Sozialausschuss der Stadt Meckenheim tagte
Flüchtlingsthema bestimmt die Gespräche
Heiko Leubecher wurde als neuer Integrationshelfer vorgestellt
Meckenheim. Ganz im Zeichen der Flüchtlingspolitik stand die jüngste Sitzung des Sozialausschusses der Stadt Meckenheim. Zuvor galt es jedoch, noch eine wichtige Regularie umzusetzen: Nicole Döring-Welsch wurde als neue sachkundige Bürgerin für die SPD verpflichtet.
Unterschiedliche Handlungsfelder und Zielgruppen
Im nächsten Punkt stellte sich dann Heiko Leibecher als neuer Integrationshelfer der Stadt Meckenheim vor. Der 29-jährige wohnt in Köln und arbeitet seit zwei Jahren professionell mit Flüchtlingen. Zuvor hat er an der Sporthochschule Köln das Fach Erlebnispädagogik studiert. Bereits seit Mai ist Heiko Leubecher in der Apfelstadt aktiv und konnte sich bereits ein eigenes Bild von der Situation machen. So konnte er dann auch ein erstes Konzept für die Integration von geflüchteten Menschen vorlegen. Dabei kristallisieren sich verschiedene Handlungsfelder und Zielgruppen heraus, die wiederum mit unterschiedlichen Maßnahmen belegt werden müssen. Bei den Handlungsfeldern geht es zum einen um die Versorgung der Grundbedürfnisse, die Bildung, Ausbildung und Arbeit, Lebensunterhalt, Freizeit und bürgerschaftliches Engagement. Als Zielgruppen wurden alleinreisende Männer, Familien, alleinreisende Frauen und Jugendliche mit besonderem Betreuungsbedarf definiert. Diese sollen mit unterschiedlichen Maßnahmen bedient werden, wobei manche durchaus auch auf alle Zielgruppen angewandt werden könnten. Wichtig sei vor allem eine gute Kommunikation. Zu diesem Zweck wird die Verwaltung regelmäßige, wöchentliche Sprechzeiten anbieten, so zum Beispiel in der neuen Unterkunft auf der Werferwiese oder in Altendorf-Ersdorf. Aber es sollen natürlich auch Berufsberatungsangebote vermittelt werden und Familienbesuche durchgeführt werden. Dabei gilt es auch die Ehrenamtlichen Helfer einzubeziehen und die Vermittlung von Kindern- und Jugendlichen in die entsprechenden Programme voranzubringen.
Wichtig ist auch das Thema Integration von Frauen, es soll in gesonderte Frauenangebote und Mutter-Kind-Gruppen vermittelt werden, und es soll spezielle Angebote nur für Frauen geben. Damit dies gut gelingen kann, ist eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Meckenheim vorgesehen. Wichtig für die Flüchtlinge sind aber auch geregelte Strukturen und soziales Lernen. Der Sport bietet dafür beste Chancen. Die bisherigen Fußball und Beachvolleyballangebote werden hervorragend angenommen, und darauf könne aufgebaut werden.
Regelmäßige Treffen und Patenschaften angestrebt
Wichtig ist Heiko Leubecher auch, dass er als Ansprechpartner für die vielen ehrenamtlichen Helfer zur Verfügung stehen will. Er will regelmäßige Treffen einführen und auch die Vermittlung und Koordination von Patenschaften vorantreiben. Wichtig ist ihm ebenfalls, dass diejenigen, die Arbeit aufnehmen dürfen, so schnell wie möglich in Arbeit vermittelt werden können. Dazu ist die Zusammenarbeit mit dem Integrationspoint wichtig.
An dieser Stelle hatte Holger Jung gute Nachrichten: Denn seit dem 1. September gibt es für den Rhein-Sieg-Kreis einen zweiten Integrationspoint in Bonn-Duisdorf, und dieser sei von Meckenheim auch mit dem Zug gut erreichbar. Damit entfalle der komplizierte Weg nach Troisdorf. Rainer Friedrich von der CDU sprach davon, dass man auf dem richtigen Weg sei, und zeigte sich zuversichtlich, dass dies alles funktionieren wird. Sein besonderes Lob galt der Verwaltung, die das alles auf die Beine gestellt hat. Ebenfalls Zustimmung gab es von der SPD, Peter Zachow merkte an, dass die RheinFlanke, über die Heiko Leubecher aktiv ist, als freier Träger ein hohes Maß an Kompetenz habe, und wünschte dem neuen Integrationshelfer viel Erfolg.
Die Frage der Bezahlung von Gesundheitsleistungen für Flüchtlinge ist im Rhein-Sieg-Kreis völlig unterschiedlich geregelt. Teilweise wurde eine Gesundheitskarte eingeführt, teilweise wird dies kommunal mit Behandlungsscheinen erledigt. Die Vor- und Nachteile des Systems hängen teilweise mit der Größe und Struktur der einzelnen Kommunen zusammen. Der Rhein-Sieg-Kreis hat nun eine Vorlage geschaffen, die es den Kommunen ermöglicht, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen und gleichzeitig den Kreis von den Zusatzkosten entlastet. Dieser Vereinbarung stimmte der Sozialausschuss einstimmig zu. Bei Enthaltung der SPD wurde ebenfalls beschlossen, dass Meckenheim bei seinem derzeitigen System bleiben wird.
Im Folgenden gab der 1. Beigeordnete Holger Jung einen Überblick über die aktuelle Flüchtlingssituation in Meckenheim. Zurzeit sind 408 Flüchtlinge untergebracht, davon 127 aus Syrien. Nach der Fertigstellung der Bauten auf der Werferwiese und in Altendorf-Ersdorf sollen diese nun sukzessive belegt werden und die Fronhofhalle möglichst schnell wieder frei werden. Damit das Zusammenleben von Bürgern und Flüchtlingen reibungslos funktioniert, hat die Stadt Meckenheim ein Sicherheitskonzept entwickelt, das in beiden Richtungen funktionieren soll. So wird ein privater Sicherheitsdienst weiterhin vorhanden sein, das Ordnungsamt wird die Objekte und ihre Umgebung bestreifen, und auch die Polizei ist informiert. Störenfriede jeglicher Art sollen so bereits im Ansatz abgeschreckt werden. STF
