Bürgerversammlung anlässlich des geplanten Neubaugebiets der Gemeinde Urmitz
Entwurf für 87 neue Bauplätze vorgestellt
Die Planerinnen Kathrin Schmidt und Anette Weber sowie Ortschef Norbert Bahl standen in der Peter-Häring-Halle 150 Bürgern Rede und Antwort
Urmitz. 87 neue Bauplätze in Urmitz. Über eine solche Nachricht würden sich viele Familien freuen und das Bauland wäre im Nu ausverkauft. Der Haken: Es wird vermutlich noch vier bis fünf Jahre dauern, bis in dem Planungsgebiet das erste Loch für ein Wohnhaus gegraben werden kann.
Diesen Zeitrahmen wollte auf der Bürgerversammlung im Foyer der Urmitzer Peter-Häring-Halle niemand nennen, denn es war die erste Planung für das Neubaugebiet am südlichen Ortsrand und eine frühe Bürgerinformation. Ortsbürgermeister Norbert Bahl hatte Kathrin Schmidt, beim Bauamt der Verbandsgemeinde Weißenthurm für Planung zuständig, sowie Stadtplanerin Anette Weber vom Planungsbüro Sprengnetter als Referentinnen eingeladen.
Die etwa 150 Bürger brauchten keine spezielle Einladung, sie waren aufgrund von Infos einfach so gekommen, schließlich ist eine Bürgerversammlung eine öffentliche Veranstaltung. Norbert Bahl erklärte die Notwendigkeit des Neubaugebiets: „Es gibt Leute aus dem Ort, die hierbleiben möchten, oder welche, die beruflich nach Urmitz gekommen sind, alle wollen nach Urmitz. Ich könnte bei meinen Sprechstunden jeden Abend fünf Grundstücke verkaufen.“
Warum denn erst jetzt ein Neubaugebiet?
„Weil Urmitz aus der Wasserschutzzone herausgefallen ist und so können wir das Gebiet hinter die vorhandene Bebauung legen, dann wächst der Ort gleichmäßig am Örmser Ring und Obstlehrpfad. Es gibt viele Bürger, die Flächen in dem Plangebiet haben oder kaufen wollen.“
Kathrin Schmidt erläuterte den langen Weg zum Neubaugebiet, der über Öffentlichkeitsbeteiligungen für Flächennutzungsplan, Bebauungsplanänderung geht, die der Urmitzer Gemeinderat und der Verbandsgemeinderat beschließen müssen. Bei den Offenlagen kommen dann Anregungen und Bedenken auch von Trägern öffentlicher Belange, was dann wiederum durch die Gremien muss.
Die VG-Mitarbeiterin bot den Bürgern an, ihnen im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung Mails zu schicken, wenn zu diesen Themen amtliche Bekanntmachungen in „Blick aktuell“ erscheinen. Springender Punkt ist jedoch das Umlegungsverfahren, das die Gemeinde Urmitz anordnen muss und das sie vom Vermessungs- und Katasteramt Osteifel-Hunsrück durchführen lässt. Hierbei werden alle Grundstücksgrenzen aufgelöst und die Flächen neu geordnet, damit sie zweckmäßig bebaubar sind. Hier hatten die Bürger, von denen viele Grundstückseigentümer sind, die meisten Fragen und auch Probleme, die in diesem frühen Stadium natürlich nicht beantwortet oder ausgeräumt werden konnten, da das Verfahren noch nicht mal begonnen wurde. Der Ortsbürgermeister versprach: „Da wird es noch separate Info-Veranstaltungen sowie Einzelgespräche mit Eigentümern geben.“ Anette Weber weiß aus Erfahrung: „So wie er am Anfang war, wird ein Bebauungsplan nie rechtsverbindlich. Um allen gerecht zu werden, wird er mehrfach geändert, so können es auch weniger als 87 Baugrundstücke sein, denn es ist möglich, dass die hinteren Grenzen sich verschieben oder auch wertvolle Biotope auszusparen sind. Das Gebiet kann aber nicht vergrößert werden. Es gibt viele Unwägbarkeiten, das hier ist ein Vorentwurf“, unterstrich sie.
Grundstücke sind im Durchschnitt 400 bis 500 Quadratmeter groß
Warum die neuen Grundstücke im Durchschnitt nur 400 bis 500 Quadratmeter groß sind, wollte ein Bürger wissen: „Das ist eine Reaktion auf die Nachfrage, kleinere Grundstücke sind marktgängiger“, antwortete Norbert Bahl und weiter: „Der Bedarf ist immens hoch. Daher wollte die Gemeinde eigentlich ein größeres Neubaugebiet. Das ging aber nicht, weil eine bestimmte Größe einzuhalten ist, was wohl am grünen Tisch entschieden wurde.“ Nach der offiziellen Bürgerversammlung standen Kathrin Schmidt, Anette Weber und Norbert Bahl noch zu Einzelgesprächen zur Verfügung, wovon reger Gebrauch gemacht wurde.
HEP
Um Infos über das geplante Neubaugebiet zu erhalten, waren etwa 150 Bürger ins Foyer der Peter-Häring-Halle gekommen.
Den Gestaltungsplan für das Neubaugebiet hat das Planungsbüro Sprengnetter entworfen.
