Bürgerinitiative „lebenswerte Stadt“
„Es muss rasch gehandelt werden“
Namhafte Initiativen machen sich dafür stark, dass Ahrtal in Puncto Wiederaufbau als Modellregion aufzustellen Positionspapier liegt Landesbehörden vor - Stammtische sollen ab Oktober auch Bevölkerung informieren
Bad Neuenahr-Ahrweiler.Die Spur des Todes und der Verwüstung, die die Flut über das Tal der Ahr brachte, ist dramatisch. Nun muss rasch gehandelt werden, zumal der Winter vor der Türe steht. Doch es müsse auch überlegt und nachhaltig gehandelt werden: dafür machen sich bislang acht namhafte Institutionen und Vereinigungen auf Initiative der BI „lebenswerte Stadt“ Bad Neuenahr-Ahrweiler stark. Sie fordern in einem Positionspapier, dass das Tal als Gesamtheit gesehen und zu einer Modellregion ausgebaut wird, die unter ökologischen, touristisch-wirtschaftlichen und baukulturellen Aspekten ein Leuchtturmprojekt wird.
In ihrem Papier stellen die Unterzeichner:innen unterschiedliche Forderungen zusammen. Zuallererst und vor allem gelte es, Erkenntnissen über Wasserfluss und Umweltaspekten Rechnung zu tragen, bevor erneut Baugebiete ausgewiesen werden - wie schon in Bad Neuenahr-Ahrweiler geschehen - und Straßen in Uferregionen wiederhergestellt werden. Neue Hochwasserkataster und Nutzungspläne seien zu erstellen. Sie müssten Grundlage für Bebauungspläne, für alternative Konzepte zu Energiegewinnung und solche zur Zukunft der Dörfer und Städte sein.
Aber auch baukulturelle-stadtplanerische und touristisch-wirtschaftliche Kriterien seien an die Vergabe der Wiederaufbaugelder zu knüpfen. „Es muss in so touristischen Gebieten, wie dem Ahrtal, einfach Zonen geben“, so die Unterstützer, „in denen es eben nicht egal ist, wie wieder aufgebaut wird!“.
Das ist die Chance, die Attraktivität der Region zu steigern und modellhaft das Tal in all seiner Vielfalt zu stärken. Das, was die Region ausmacht, das Regionaltypische, Identitätsstiftende und Unverkennbare muss hervorgehoben werden, Neues sich harmonisch einfügen. Sorgen bereiten den Unterzeichner:innen auch die vielen Abrisse, die vielfach über´s Knie gebrochen werden. Was weg ist, ist weg. Hierbei gehe wichtiges Kulturgut und Denkmalwürdiges verloren, ohne möglichen Erhalt oder Rettungsmaßnahmen ausreichend geprüft zu haben.
„Natürlich gibt es drängend viele Bedürfnisse, denen rasch nachgekommen werden muss, keine Frage!“ so das Papier – aber es fragt auch nach einer zukunftsweisenden Vision, die dem Wiederaufbau zugrunde liegt und die letztlich allen im Tale zugute kommt. Nur, wenn das Tal aus der Katastprohe gestärkt und attraktiv hervorgehe, sei allen gedient.
Das Papier liegt auf Landesebene und der Kommunalpolitik vor, um auch bei der Wiederaufbaukommission Widerhall zu finden. Die Inhalte sollen nun in regelmäßigen Stammtischen im Stadtgebiet und im oberen Ahrtal vorgestellt werden. Das Positionspapier kann auf www.lebenswertestadt.jimdo.com nachgelesen werden.
Pressemitteilung
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„lebenswerte Stadt“
