Equal Pay Day: Gleicher Lohn – jeden Tag!
Ahrweiler. Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt weiterhin 16 Prozent weniger als Männer. Anlässlich des Equal Pay Day am 27.02.2026 fordern die SPD Frauen im Kreis Ahrweiler ein wirksames Entgelttransparenzgesetz und konsequente strukturelle Reformen für echte Lohngerechtigkeit.
„Von wegen gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Nach den im November 2025 veröffentlichten Zahlen bleibt die Lohnlücke im Vergleich zum Vorjahr bei 16 Prozent. Dieser Einkommensunterschied ist ungerecht und raubt Frauen Lebenschancen“, so Sandra Sebastian-Berthel von den SPD Frauen.
Wir fordern ein verbindliches Entgelttransparenzgesetz mit klaren Auskunfts- und Kontrollrechten sowie spürbaren Sanktionen bei Verstößen gegen das Gleichstellungsgebot. Zudem braucht es eine deutliche Aufwertung sozialer und pflegerischer Berufe durch flächendeckende Tarifbindung und höhere Mindestlöhne.
„Nur mit transparenten Gehaltsstrukturen, starken Tarifverträgen und einer fairen Bewertung von Sorgearbeit kann das Lohngefälle nachhaltig überwunden werden“, betont die Vorsitzende Susanne Müller, MdL. „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist kein Privileg, sondern ein demokratisches Grundrecht.“
Das Einkommensgefälle ist Ausdruck struktureller Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Noch immer orientieren sich viele Arbeits- und Karrierewege an klassischen männlichen Erwerbsbiografien. Gleichzeitig fehlt es an ausreichender Wertschätzung für systemrelevante Berufe, insbesondere in den Bereichen Erziehung, Gesundheit und Pflege, in denen überwiegend Frauen arbeiten und die vergleichsweise schlecht bezahlt werden.
Frauen sind häufiger in Branchen mit niedrigerem Entgeltniveau beschäftigt, seltener in Führungspositionen vertreten und stoßen noch immer an die gläserne Decke. Geschlechterstereotype in der Berufswahl, steuerliche Fehlanreize, prekäre Beschäftigung, die Teilzeitfalle sowie die unzureichende Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt führen dazu, dass Frauen im Laufe ihres Lebens weniger verdienen und einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt sind.
Lohngerechtigkeit ist dabei nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft. Wenn Frauen systematisch schlechter bezahlt werden, entgehen dem Staat erhebliche Steuereinnahmen und Sozialabgaben. Gleichzeitig steigen langfristig die Belastungen der sozialen Sicherungssysteme. Gleichstellung stärkt hingegen Kaufkraft, soziale Sicherheit und nachhaltige öffentliche Haushalte.
„Mit 84 Prozent lassen wir uns nicht abspeisen“, so die SPD Frauen. „Der Equal Pay Day zeigt jedes Jahr aufs Neue: Gleichstellung ist messbar – und sie ist längst überfällig. Wir kämpfen weiter für echte Lohngerechtigkeit, jeden Tag.“
Pressemitteilung
SPD-Frauen im
Kreisverband Ahrweiler
