Politik | 25.06.2013

Nach dem Hochwasser: Gemeinde Wachtberg bietet den stark Betroffenen Unterstützung an

Ergriffene Maßnahmen hielten die Schäden überschaubar

Diesen schmalen Durchlass in der Brücke, in dem sich auch noch Treibgut verkeilen kann, sehen viele Anwohner des Mehlemer Baches als eine der Hauptursachen für die Überschwemmung an.

Wachtberg. Auch Tage nach dem Hochwasser entlang des Mehlemer Baches sind die Aufräumarbeiten noch im Gange. Ein schweres Gewitter, bei dem innerhalb von 45 Minuten stolze 75 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen wurden, hatte den Bach, der im Normalfall nur ein schmales Rinnsal ist, am vergangenen Donnerstag in einen reißenden Fluss verwandelt. Bürgermeister Theo Hüffel sprach im Gespräch mit „Blick aktuell“ von einem ähnlich starken Ereignis wie vor drei Jahren, doch diesmal seien die Schäden erheblich geringer ausgefallen. Dazu hätten nach seiner Ansicht auch die Maßnahmen beigetragen, die in Folge der ersten Hochwasserkatastrophe im Juni 2010 getroffen worden seien. „Aber letztlich handelt es sich hier um Naturereignisse, die man mit keiner Maßnahme der Welt verhindern kann“, sagt er. Immerhin wurde festgestellt, dass die aktualisierte Hochwassergefahrenkarte der Bezirksregierung Köln stimme, denn es sei ziemlich genau das eingetreten, was darin für solch ein Ereignis vorhergesagt werde.

Anwohner sollen auch vorsorgen

Den Anwohnern an den neuralgischen Stellen riet er allerdings, selbst auch Vorsorgemaßnahmen an ihren Häusern zu treffen. Einige hätten das nach 2010 beherzigt und wasserdichte Fenster und Türen eingebaut. Mit Erfolg, denn dort blieb das Wasser draußen und „nur“ der Garten wurde überschwemmt. Ein Mindestmaß an Eigenvorsorge müsse den betreffenden Anwohnern schon zugemutet werden, denn schließlich wüssten sie spätestens jetzt, dass sie an einer hochwassergefährdeten Stelle leben. Der Katastropheneinsatz selbst sei optimal gelaufen, so Hüffels Einschätzung. Gemeindeverwaltung, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk hätten prima zusammengearbeitet und dazu beigetragen, dass die entstandenen Schäden in sehr kurzer Zeit behoben worden seien. Sehr erfreut sei er, dass auch die Wehren aus den umliegenden Kommunen Rheinbach, Swisttal, Euskirchen und Bornheim in Wachtberg ausgeholfen hätten. „Vor dem ersten Hochwasser vor drei Jahren hätte sich niemand eine solche Situation überhaupt vorstellen können, und alle waren damals ein wenig überrascht und mussten sich die Vorgehensweise während der Krise mühsam erarbeiten. Auf diese Erfahrungen konnten wir diesmal zurückgreifen. Die eingeübten Mechanismen haben gegriffen und so den Umgang mit der Katastrophe erleichtert.“

Betroffene sollen Hotline anrufen

Hüffel ermutigte auch besonders stark Betroffene, sich bei der eigens eingerichteten Hotline im Rathaus unter Tel. (02 28) 9 54 41 82 zu melden. „Wir tun, was wir können, um die Notlage zu lindern“, versprach er. Wer etwa keine Unterkunft habe, weil seine Wohnung überflutet sei, werde von der Gemeinde vorübergehend untergebracht. Auch bei den Aufräumarbeiten könne Hilfe angeboten werden. So gibt es die Möglichkeit, Mitarbeiter der „Neuen Pfade“ aus Rheinbach im Rahmen von Ein-Euro-Jobs für alle anfallenden Arbeiten zu engagieren, wie vor drei Jahren schon geschehen. Zudem werde ein Spendenkonto für die Hochwasseropfer eingerichtet, und das dort eingehende Geld werde er zeitnah den am schlimmsten Betroffenen aushändigen. Hüffel selbst und seine Mitarbeiter haben zahlreiche kritische Situationen in Film und Foto dokumentiert, die nun der Bezirksregierung als zuständige Fachplanungsbehörde für den Hochwasserschutz zur Verfügung gestellt werden. „Wir werten das gemeinsam aus, und überlegen, welche weiteren Maßnahmen man ergreifen kann, um solche Schäden für die Zukunft nach Möglichkeit zu verhindern.“

Mehr Retentionsräume schaffen

Einem Hochwasser-Rückhaltebecken oberhalb von Oberbachem, wie es beispielsweise Bachanwohner Stefan Degen forderte, erteilt der Bürgermeister aber schon jetzt eine Absage: „Es gibt kein Becken, das solche Wassermassen aufhalten kann, das haben die hydraulischen Berechnungen nach dem ersten Hochwasser ergeben.“ Er werde sich aber für viele kleine, abgestimmte Maßnahmen aussprechen, die durchaus etwas bewirken könnten. Beispielsweise will er mehr Retentionsräume schaffen, in die sich das Wasser bei solch einer Sturzflut zurückziehen könne. Dafür müsse die Gemeinde nach und nach Flächen entlang des Mehlemer Baches aufkaufen und anschließend zu solchen Retentionswiesen umgestalten. An zwei Stellen sei dies in der Vergangenheit bereits geschehen. Auch an der Brücke an der Alten Konrad-Adenauer-Straße müsse dringend etwas geschehen, gab Hüffel zu. Die ist so stark vom Hochwasser mitgenommen, dass sie vorläufig für den Verkehr gesperrt ist. Für die Wiederherrichtung wird auch über eine Vergrößerung des Durchlasses nachgedacht. Doch das liege nicht allein in der Hand der Gemeinde, sondern müsse erst von der Bezirksregierung genehmigt werden. „Wir können nicht einfach den Durchlass vergrößern, weil das auch Auswirkungen auf die darunterliegenden Regionen hat.“

Spendenkonto für Hochwasseropfer

Das Spendenkonto für die Wachtberger Hochwasserhilfe ist eingerichtet bei der Kreissparkasse Köln, Bankleitzahl 370 502 99, Kontonummer 056 000 177, Stichwort „Hochwasserhilfe“.

Diesen schmalen Durchlass in der Brücke, in dem sich auch noch Treibgut verkeilen kann, sehen viele Anwohner des Mehlemer Baches als eine der Hauptursachen für die Überschwemmung an.
Für den Verkehr gesperrt ist die Brücke an der alten Konrad-Adenauer-Straße in Niederbachem. Sie muss wohl komplett erneuert werden.

Für den Verkehr gesperrt ist die Brücke an der alten Konrad-Adenauer-Straße in Niederbachem. Sie muss wohl komplett erneuert werden.

Diesen schmalen Durchlass in der Brücke, in dem sich auch noch Treibgut verkeilen kann, sehen viele Anwohner des Mehlemer Baches als eine der Hauptursachen für die Überschwemmung an.

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