Politik | 16.06.2020

Egmond Eich fragte in der Ratssitzung der Stadt Remagen

Fragen zu Maßnahmen des Hochwasserschutzkonzepts

Remagen. Die starken Überschwemmungen in Unkelbach und auch Oedingen von 2010, 2013 und 2016 sind den Anwohnern dort deutlich in Erinnerung. Gutachten wurden erstellt, ebenso ein Hochwasserschutzkonzept.

Doch so richtig geht es dort nicht weiter. Dies nahm die FBL in der jüngsten Ratssitzung in der Rheinhalle zum Anlass, unter Punkt Anfragen deutliche Frage zu stellen. Dies oblag FBL-Ratsmitglied und Ortsvorsteher von Unkelbach, Egmond Eich.

Die beiden Fragen betrafen die noch fehlenden Steinschüttungen im oberen Bereich, in der S-Kurve zwischen Unkelbach und Oedingen und die geplante städtischen Renaturierungsmaßnahme Am Mühlenweg. Zur Maßnahme am Mühlenweg fragte sich Eich, ob es denn nötig sei, 1800 Tonnen Steinmaterial inklusive eines Geotextils auf eine Strecke von gerade einmal 310 Metern einzubauen, dafür eine Baustraße zu installieren und wieder zu deinstallieren sowie fünf Bäume zu fällen und einen großen Bereich zu roden. „Das sind 90 Lkw-Ladungen Steinmaterial“ verdeutlichte Unkelbachs Ortsvorsteher. Hierzu bemängelte Eich auch die Informationskultur der Stadtverwaltung.

Weder der Ortsbeirat noch der Stadtrat seien über das Ausmaß der Maßnahme hinreichend informiert worden. Eich bat die Verwaltung darum, die Maßnahme aufzuschieben und die Unkelbacher Bevölkerung zeitnah über das Ausmaß der Maßnahme zu informieren.

Bürgermeister Björn Ingendahl betonte, dass die Maßnahme von einem Fachbüro geplant werde. Eine Informationsveranstaltung für die Bürger sagte er zu. Der Termin steht inzwischen fest. Die Vorstellung des vorläufigen Hochwasserschutzkonzeptes der Stadt Remagen findet am Donnerstag, 20. September, um 18 Uhr in der Mehrzweckhalle statt.

Ein Dorn im Auge war Eich allerdings auch, dass die Steinschüttungen in der S-Kurve zwischen Oedingen und Unkelbach, noch nicht erfolgt seien. Es könne nicht sein, dass seitens der zuständigen Behörden jahrelang nichts passiere. „Maßnahmen zum Schutz des ankommenden Wassers müssen nun endlich ergriffen werden“, so Eich. „Wasserrecht und Naturschutzrecht bremsen uns da aus. Das braucht seine Zeit. Wir rufen wöchentlich bei den zuständigen Behörden an“, betonte darauf der Stadtchef, dass die Verwaltung hier zwar aktiv aber nicht am Zuge sei. Er werde erneut mit den Behörden reden.

In der Informationsveranstaltung soll nach einem längeren Abstimmungsprozess mit den Betroffenen der Starkregenereignisse und den Fachbehörden allen Beteiligten das vorläufige Hochwasserschutzkonzept der Stadt Remagen mit seinen Maßnahmevorschlägen für die einzelnen Ortsteile vorgestellt und anschließend zur Diskussion gestellt werden. Dabei wird auch der Gutachter auf Vorschläge eingehen, die nicht als zielführende Maßnahmen aufgenommen werden konnten. Von Seiten des Landes wird eine Vertreterin vom Informations- und Beratungszentrum Hochwasserschutz anwesend sein, um Fragen zu beantworten.

AB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
17.06.202012:47 Uhr
Jochen Seifert

Der Naturschutz wird mit Steinen getreten und der Hochwasserschutz vernachlässigt!
Der Überschrift „Etikettenschwindel beim Naturschutz?“ kann man uneingeschränkt zustimmen. Die vorgesehene und bereits ausgeschriebene Maßnahme am Unkelbach unterhalb der Ortslage hat nichts mit Hochwasserschutz, aber insbesondere nichts mit Naturschutz zu tun. Wie man solch eine überzogene Maßnahme naturschutz- und förderungsfachlich durchwinken kann, ist nicht begründbar. Ich habe mir die Mühe gemacht und das zum Ausbau vorgesehene Teilstück des Unkelbaches in diesem Bereich erkundet. Grundsätzlich hat die Stadt Remagen ihre Unterhaltungspflicht auf diesem Teilstück und wahrscheinlich weiter bis zu dem Einlauf in Nähe Sportplatz, nicht erfüllt. Bei regelmäßiger Kontrolle und Durchführung von Maßnahmen wären die Anlandungen, Böschungsabrisse sowie Erosionen sicherlich nicht in diesem Maße erfolgt. Die jetzt geplante „Hau-Ruck-Maßnahme“ ist in dieser Dimension keineswegs erforderlich. Offensichtlich hat man einen wichtigen Punkt total vergessen – die Gewässersohle ist fast auf der gesamten Länge mit Steinen befestigt. Das bedeutet, dass zu den 500 to Steinen, die bereits dort liegen nochmals 800 to Wasserbausteine und 700 to Steinerde aufgefüllt werden. Das hat mit naturnahem Gewässerausbau oder einer Renaturierung nichts mehr zu tun. Wie man zu dieser Maßnahme seitens der SGD und der Kreisverwaltung seine Zustimmung erteilt, ist schleierhaft. Hier wird die Natur zerstört und der Hochwasserschutz nicht verbessert. Über Einzelmaßnahmen in diesem Bereich kann man sich sicherlich unterhalten, aber nicht über diese Naturzerstörung. Grundsätzlich beginnt der Hochwasserschutz oberhalb der Ortslage und nicht unterhalb. Das müssten alle Beteiligten mittlerweile wissen. Deshalb ist es dringend erforderlich eine hydraulische Überprüfung der vorhandenen Gewässer in der Ortslage vorzunehmen und danach die Rückhaltemaßnahmen oberhalb der Ortslage in Richtung Oedingen, aber auch in weiteren Bereichen, zu dimensionieren. Da kommt aber dann wieder die Untere Naturschutzbehörde ins Spiel. Sie fordert Auflagen für Maßnahmen oberhalb von Unkelbach. Das ist total widersinnig gegenüber der erteilten Genehmigung zu der monströsen Maßnahme unterhalb des Ortes. Seit 2016 schiebt die Stadt das Konzept vor sich her, darunter auch ein von der Kreis-FWG entwickeltes Konzept. Lapidar teilt die Stadt mit, dass die Arbeiten am Mühlenweg bei den vorhandenen Grundstückzufahrten vom Bauhof der Stadt im Frühjahr 2019 erledigt wurden. Ich weiß nicht, was der Bauhof dort gemacht hat, aber die dringend notwendigen Arbeiten sind nicht ausgeführt worden. Ich habe selten erlebt, dass man ein Pferd von hinten aufzäumt. Es bleibt zu hoffen, dass die Ausschreibung schnellstens zurückgezogen wird und die notwendigen Schutzmaßnahmen oberhalb und in der Ortslage unverzüglich angegangen werden. Die Unwetter warten nicht auf die Stadt und die Untere Naturschutzbehörde!



Jochen Seifert, Fraktionssprecher der FWG im Kreistag Ahrweiler

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1

  • Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Rund ums Haus
Handwerkerhaus
Kirmes in Löhndorf
Anzeige Lagerverkauf
Ausverkauf
Kirmes Polch
Empfohlene Artikel
Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
312

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Die CDU Rheinbreitbach freut sich auf viele Gäste beim Burgfest am 26. April.  Foto: Heinz-Werner Lamberz
21

Rheinbreitbach. Der CDU-Ortsverband Rheinbreitbach lädt ein zum Burgfest am Sonntag, 26.04.2026 ab 15:00 Uhr in und um die Obere Burg, Schulstraße 7a in Rheinbreitbach. Angeboten werden leckere, von Mitgliedern gebackene Kuchen, selbstverständlich auch Kaffee, Tee sowie andere alkoholische und alkoholfreie Getränke. Natürlich besteht Gelegenheit zu Gesprächen untereinander sowie mit Abgeordneten und Kommunalpolitikern.

Weiterlesen

Flutschäden im Juli 2021.  Foto: ROB
949

Als Bürger dieses Landkreises fühle ich mich nicht gut beraten und auch nicht sonderlich beschützt, wenn man beim lesen des Artikels, in dem der Leiter der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Ahrweiler Stellung bezieht. Man könnte den Eindruck erhalten, dass die PR-Maßnahme der Verwaltung auf jeden Fall eines bewirken soll – und zwar zu Beschwichtigen. In dem Artikel war besonders und in erstaunlicher Weise zu erfahren, was alles nicht geht oder länger dauern wird.

Weiterlesen

Weitere Artikel
8

Abgabe bis 15. Mai online über das Programm LEA

Jetzt Anträge zur Agrarförderung einreichen

Region. Bis zum 15. Mai können Landwirtinnen und Landwirte Anträge auf „Agrarförderung 2026“ stellen. Bezuschusst werden Direktzahlungen, Ökoregelungen, gekoppelte Tierprämien, die Ausgleichszulage sowie die Weitergewährung für Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen und des Ökologischen Landbaus. Die Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe erfolgt nach den Regelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Imageanzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Anlagenmechaniker
Kirmes Polch 2026
Kirmes Polch
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Suchen Auslieferungsfahrer
Genusstage 17./18.04.
Dachdecker (m/w/d)
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Brunchanzeige
Anzeige Jaadeporz 2026
Werbeplan 2026
Titelanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#