Ernst Einig legt sein Amt als Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Mendig nieder
„Es war eine zeit- und arbeitsintensive, aber auch sehr schöne Zeit!“
Mendig. Nach 28 Jahren legte der Vorsitzende des Mendiger CDU-Stadtverbands Ernst Einig sein Amt im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 19. August nieder und übergab das Zepter an seinen Nachfolger Stefan Schneider. Heute zählt der CDU-Stadtverband 123 Mitglieder.
BLICK aktuell sprach mit t Einig über seine ehemalige und zukünftige kommunalpolitische Arbeit.
„Was waren die größten Aufgaben, die Sie gemeinsam mit ihrem Vorstand in der letzten Wahlperiode bewältigt haben?“
Ernst Einig: „Zu den Hauptaufgaben in den vergangenen zwei Jahren, genauer gesagt in den vergangenen 23 Monaten zählten die Landtagswahl 2016, die Landratswahl 2016, die Vorbereitung für die Bundestagswahl 2017, die Vorbereitungen für die VG-Bürgermeisterwahl 2017, die Realisierung von zwei Frühjahrsempfängen für 2016 und 2017 sowie die Vorbereitungen und Durchführungen von 12 Vorstandssitzungen.“
„Wie viele Mitglieder hatte der CDU-Stadtverband vor 28 Jahren?“
Ernst Einig: „Als ich damals anfing waren es 88, das heißt wir können bis dato einen Zuwachs von 40 Prozent verzeichnen. Zum Vergleich: Bundesweit gehen die Mitgliederzahlen bei den etablierten Parteien seit Jahren deutlich zurück. 1989 befand die CDU sich in Mendig nach verlorener Stadtratswahl allerdings auf einem Tiefpunkt. Damals waren wir mit nur sieben Fraktionsmitgliedern im Stadtrat vertreten.“
„Und wie ging es dann weiter?“
Ernst Einig: „Mein damaliger Vorgänger Heinz Lempertz legte nach 16 Jahren den Vorsitz nieder und mit ihm fast der gesamte Vorstand. Somit starteten wir mit neuer Mannschaft in die politische Zukunft. Ein halbes Jahr später löste Achim Diensberg den damaligen Fraktionsvorsitzenden Felix Krayer im Stadtrat ab. Mit ihm gemeinsam verfolgte der Stadtverband fast 20 Jahre lang eine erfolgreiche Arbeit, die Ihresgleichen sucht. Bereits viereinhalb Jahre nach unserem Neuanfang bei der Kommunalwahl im Juni 1994 konnte die CDU drei Sitze mehr im Stadtrat erreichen und fünf Jahre später im Jahre 1999 mit 13 Sitzen nicht nur die absolute Mehrheit gewinnen, sondern auch zum ersten Mal in der Geschichte von Mendig mit Achim Diensberg einen CDU-Stadtbürgermeister stellen.
Bei der Kommunalwahl 2004 war sogar noch eine Steigerung drin, nämlich von 14 auf 24 Sitze! Durch unsere absolute Mehrheit konnten wir dann auch drei Beigeordnete aus den eigenen Reihen wählen.
„Wir haben viel auf den Weg gebracht“
In den zehn Jahren, in denen die CDU mit Achim Diensberg an der Spitze die Stadt regierte, ist in Mendig – wie heute noch überall sichtbar – mehr passiert und auf den Weg gebracht worden, als in den 30 Jahren zuvor unter Ludwig Bell und in den letzten acht Jahren unter Hans Peter Ammel.“
„Was zählte denn zu den Neuerungen unter der CDU-Führung?“
Ernst Einig: „Baulanderschließung, Gewerbeansiedlung, Eröffnung eines Kinderhortes, die Komplettsanierung des Schwimmbads, der Ausbau und die Erneuerung Brauerstraße sowie der Neubau und die Eröffnung des Lavadome, um nur einige zu nennen.“
„Sie sind seit 1994 Mitglied im Stadtrat, waren von 1994 bis 1999 und sind von 2004 bis heute Mitglied im VG-Rat sowie seit 2004 bis dato im Kreistag vertreten. Als Fraktionsvorsitzender amtierten sie im Stadtrat von 2002 bis 2012, davon einige Jahre in doppelter Funktion, nämlich als Partei- und Fraktionsvorsitzender. Wie erklären Sie sich im Nachhinein die Wahlniederlage der CDU bei der Kommunalwahl 2009?“
Ernst Einig: „Da hierbei private und persönliche Umstände von verschiedenen Mitstreitern eine Rolle gespielt haben, bitte ich um Verständnis, dass ich die Einzelheiten und Gründe, die zu dieser herben Wahlniederlage geführt haben, nicht mehr weiter kommentieren möchte. Fakt ist jedoch: Die Bürgermeisterposition ging wieder an die SPD, im Stadtrat konnten wir mit elf Sitzen immer noch die stärkste Fraktion stellen, neben der SPD mit zehn Mandaten, den Grünen mit zwei und der FDP mit einem, hatten aber durch die Koalition der übrigen Parteien keine Mehrheit im Stadtrat und somit auch keine Möglichkeit, einen oder mehrere Beigeordneten zu stellen. Dies änderte sich auch bei der letzten Kommunalwahl nicht mehr. Die Kräfteverhältnisse sind quasi noch die gleichen.“
„Was waren die Aufgaben und auch die Highlights in Ihrer Zeit als Stadtverbandsvorsitzender?“
Ernst Einig: „Besonders stolz bin ich auf die erfolgreiche Wiederbelebung der Jungen Union in den 90er-Jahren, aus der unser heutiger VG-Bürgermeister Jörg Lempertz hervorgegangen ist, und ebenso auf die Neugründung der Frauen Union in Mendig, die bis heute sehr rührig die politische Arbeit der CDU ergänzt. Die Gründung der Senioren Union ist zwar nicht mein Verdienst, dennoch bin ich als CDU-Vorsitzender stolz darauf, einen solch erfolgreichen Verband in unserer Organisation zu haben. Wie bereits angedeutet: erfolgreiche Mitgliederwerbung und Eingliederung vieler Bürger und politischer Freunde in die CDU-Arbeit vor Ort. Die Durchführung und Organisation der jährlich wiederkehrenden Neujahrsempfänge bis 2015 – seit 2016 Umstellung auf Frühlingsempfang. Die Vorbereitung und Organisation vieler Wahlkämpfe auf allen Ebenen, insbesondere der sehr aufwendigen Kommunalwahlen. Dazu zählten die Suche nach geeigneten Kandidaten sowie der Antrieb und die Motivation aller Mitglieder zum gemeinsamen Wahlkampf. Ebenso arbeitsintensiv war die Unterstützung der Kandidaten bei Europa-, Bundes- und Landtagswahlen und nicht zuletzt die Durchführung von vielen Hundert Vorstands-und Fraktionssitzungen.
Ein besonderes Highlight war unsere Feier und Veranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der CDU Mendig, verbunden mit dem ersten Wahlkampf von Hedi Thelen als Landtagskandidatin. Ich erinnere mich heute noch gerne an diese Kampagne: Modenschau der CDU-Familie mit Unterstützung des Modehauses Mintgen, Festveranstaltung in der Laacher See-Halle, Festzeitschrift mit vielen Bildern und Beiträgen aus dem Archiv des CDU-Stadtverbands und der gemeinsame Besuch mit Hedi Thelen beim damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Last but not least, besuchte ich als Repräsentant der Mendiger CDU unzählige Veranstaltungen im vorpolitischen Raum, folgte vielen Einladungen und lernte dabei ebenso viele, zum Teil sehr interessante Menschen kennen.“
„Was hat Sie denn nun dazu bewogen, Ihren Vorsitz nieder zu legen?“
Ernst Einig: „Nachdem ich vor acht Jahren, als wir die Wahl verloren hatten, mehr oder weniger aus der Not heraus das Amt wieder übernahm, da sich in unseren Reihen kein Kandidat dafür fand, habe ich bereits gesagt, dass ich für den Vorsitz bis zur nächsten Wahl bereit stünde. Mein Bestreben war, die damaligen Wogen zu glätten und wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Meine Suche nach einem geeigneten Nachfolger war jedoch erst vor einigen Monaten mit meinem Parteifreund Stefan Schneider von Erfolg gekrönt.“
„Wie geht es denn jetzt für Sie weiter? Ernst Einig ohne aktive Kommunalpolitik ist eigentlich nur sehr schwer vorstellbar – oder?“
Ernst Einig: „Seitdem ich vor zweieinhalb Jahren in den vorzeitigen Ruhestand gegangen bin, engagiere ich mich vermehrt auf ehrenamtlicher Basis. So bin ich jede Woche im Kaffee Kunterbunt in der Flüchtlingsorganisation aktiv und engagiere mich in der Pfarrgemeinde St. Cyriakus unter anderem als Lektor und bei der Planung für die Kommunionhelfer. Außerdem bin ich nach wie vor im Stadtrat und im VG-Rat sowie im Kreistag und vielen verschiedenen Gremien aktiv. Die Tatsache, dass ich mich nun nicht mehr den zeit- und arbeitsintensiven Aufgaben für den CDU-Stadtverband widmen muss, gibt mir nun endlich die Möglichkeit, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Nachdem auch meine Frau beruflich wesentlich kürzertritt, genießen wir unseren gemeinsamen Ruhestand nun mit unseren Kindern und Enkelkindern.“
„Vielen Dank für das Gespräch!“
FRE
Ernst Einig in der Anfangszeit seiner politischen Tätigkeit in Mendig. Foto: privat Foto: Sonja
