Politik | 21.09.2020

Besuch im Klimaviertel in Herne

Energiekonzepte für klimaneutrales Wohnen

Die Exkursionsteilnehmer zu Besuch beim Wärmepumpenhersteller Waterkotte. Foto: privat

Andernach. Der OV von Bündnis90/Die Grünen hatte für Freitag, 17. September zu einer Exkursion nach Herne eingeladen. Ziele der Reise waren das im letzten Jahr mehrfach mit Preisen ausgezeichnete „Klimaviertel“ der Stadtwerke Herne sowie der dort ansässige Wärmepumpenhersteller Waterkotte. Die Stadträte Rudi Bannert (SPD) und Dr. Thomas Drysch (FWM3) sowie Otto Kaiser vom OK4 Andernach (Offener Kanal) nahmen ebenfalls an der Fahrt teil.

Petra Sabel-Haux: „Wenn wir in Andernach den CO2-Ausstoß deutlich senken wollen, dann reicht die Umsetzung des „Klimafreundlichen Mobilitätskonzepts“ bei weitem nicht aus. Wir brauchen dringend eine Strategie, um im Neubaubereich und bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden unsere Klimaziele zu erreichen. Da lohnt ein Blick über den Tellerrand auf innovative Pilotprojekte, wie sie etwa die Stadtwerke Herne mit dem Klimaviertel im Stadtteil Sodingen verwirklicht haben.“

Im Klimaviertel testen die dortigen Stadtwerke in sieben von ihnen geplanten und nach KfW-Effizienzhaus-Standards errichteten Einfamilienhäusern unterschiedliche Energiekonzepte für klimaneutrales Wohnen. Dabei werten sie die Alltagstauglichkeit und Effizienz der Energieanlagen aus, um auf Basis der Ergebnisse weitere regenerative Energiekonzepte für den Wohnungsbau zu entwickeln. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT aus Oberhausen. Projektleiter Stephan Becker erklärte den Exkursionsteilnehmern, dass jedes der sieben Einfamilienhäuser im Quartier durch ein eigenes, maßgeschneidertes Energiekonzept versorgt wird, das sich in Details von den anderen unterscheidet. So lassen sich die verschiedenen Konzepte vergleichen und optimieren. Jedes Klimaviertel-Hauses verfügt über eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe und einen Stromspeicher. Die Energiesysteme sind darauf ausgelegt, so effizient und klimafreundlich wie möglich für Energie zu sorgen und sie zu speichern – zur Speicherung werden auch innovative Redox-Flow-Batterien genutzt.

Wärmepumpen sind eine unverzichtbare Technologie, wenn es um die klimaneutrale energetische Versorgung von Gebäuden geht. Angesichts ihrer hohen Bedeutung besuchten die Exkursionsteilnehmer den Wärmepumpenhersteller Waterkotte GmbH, um sich die Wirkungsweise und das Leistungsvermögen von Wärmepumpen ausführlich erklären zu lassen. Aus Sicht von Petra Sabel-Haux hätte diese Technik längst Einzug in Andernach halten müssen: „Es ist schade, dass bei den großen Bauvorhaben auf dem ehemaligen Weissheimer-Gelände keine klimaneutralen Energiekonzepte umgesetzt wurden. Hier wäre der Stadtrat gefordert, um durch entsprechende Beschlüsse für den Einsatz von klimafreundlichen Energiesystemen sorgen.“ Ein Schritt, der nach Ansicht von Dr. Christoph Henrichsen auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Stadtwerke Andernach von Bedeutung ist: „Vom Verkauf von Strom und Gas allein werden Stadtwerke in Zukunft kaum leben können. Der Stadtrat muss darauf hinwirken, dass die Stadtwerke im Sinne einer zeitgemäßen und klimafreundlichen Daseinsfürsorge das Geschäftsfeld der Energie-Dienstleistungen stark ausbauen, um die von den Gesellschafterninnen erwartete Rendite zu sichern.

Pressemitteilung der

OV Bündnis 90/Die Grünen

Andernach

Die Exkursionsteilnehmer zu Besuch beim Wärmepumpenhersteller Waterkotte. Foto: privat

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