Dierdorfer Verbandsgemeinderat genehmigte einstimmig den Etatplan für 2018
Fast 600.000 Euro Haushaltsüberschuss
Fraktionen äußerten sich positiv – Energie GmbH bleibt ein Sorgenkind
Dierdorf. Einstimmig beschloss der Dierdorfer Verbandsgemeinderat den Haushaltsplan für 2018. Kein Wunder, schließt der doch mit einem Überschuss von fast 600.000 Euro ab. So bleiben auch die Zahlungen der Ortsgemeinden an die Verbandsgemeinde konstant bei 36,9 Prozent. Für Investitionen ist keine Kreditaufnahme geplant und das Eigenkapital der VG steigt auf 19 Millionen Euro. Der Grund sind höhere Steuereinnahmen.
Angegangen werden muss, so Bürgermeister Horst Rasbach, das Dach der Schulturnhalle in Großmaischeid und die Grundschule in Dierdorf. Hier hofft die Verwaltung auf Zuschüsse durch das kommunale Investitionsprogramm 3.0, wobei aber der Kreistag entscheidet, wo wie viel Geld hinfließt.
„Wir sind angetan von diesem Haushalt“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Rosemarie Schneider, „und es wäre super, wenn die Entscheidung für die Schule Großmaischeid fiele und wir in die Förderung kämen.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Wagner meinte: „Wir sind solide unterwegs und freuen uns, dass der Haushalt Struktur hat und wir auch die Umlage stabil halten können. Die Vergnügungssteuer bringt deutliche Mehreinnahmen, die sich 2018 wohl noch erheblich steigern.“
Stabil ist auch der Haushalt des Eigenbetriebs Wasserversorgung- und Abwasserentsorgung, wobei es für manchen Bürger jedoch eine Erhöhung gibt: Der Stundenlohn für geleistete Arbeiten steigt von 45 auf 66 Euro. Außerdem bekommen säumige Zahler einen Stauschalter hinter die Wasseruhr eingebaut: „Das Wasser fließt dann nicht mehr, sondern tröpfelt nur noch“, erläuterte Horst Rasbach, „und für diese Arbeiten werden dann 66 Euro Stundenlohn berechnet.“
Sorgenkind ist nach wie vor kommunale Energie GmbH
Der Rechnungsprüfungsausschuss hat die VG-Jahresrechnung für 2016 geprüft und keinerlei Beanstandungen festgestellt, so dass dem VG-Vorstand vom Rat einstimmig Entlastung erteilt wurde.
Sorgenkind ist nach wie vor die kommunale Energie GmbH, die in Dierdorf Heizkraftwerk und Fernwärmesystem betreibt. Obwohl es 2016 einen kleinen Überschuss gab, meinte Markus Wagner: „Die Kuh ist noch nicht vom Eis, die Situation ist nach wie vor schwierig.“ Denn die Verbandsgemeinde hatte 2016 auf 55.000 Euro Pachtzahlungen verzichtet, weil es sonst das Aus für die Energie GmbH bedeutet hätte. „Wir hoffen, dass sich die Finanzen 2017 wesentlich verbessern“, unterstrich Horst Rasbach und verwies auf zahlreiche Bürger und Unternehmen, die ihr Interesse für die Fernwärme bekundet haben. Denn für sie gibt es jetzt ein finanzielles Bonbon. „Die jetzt mitspielen bekommen günstige Konditionen, später aber nicht mehr“, informierte Rosemarie Schneider, „wir müssen Preise subventionieren, sonst kommen wir nicht kostendeckend klar.“
So auch Markus Wagner: „Pokern lohnt nicht. Eine Lösung muss jetzt einfach gelingen. Wir greifen in die Kasse der VG rein, jeder Bürger muss bezahlen und wir schieben einen Verlust vor uns her.“
Bürgermeister Horst Rasbach ließ über die Jahresrechnung 2016 und das weitere Verfahren abstimmen und versicherte, dass er in der Gesellschafterversammlung der Energie GmbH nach Weisung des VG-Rats handelt. HEP
