Schienengüterverkehr im Mittelrheintal
FDP spricht sich für Tunnel aus
Liberale möchten als ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben
Bendorf. Die FDP Bendorf befasst sich schon seit geraumer Zeit mit dem vom Schienengüterverkehr ausgehenden Verkehrslärm am Mittelrhein. Man favorisiert als Lösung eindeutig die Tunnelvariante zwischen Siegburg und Wiesbaden, die bereits seit 2012 als Vorschlag zum Bundesverkehrswegeplan dem Bundesverkehrsministerium von kompetenter dritter Seite vorliegt.
Der FDP-Stadtverband Bendorf, sowie der Stadtverband Vallendar und der Verbandsgemeindeverband Weißenthurm sind der Meinung, dass nur ein Tunnel die Probleme löst und so das Weltkulturerbe Mittelrheintal nachhaltig vom Lärm entlastet wird. Dem schließt sich uneingeschränkt der Direktkandidat für die Bundestagswahl, Florian Glock, an.
Eine alternative Trasse würde nur die Probleme verlagern und wäre verbunden mit einem riesigen Ressourcenverlust an heute noch unbebauter Natur. Sämtliche vor Lärm schützenden Maßnahmen wie bisher vorgeschlagen mindern denselben, aber verhindern ihn nicht. Zumal verkehrspolitisch unstrittig ist, dass der Schienengüterverkehr am Mittelrhein unter anderem durch den neuen Gotthard-Tunnel wesentlichen Zuwachs erfahren wird.
Schon heute – so die TH Bingen – fahren rechtsrheinisch Tag für Tag, oder besser Nacht für Nacht, zwischen 22 und 6 Uhr 100 Güterzüge durchs Mittelrheintal. Das ergibt einen Takt von knapp fünf Minuten.
Aber es ist nicht nur ein akustisches, sondern auch ein optisches Problem. Es ist einem Weltkulturerbe unwürdig, wenn sich ein Güterzug nach dem anderen durch das Rheintal schlängelt und so die viel gepriesene Rheinromantik zerstört. Der Tunnel hätte aber noch eine weitere äußerst positive Begleiterscheinung, sollte er bis 2031 in Betrieb gehen: die BUGA 2031. Viele neue, positive Möglichkeiten würden sich eröffnen, angefangen mit dem Einsatz von Sonderzügen auf der für den Personennahverkehr verbleibenden alten Trasse. Der Nahverkehr könnte für die Anwohner und Besucher mit kürzeren Taktzeiten attraktiver und damit umweltfreundlicher gestaltet werden. Der Individualverkehr für die Gäste der BUGA 2031 und der Individualverkehr in die Zentren Rhein-Mosel und Rhein-Main würden auf die Schiene verlagert.
Rein wirtschaftlich ist noch hinzuzufügen, dass der Tunnel als Mautstrecke betrieben werden sollte, ähnlich dem Euro-Tunnel zwischen Dover und Calais. Diese Kosten würden sich durch die Halbierung des Zeitaufwands für den Nutzer rechnen, sodass auch gesellschaftspolitisch kein Nachteil entstünde.
Diesem vom FDP-Stadtverband Bendorf über den Bezirksverband gestellten Antrag hat der Landesparteitag der Liberalen jüngst im Kern entsprochen und für eine Machbarkeitsstudie als ersten Schritt einer langfristigen Lösung für das Lärmproblem am Mittelrhein gestimmt. Bleibt zu hoffen, dass man mit dieser Meinung nicht allein bleibt und den betroffenen Bürgern bald Licht am Ende des Tunnels signalisiert wird.
Pressemitteilung des
FDP-Stadtverbands Bendorf
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