Politik | 16.03.2016

Schnelles Internet für die VG Unkel noch in diesem Jahr

Flächendeckender Ausbau von schnellem Internet

Bruchhausener Gewerbegebiet von der Eigenausbauerklärung der Telekom ausgeschlossen

Unkel. Die Unkeler Kommunen Rheinbreitbach, Bruchhausen und Unkel kommen noch in diesem Jahr in den Genuss des schnellen Internets. „Die Telekom hat für die Stadt und die drei Gemeinden eine Eigenausbauerklärung abgegeben, nach der sich das Unternehmen zum flächendeckenden Ausbau verpflichtet“, berichtete der Unkeler Amtsleiter Jörg Harperath auf der jüngsten Sitzung des VG-Rates. In den drei genannten Kommunen seien bereits 2.500 Haushalte ans Netz gegangen, die übrigen würden bis Ende diesen Jahres angeschlossen. Dafür wird die Telekom im telefonischen Vorwahlbereich (0 22 24) rund 30 Kilometer Glasfaser verlegen und 29 Multifunktionsgehäuse aufstellen, oder mit modernster Technik ausstatten, sodass die Haushalte in Unkel, Rheinbreitbach und Bruchhausen Vectoring-fähig werden.

Datenturbo Vectoring

Vectoring ist ein Datenturbo für das VDSL- Netz. Im Vergleich zu einem bisherigen VDSL- Anschluss (Very High Speed Digital Subcriber Line) verdoppelt sich das maximale Tempo beim Herunterladen auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBits/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich das Tempo sogar auf bis zu 40 Mbit/s. Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos im Internet. Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind.

Eine Eigenausbauerklärung liegt auch für Erpel vor, Schwachstelle ist dort aber das Neubaugebiet Leitzberg“, erklärte Jörg Harperath. Spätestens bis September 2018 sollen die Haushalte aber auch dort über schnelles Internet verfügen. Vorteil des Eigenausbaus durch die Telekom: Die Arbeiten sind für die Bürger und Kommunen kostenneutral. Ausgenommen ist lediglich das neue Bruchhausener Gewerbegebiet. Dort greife das Förderszenario, dessen Höhe allerdings noch nicht beziffert werden könne. „Das Internet ist für Familien und Unternehmen heute ein absolutes Muss“, so VG-Chef Karsten Fehr. Nur Kommunen, die eine moderne digitale Infrastruktur besäßen, seien für Familien und Unternehmen attraktiv.

Windpark: EVM-Anträgen zu Vertragsänderung nicht zugestimmt

Nicht in öffentlicher Sitzung behandelt wurde der Wunsch der Energieversorgung Mittelrhein (EVM), die vor drei Jahren mit den vier Kommunen Rheinbreitbach, Bruchhausen, Erpel und Unkel, sowie der VG geschlossenen Verträge hinsichtlich des geplanten Windparks am Asberg zu ändern.

In diesen hatte sich der potenzielle Investor verpflichtet, alle Kosten für die Planung inklusive der Gutachten zu übernehmen. Auf Anfrage von Blick Aktuell teilte Karsten Fehr am Freitagvormittag mit, dass die Mandatsträger mehrheitlich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung gefolgt seien, einer von der EVM gewünschten Änderung der Verträge nicht zuzustimmen, nach der sie sich an den Kosten hätten beteiligen sollen.

Im Vorfeld hatte die EVM mitgeteilt, dass sie sich in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess mit den beteiligten Kommunen zur inhaltlichen Anpassung der bestehenden Verträge befinde. Äußerst überrascht hatte sich allerdings Unternehmenssprecher Christian Schröder gezeigt, dass dies bekannt geworden war. Man wolle sich zum jetzigen Zeitpunkt lediglich über vorgeschlagene Anpassungen in den Verträgen angesichts der veränderten Rahmenbedingungen mit den betreffenden Kommunen abstimmen, hatte er erklärt.

Seit der Unterzeichnung der Verträge seien drei Jahre vergangen, in denen die Parteien gemeinsam an der Planung des Windparks auf dem Asberg und der Aufstellung eines Flächennutzungsplans für die Windenergienutzung in der VG Unkel gearbeitet hätten. Seit Vertragsabschluss habe sich nicht nur der Zeitplan des Projekts grundlegend verändert, sondern auch etliche weitere Parameter. So sind von den ursprünglich untersuchten 16 Standorten maximal fünf übrig geblieben, von denen zwei am „Auge Gottes“ liegen, ein Standort, der für Karsten Fehr nicht in Betracht kommt.

Die Frage, ob das Projekt angesichts der dann nur noch drei möglichen Windräder überhaupt noch wirtschaftlich darstellbar sei, hatte die EVM in der Vergangenheit nicht beantwortet.

„Bislang hat die Planung vor allem hinsichtlich der Gutachten einige 100.000 Euro verschlungen, an denen sich die Bürger nach dem gestrigen Beschluss, wie von vornherein geplant, nicht beteiligen müssen“, erklärte Karsten Fehr. Ausgerechnet die Gutachten bereiten der EVM zudem Schwierigkeiten. Bereits im Oktober 2015 hatte das Bundesamt für Naturschutz wie zuletzt auch der Rhein-Sieg-Kreis erhebliche Bedenken hinsichtlich des Gutachtens geäußert, das sich mit der Verträglichkeit des geplanten Windparks mit dem Flora-Fauna-Habitatgebiet „Siebengebirge“ befasst.

Entsprechend hoffen die Windpark-Gegner, dass der Beschluss des VG-Rates mit dazu beiträgt, dass die EVM von dem Projekt am Asberg Abstand nimmt.

Gegen Ende des Ratssitzung überreichte der VG-Chef Susanne Haller von Bündnis 90/Die Grünen den Pokal als beste Keglerin, während er bei den Männern selbst am besten abgeschnitten hatte.

Abschließend dankte er den Mandatsträgern, dass sie den Wahlkampf nicht in den VG-Rat getragen hatten. Dabei vergaß er nicht, den nahezu 150 ehrenamtliche Helfern zu danken, die am Sonntag in der VG bei den Landtagswahlen im Einsatz sind.

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