersteige sind oft illegal oder gedankenlos zugeparkt – kein Kavaliersdelikt!
- Die Ampelschaltungen und Straßenquerungen sind fußgängerfeindlich: Lange Wartezeiten bei Rot (am Löhrrondell bis 90 sec.), zu kurze Überquerungszeiten bei Grün (was Ältere, Kinder und Behinderte in Gefahr bringt) und konzeptlose Drucktastenanordnungen (mal „nur für Blinde“, mal drücken, sonst bleibt es immer rot. Seltene
Ausnahme: Am Zentralplatz schalten alle Fußgängerampeln auf grün in allen Richtungen, das müsste die Regel sein!).
- Falls es Radwege überhaupt gibt, sind diese in der Regel gemeinsam mit den Fußgängern zu benutzen und oft zu schmal. Trotzdem besteht Benutzungspflicht für Radler. Ein Grund: Um das preiswerte Abstellen von privaten KFZs zu gewährleisten, müssen sich Fußgänger und Radler den Rest teilen und geraten in Konflikte.
- Auch für Bäume und Grünflächen bleibt wenig Raum. Begrünte Ruheräume in der Innenstadt sind Mangelware. Die versiegelten Verkehrsflächen wachsen und heizen die Stadt zusätzlich auf.
- Der motorisierte Verkehr fährt generell zu schnell. Verkehrsberuhigte Straßen sind selten. Die Unfallgefahren für Fußgänger, insbesondere Kinder, Ältere, Behinderte sind hoch, ebenso Lärm und Luftverschmutzung.
- Sichere, ausreichend breite Fußwege zur Anbindung der Außenstadtteile (Lay, Horchheim, …) spielen in der Verkehrsplanung der Stadt offenbar keine besondere Rolle. Diese Beispiele ließen sich nahezu endlos fortsetzen.
Der BUND erwartet darum von allen Entscheidungsträgern in Koblenz, dass diese den Interessen, Gefahren und Nöten der Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, den gleichen Stellenwert beimessen wie denen der Autofahrer. Insbesondere fordert er:
- Bei allen Planungen muss ab sofort die Sichtweise und gute Nutzung durch Fußgänger gleichwertig mitberücksichtigt werden.
- Die Fußgänger-Querung von B9, Mosel-/Friedrich-Ebert-Ring sowie Löhr- und Hohenzollernstraße muss deutlich verbessert werden – mit neuen Ampelschaltungen, mit nutzerfreundlichen Zebrastreifen (z.B. unmittelbar am Löhrcenter/Bushaltestelle oder mit eigenen Radfahrspuren in der gesamten Rizzastraße zu Lasten einer Autospur und zu Gunsten sicherer, breiter Bürgersteige).
- Die Bahnanlagen müssen nutzerfreundlich und barrierefrei an weiteren Stellen gequert werden können. (Vor-dringlich sind eine Fuß- und Radbrücke Goldgrube/Rauental und mittelfristig auch eine Fußbrücke von der Westseite des Hauptbahnhofes zur Oberen Löhr, mit direkter Anbindung der Bahnsteige).
- Es sind deutlich mehr verkehrsberuhigte und autoarme Quartiere und Straßen zu schaffen. Tempo 30 muss die Regel werden. Dies schafft Sicherheit für Alle und gesunde Lebensräume.
- Eine gute fußläufige Infrastruktur der Grundversorgung vermeidet Autoverkehr. Unsere Stadt braucht dazu eine neue Stadtentwicklungsplanung.
- Plätze, Straßenräume, Dächer und Fassaden müssen begrünt und ökologisch aufgewertet werden.
- Koblenz braucht einen weiteren Ausbau eines attraktiven und bezahlbaren ÖPNV mit Anbindung aller Wohn-viertel und größeren Arbeitsstätten und ein leistungsfähiges P&R-System. Das entlastet die Innenstadt von PKWs.
- Neben der klaren Zustimmung des Stadtrates zu den Zielen des erfolgreich laufenden Radentscheids brauchen wir gleichzeitig eine Initiative der Verwaltung zur Umsetzung von Sofort-Maßnahmen. Und zwar für den Rad- und den Fußverkehr.
Egbert Bialk, Vorsitzender des BUND Koblenz, kündigt an: „Dass die verletzlichsten Verkehrsteilnehmer, nämlich Radfahrer und Fußgänger, gegeneinander ausgespielt werden, lassen wir nicht länger zu. Die Verkehrswende muss endlich auf die Füße gestellt werden. Unsere Stadt ist vorrangig Lebensraum für die Menschen. Das werden wir auch im Wahlkampf und bei unseren politischen Gesprächen und schriftlich ganz klar einfordern. Auch die neue Klimaschutzkommission soll sich fraktionsübergreifend mit dem Thema befassen. Denn Fußgängerschutz ist auch Klimaschutz.“
Weitere Infos:
Weitere Infos: BUND Koblenz, E. Bialk, Tel. 0261-94249638, E-Mail: regionalbuero-koblenz@bund- rlp.de.
Pressemitteilung Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Landesverband
Rheinland Pfalz e.V.
30er-Zone.
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