Politik | 22.04.2014

Zwölfte Reise der Swisttaler CDU in die neuen Bundesländer

Entdeckungen im Erzgebirge

Die Swisttaler Reisegruppe in Chemnitz. privat

Swisttal. Zum zwölften Mal hat die Swisttaler CDU unter der Leitung von Franz Moderow eine Erkundungsreise in die neuen Bundesländer unternommen. Diesmal war das Erzgebirge im Freistaat Sachsen das Ziel. Bekannt ist der Wintersportort Oberwiesenthal am Fuße des Fichtelbergs, der mit 1215 Metern der höchste Berg des Erzgebirges auf deutscher Seite ist.

Das war auch der höchste Punkt der Reise, den die 57 Swisttaler Flachländler erreichten, nachdem sie den Vormittag im nahe gelegenen Karlsbad verbracht und die prächtig restaurierten Gästehäuser und Hotels des Kurviertels bewundert und das Karlsbader Heilwasser in der Trinkhalle probiert hatten.

An den Tagen zuvor stand zunächst der Besuch in Freiberg an. Die Führungen durch die historische Bergbau- und Universitätsstadt und den Dom mit der Goldenen Pforte, der Bergmanns- und Tulpenkanzel sowie dem Anspielen der Silbermann-Orgel und schließlich der Besuch der Ausstellung „terra mineralia“ im Schloss Freudenstein vermittelten einen bleibenden Eindruck vom Reichtum der Stadt, den die Silberfunde und der Erzbergbau bewirkten. Ganz anders Chemnitz: Heute ist es eine moderne Stadt, nachdem es als Industriezentrum und drittgrößte Stadt Sachsen in drei Bombennächten fast vollständig zerstört worden war und in der DDR-Zeit als Karl-Marx-Stadt wieder aufgebaut wurde. Bekannt ist der überdimensionale Karl-Marx-Kopf in der Brückenstraße. Die industrielle Vergangenheit ist nach der Wiedervereinigung heute Antrieb, diese Bedeutung wieder zu erlangen.

Ein Erlebnis besonderer Art waren die Besuche in den stillgelegten Schaubergwerken. Im Markus-Röhling-Stolln fuhren die Besucher, ausgestattet mit Helmen und Schutzmänteln, mit einer Bergbahn ein und erfuhren anschaulich, wie die Bergleute noch bis in die 50er-Jahre dort nach Erz suchten. Den mittelalterlichen „Gößner-Stolln“ mitten in Annaberg-Buchholz, wo die Swisttaler Quartier im „Wilden Mann“ genommen hatten, entdeckte man beim Tiefgaragenbau wieder und baute ihn zu einem Besucherbergwerk um.

Nach den reichen Funden versiegten nach und nach die Erzlagerstätten, und die Bevölkerung musste nach anderen Erwerbsquellen sehen: Was zunächst zur Beschäftigung und Broterwerb für versehrte Bergleute eingeführt wurde, hat sich immer mehr zum wirtschaftlichen Standbein der Region entwickelt: Die Holzschnitzkunst findet man überall im Erzgebirge. Ein Zentrum ist die Stadt Seiffen nahe der tschechischen Grenze.

In einer Schauwerkstatt zeigte der Inhaber, in wie vielen einzelnen Fertigungsschritten die traditionellen Schnitzerzeugnisse entstehen. Dabei müssen besondere Fertigkeiten - zum Beispiel das Spanen zur Darstellung einer Tanne - entwickelt und bestes Schnitzholz verwendet werden, das im Allgemeinen aus der Region kommt. Dass das Erzgebirge auch als Weihnachtsland bezeichnet wird, kann nicht verwundern, wer Seiffen besucht hat.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der riesigen gotischen Hallenkirche St. Annen in Annaberg-Buchholz, die vor gut 500 Jahren erbaut und heute nach langjähriger Restaurierung in der ehemaligen Pracht und Raumgestaltung den Besucher und Gläubigen beeindruckt. Der Kantor ließ es sich nicht nehmen, auf der mächtigen Orgel ein kleines Konzert zu geben. Eine Rarität ist der mittelalterliche Bergmannsaltar. Hier ist in einzelnen Bildtafeln dargestellt, wie das Silbererz aus dem Berg gewonnen, bearbeitet, geschmolzen und schließlich zur Münze geschlagen wird.

Eine Swisttaler CDU Reise zeichnet sich durch zwei besondere Merkmale aus: Ein Abend gehört der Musik, ein anderer der Politik. Annaberg-Buchholz verfügt mit dem ehemals gestifteten Winterstein-Theater über einen kleinen Musentempel mit eigenen Kräften. Auf dem Spielplan stand Mozarts komische Oper „Die Hochzeit des Figaro“.

Das politische Abendgespräch - die Leitung hatte der Swisttaler CDU-Vorsitzende Wolfgang Heller - hatte das Thema „Unser Nachbar Tschechien“. Dazu konnten der Landrat des Erzgebirgskreises Frank Vogel sowie aus Annaberg-Buchholz die Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch begrüßt werden. Vogel machte deutlich, dass das Erzgebirge nicht nur Weihnachts-und Tourismusland ist, sondern auch eine Region zukunftsorientierten Handels und Gewerbes. Gemeinsam mit dem tschechischen Nachbarn ist beantragt, die Region mit den vielen kulturellen und historischen Projekten wie der St.-Annen-Kirche als Weltkulturregion auszuzeichnen.

Klepsch sah wachsende Kontakte zu Tschechien, aber auch Barrieren, die den wechselseitigen Austausch noch beeinträchtigen. In der DDR-Zeit war die Grenze beidseits streng bewacht, sodass kaum Kontakte aufkommen konnten. Der demografische Wandel stellt für Landkreis und Stadt - sichtbar in leer stehenden Gebäuden und Aufgabe des St-Annen-Gymnasiums - gleichermaßen eine gewaltige Herausforderung dar.

Für die Rückreise hatte Franz Moderow noch einen Höhepunkt aufgespart. Durch das Vogtland führte er die Swisttaler zur Göltzschtalbrücke, einer vierstöckigen Bogenbrücke, bei der 26 Millionen Ziegeln verbaut wurden und die zu den erstrangigen Monumenten deutscher Ingenieurkunst zählt.

Bleibt noch zu sagen, dass alle Swisttaler wieder wohlbehalten in ihren Heimatorten aus dem Bus aussteigen konnten und sich auf die nächste Reise der Swisttaler CDU im gleichen Zeitraum vor Ostern freuen.

Pressemitteilung

des CDU-Gemeindeverbands

Swisttal

Die Swisttaler Reisegruppe in Chemnitz. Foto: privat

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