Politik | 21.05.2021, 14:36 Uhr

Ergebnisse der Aerosolmessung in der Rhein-Mosel-Halle:

Fraunhofer-Institut stuft Ansteckungsgefahr als sehr niedrig ein

Koblenz. Das Risiko, sich bei Veranstaltungen im Großen Saal der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle mit Covid-19 zu infizieren, ist sehr gering. Das ist die Schlussfolgerung aus den von Forschern des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts Goslar (HHI) erhobenen Daten zur Verbreitung von Aerosolen und CO2 im Großen Saal. Das Team hatte die Studie am 25. März 2021 durchgeführt.

Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen bis auf wenige Ausnahmen sehr geringe Aerosoltransportraten. Die Daten wurden sowohl im Parkett als auch auf der Empore erhoben; insgesamt wurde im Großen Saal an 19 Positionen gemessen. Das zentrale Element der Untersuchung war ein Dummy, der die Normalatmung eines Zuschauenden simulierte.

„Mit der Investition in die Aerosolmessung haben wir nun eine Risikobewertung auf Basis experimentell gewonnener Daten erhalten. Wie erhofft und vermutet, zeigen uns diese, dass Veranstaltungen unter entsprechenden Hygienevorgaben kaum eine Gefährdungslage darstellen. Ein superspreading event in der Halle nimmt das HHI als extrem unwahrscheinlich an.“, so Frederik Wenz, Abteilungsleiter Kongress & Event.

In der Rhein-Mosel-Halle wurden bereits Hygienebeauftragte geschult und die Reinigungsintervalle inklusive Flächendesinfektion erhöht. Derzeit finden dort im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben kleinere Veranstaltungen und Tagungen statt. Der langfristige Wunsch aber ist die Möglichkeit eines Normalbetriebs.

Die Studienergebnisse stimmen die Koblenz-Touristik GmbH diesbezüglich optimistisch: „Wir wissen jetzt, dass wir eine sehr gute Grundvoraussetzung haben. Nun versuchen wir uns in Absprache mit den zuständigen Ämtern und Behörden und mit entsprechendem Hygienekonzept an eine Situation heranzutasten, die zumindest einen regelmäßigeren Kulturbetrieb ermöglicht.“, so Wenz weiter.

Nähere Erläuterungen zu den Messergebnissen:

Laut dem HHI atme eine Person in Ruhe etwa 2.500 Partikel/Minute aus. Bei Verdünnung auf ein Prozent entspreche das 25 Partikeln/Minute, die auf Nachbarplätze in der Halle gelangen würden. Angenommen jedes zehnte Partikel wäre mit einem Virus belastet, so würde der Nachbar 2.5 Viren/Minute aufnehmen. Bei einer Konzertdauer von 1.5 Stunden entspreche dies etwa einer Dosis von 225 aufgenommenen Viren. In der Literatur werden Werte für die Zahl aufgenommener Viren, die zu einer Infektion führen, von 500-5000 angegeben.

Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

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