Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG zieht Bilanz für 2014
Erfreuliches Jubiläumsjahr trotz anhaltender Niedrigzinsphase
Bilanzsumme stieg auf 787 Millionen Euro – Dividende von sechs Prozent soll bei der Vertreterversammlung vorgeschlagen werden
Meckenheim. 2014 war für die Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG nicht nur das Jubiläumsjahr des 125. Geburtstags, sondern auch wirtschaftlich sehr erfreulich. Die Bilanzsumme stieg um knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 787 Millionen Euro, der Jahresüberschuss sank nur leicht von zwei auf 1,9 Millionen Euro. Und das in einer gerade für die Banken überaus schwierigen Phase mit stark schrumpfenden Zinsmargen. Das erklärten Vorstandssprecher Burkhard Kraus und Vorstandsmitglied Mathias Lutz bei einer Bilanzpressekonferenz im Hotel Zwei Linden in Meckenheim. Der Vertreterversammlung am 23. Juni werde man – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Aufsichtsrat – voraussichtlich wieder eine Dividende in Höhe von sechs Prozent vorschlagen. Darüber könnten sich dann insgesamt 21.292 Mitglieder freuen, die vom Erfolgsmodell einer starken Gemeinschaft überzeugt seien, so Kraus. Dass die Mitgliedschaft bei dem Genossenschaftsinstitut weiterhin attraktiv sei, sehe man an der Tatsache, dass im Jubiläumsjahr 1.259 neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Weil die Bank auch noch für jedes neue Mitglied 12,50 Euro zusätzlich an gemeinnützige Organisationen im Geschäftsgebiet spendete, kamen so insgesamt 15.737,50 Euro zusammen. Alles in allem habe die Bank im vergangenen Jahr mehr als 125.000 Euro an Vereine und Institutionen der Region gespendet, ergänzte Lutz.
„Schließlich wollen wir unserer Region stärken und nicht unser Heil in der Globalisierung suchen“, stellte Kraus klar, der Anfang September 2014 die Leitung der Bank vom langjährigen Vorstandsvorsitzenden Heinz Haubrichs übernommen hatte. Haubrichs war nach 28 Jahren aus der Geschäftsführung der Bank in den Ruhestand verabschiedet worden. An seine Stelle trat Mathias Lutz, der gleichzeitig die Position des Vertriebsvorstandes übernahm. Lutz konnte von einer erfreulichen Geschäftsentwicklung im Kreditbereich berichten, denn die Darlehen an Kunden nahmen um zwölf auf 516 Millionen Euro zu. „Ausschlaggebend dafür war vor allem die Entwicklung im Baufinanzierungsbereich sowie im Geschäft mit den mittelständischen Firmenkunden“, so Lutz, der zudem darauf hinwies, dass die Bank auch noch 130 Millionen Euro an Krediten im Verbundgeschäft betreue. Gerade die Einbindung öffentlicher Fördermittel bei Existenzgründungen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Investitionsvorhaben sowie im Wohnungsbau habe man 2014 weiter ausbauen können. So seien über die Raiffeisenbank 186 öffentliche Fördermittelanträge gestellt worden, was einem Gesamtvolumen von mehr als 12,9 Millionen Euro entspreche. Auf der anderen Seite seien auch die Einlagen der Kunden bei der Bank um 13 auf 600 Millionen Euro gestiegen. Zusammen mit den Geldanlagen, die die Kunden der Bank im genossenschaftlichen Finanzverbund unterhielten, betreue das Institut nun ein Einlagenvolumen von über 965 Millionen Euro und kratze somit an der Milliarden-Grenze.
Doch nicht nur in Bezug auf die Kundenvolumina könne der Vorstand sehr zufrieden sein, auch die Ertragslage sei ein Grund zur Freude. Der Zinsüberschuss sei zwar rückläufig, dafür habe das Provisionsergebnis leicht ausgebaut werden können, und auch die Kosten seien insgesamt gesunken. Allerdings belastet die anhaltende Niedrigzinsphase derzeit die gesamte Bankenbranche und wirke sich auch auf die Raiffeisenbank aus. „Uns trifft die Bankenregulatorik stark“, stellte Kraus fest und rechnete vor, dass man allein dafür 260 Arbeitstage zusätzlich aufwenden müsse. Eineinhalb Mitarbeiter seien praktisch ausschließlich für diesen Bereich zuständig, „das ist für eine Genossenschaftsbank unserer Größenordnung schlichtweg nicht mehr nachvollziehbar“.
Trotzdem blicke die Bank zuversichtlich in die Zukunft, „denn wir haben das richtige Fundament: eine tragfähige Ertragslage, gute Mitarbeiter und eine starke Region“, so Lutz. Dabei berücksichtige man auch die demographischen Trends, etwa indem man mit einem neuen Team von „Generationenberatern“ ab April die Dienstleistungen rund um die persönliche Vorsorge vervollständige. „Die Generationenberatung bietet den Kunden über alle Lebensphasen hinweg eine Beratungsleistung, die über den üblichen Rahmen einer Bank hinausgehen und bislang einzigartig im Geschäftsgebiet ist“, erläuterte Lutz das Konzept. Dabei gehe es nicht um Zahlen, Zinsen und Renditen, sondern um Vertrauen, Vorsorge, Gesundheit und die Planung der eigenen Zukunft. Ohnehin nehme die Bank ihre Verantwortung für die Region und die dort lebenden Menschen sehr ernst, indem man Arbeits- und Ausbildungsplätze und damit Kaufkraft schaffe. Immerhin beschäftige die Bank 190 Mitarbeiter, davon 20 Auszubildende. 2015 würden erneut sechs junge Menschen die Ausbildung bei der regionalen Genossenschaftsbank beginnen. „Wir legen sehr großen Wert auf die Qualifikation unserer Mitarbeiter und investieren kontinuierlich in unserer Service- und Beratungsqualität“, so Kraus. So hätten sich die Mitarbeiter allein im vergangenen Jahr an und 600 Seminartagen extern weitergebildet. Fortschritte gebe es auch beim Umbau des Raiffeisenhauses in Rheinbach, der 2014 begonnen habe. Neben notwendigen Sanierungs- und Energiesparmaßnahmen investiere man auch in ein neues Erscheinungsbild am Marktplatz Rheinbach und passe die Räumlichkeiten an die neue Organisationsstruktur an. Kraus hofft, dass man Mitte des Jahres mit den umfangreichen Renovierungsmaßnahmen fertig sei, denn davon profitierten vor allem die Kunden. Die Einrichtung eines Immobiliencenters in der Raiffeisen-Passage solle zudem für mehr Belebung in diesem Bereich sorgen.
