Bündnis für Frieden und Demokratie veranstaltete Gedenken zum 8. Mai 1945
Erinnerung mit Abstand
Remagen. In Corona Zeiten ist alles anders. Das sonst aktive ehrenamtliche Leben ist zum großen Teil zum Erliegen gekommen.
Eigentlich hatte das Friedensbündnis eine große Veranstaltung an der Kapelle geplant, um an den 8. Mai zu erinnern, aber auch um sein 10-jähriges Bestehen zu feiern, dessen Gründung genau vor 10 Jahren mit einer großen Auftaktveranstaltung gefeiert worden war. Erste Proteste gegen Rechtsextremismus hatten Mitglieder des jetzigen Bündnisses bereits 2005 organisiert, als Rechtsextreme einen Gedenkmarsch durchführten, obwohl oder gerade weil am selben Tag ein Veteranentreffen mit ehemaligen amerikanischen Soldaten stattfand.
Dieses Jahr, durch die Pandemie eingeschränkt, veranstaltete das Bündnis für Frieden und Demokratie Remagen wenigstens eine Erinnerungsstunde an den Tag der Befreiung vom 8. Mai.1945. „Andere, wichtige Themen dürfen nicht hinter Corona verschwinden, der 75. Jahrestag zum Kriegsende gehört unbedingt dazu“, so Michaela Schmitt aus dem Sprecherteam des Bündnisses.
Die angemeldete Versammlung fand an der Friedenskapelle, Joseph-Rovan-Allee, unter den vorgegebenen Abstandsregeln statt.
Wie bereits in 2015 griff das Bündnis die Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker als Thema auf.
‚Die Rede ist in Zeiten, in denen immer mehr Menschen einen Schlussstrich unter die Erinnerung an den Nationalsozialismus und den 2. Weltkrieg fordern, wieder hoch aktuell. Trotz der aktuellen Krise wollte das Bündnis am 8. Mai, mit 75 Jahren Abstand zum Kriegsende, mit 35 Jahren Abstand zur Rede von Weizsäckers und mit Abstand untereinander, an der Friedenskapelle an diese Jahrestage erinnern‘, so das Sprecherteam in der Einladung an die Bündnismitglieder. Sie wurden dabei gebeten, Zitate aus der Rede an die Veranstalter zu schicken und somit einen aktiven und sehr persönlichen Beitrag zu Aufklärung und Erinnerung zu leisten. Das Sprecherteam organisierte die Veranstaltung mit einem großen Banner, das ähnlich wie am Tag der Demokratie an der Kapelle befestigt wurde. Vor dem Banner standen dann die eingeladenen Bündnismitglieder, die die Zitate auf Plakaten mit Edding aufgeschrieben hatten.
Zusätzlich hatte Rita Kupfer, im Sprecherteam des Bündnisses, Zeitungsausschnitte vom Protest 2005 und der Gründung des Bündnisses 2010 auf einem Infotisch ausgelegt.
Die Sprechergruppe hatte im Vorfeld auf eine Ankündigung verzichtet, um die Versammlung nicht zu groß werden zu lassen. Viele Vorbeigehende und -fahrende haben kurz halt gemacht, um sich - mit Abstand – zu informieren.
Nach einer guten Stunde wurde die Versammlung von der zufriedenen Sprechergruppe aufgelöst.
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Interessierte auf der Homepage des Bündnisses und auf Facebook.
Pressemitteilung des Bündnis für Frieden und Demokratie, Remagen
Vor dem Banner wurden Plakate mit Zitaten ausgelegt.

Vielen Dank für die Aktion und die Erinnerungsarbeit!
Diese Erinnerungsarbeit ist weiter bitter nötig. Gerade weil
reaktionäre Krafte diese Erinnerungsarbeit am liebsten dem
'Reich des Vergessens' überantworten würden.
Der 9.November 1989 ist der wahre Tag der Befreiung, nicht nur für Deutschland!
Oh, lieber Himmel, ist denn sowas menschenmöglich?