Koblenzer Oberbürgermeister hat in vier Jahren Amtszeit einiges erreicht und gestaltet und noch viel vor
Für David Langner fällt Halbzeitpause aus
Es gab lediglich eine Pressekonferenz mit Rückblick und Ausblick – Hallenbadbau wohl sein größter Erfolg
Koblenz. Eine Halbzeitpause wie beim Fußball gönnt sich der Koblenzer Oberbürgermeister nicht, denn er hat einfach nur großen Spaß an seiner Arbeit. Zur Halbzeit, David Langner wurde am 30. April 2018 von seinem Vorgänger Dr. Joachim Hofmann-Göttig in der Rhein-Mosel-Halle vereidigt. Die vergangenen vier und kommenden vier Jahre seiner Amtszeit nahm David Langner zum Anlass, in einer Pressekonferenz im Rathaussaal Rückblick und Ausblick zu halten.
Welches Projekt in den vergangenen vier Jahren ist für den Oberbürgermeister das herausragende? „Ein erfolgreichstes gibt es für mich nicht, denn da waren viele Projekte“, antwortete David Langner.
Bau des Hallenbades
Gefühlt für die Koblenzer ist wohl das Leuchtturmprojekt der Baubeginn des mittlerweile 37 Millionen Euro teuren Hallenbads im Rauenthaler Moselbogen, das im Rohbau fast fertig ist und voraussichtlich Ende nächsten Jahres öffnet. Bereits 2010 beschloss der Koblenzer Stadtrat den Neubau des Hallenbads. Für Planung und Finanzierung, eine Saunalandschaft sollte das Betriebsdefizit verringern, gingen viele Jahre ins Land. Vor allem, weil das Mainzer Innenministerium zur Auflage machte, dass die städtische Bäder GmbH nur das Hallenbad, nicht aber Sauna und Gaststätte betreiben dürfe. Ansonsten würden drei Millionen Euro Landeszuschuss gestrichen und Koblenz könne dann wegen seiner desolaten Finanzlage kein Hallenbad mehr bauen.
Intensiv suchte Koblenz nach einem Pächter für Sauna und Gaststätte, aber man fand keinen. Und so ging weitere Zeit ins Land, bis Oberbürgermeister David Langner kam und den Stadtrat überraschte. In seiner nur fünfmonatigen Amtszeit erreichte der Oberbürgermeister ein Umdenken der Landesregierung: Die Bäder GmbH darf Sauna und Gaststätte betreiben und der Weg für den Baubeginn war frei. Wie hat David Langner, er wurde 2013 Staatssekretär im Mainzer Gesundheitsministerium, das geschafft? „Durch meine Kontakte zur Landesregierung und dass ich die Notwendigkeit deutlich gemacht habe“, antwortete er bei der Pressekonferenz.
Wichtig für Koblenz war auch die Gründung der Koblenzer Verkehrsbetriebe (koveb) im Oktober 2019 als Eigenbetrieb der Stadt. „Die Anstrengungen rund um die koveb mit den vielen Angebotsverbesserungen haben sich gelohnt, denn im jüngsten Bürgerpanel hat der Koblenzer Busverkehr schon deutlich bessere Noten erhalten“, freut sich der OB und verwies darauf, dass viele Busse mir Erdgas und bald auch mit Strom angetrieben werden.
Herausragend war auch das Corona-Management der Stadt Koblenz, die wegen elf Corona-Infizierten Anfang März 2020 alle Schulen und Kindergärten schloss und später in der CMG-Arena ein gut funktionierendes Impfzentrum errichtete.
Zu den wichtigen Ereignissen während der Amtszeit von David Langner gehört auch, dass der Hochwasserschutz für die Stadtteile Lützel, Neuendorf und Wallersheim fertiggestellt wurden. Die mobile Hochwasserschutzwand hat bereits mehrfach die Stadtteile geschützt. Apropos Schutz: Drei Feuerwachen, die sich über das Stadtgebiet verteilen, sorgen im Notfall für schnellen und effektiven Einsatz der Wehren. Die neue Wache in Niederberg ist in Betrieb und eine weitere nördlich der Mosel bald fertig.
Beim Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein will die betriebsführende Sana Mehrheitsgesellschafter werden. Die Struktur aus kommunalen und stiftungsgetragenen Gesellschaftern macht umfangreiche Verhandlungen nötig, um das Gemeinschaftsklinikum in eine neue Form zu überführen. David Langner, er ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, hofft auf einen Abschluss in diesem Jahr, damit die Ein-Standort-Lösung in den Fokus gerückt werden kann.
Für bezahlbaren Wohnraum in Koblenz hat der Oberbürgermeister vor etwa zwei Wochen mit dem Land eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Das Land sichert dabei die Unterstützung beim Bau von gefördertem Wohnraum zu. „Wir verlieren sehr viele Wohnungen aus der Belegbindung, daher ist diese Vereinbarung wichtig, um wieder neue insgesamt Mietpreis dämpfende Wohnungen in Koblenz zu errichten“, sagte David Langner.
Nicht auf Lorbeeren ausruhen
Auf seinen Lorbeeren ausruhen will sich David Langner nicht, denn er hat für die nächsten vier Jahre seiner Amtszeit noch viel vor: Fertigstellung der Nordtangente, Erhaltungsmaßnahmen der Pfaffendorfer Brücke sowie Planung und Ausschreibung des Neubaus, Arbeiten im Umfeld der Europabrücke sowie Umgestaltung der Mayener Straße, Erneuerung des Radwegs Beatusstraße, Erhöhung der Sicherheit des Radverkehrs, die Schaffung weiterer 300 Kitaplätze, Verbesserung der Schulinfrastruktur und weitere Ganztagsschulen, für die allein in diesem Jahr mehr als 21 Millionen Euro investiert werden.
Dann laufen die Planungen für die BUGA 2029, auch um die Seilbahn dauerhaft zu erhalten. Vorangetrieben wird die Digitalisierung der Verwaltung, für den Klimaschutz gibt es eine Neuauflage des 500 Dächer-Programms, bei der nun auch Solaranlagen gefördert werden. Langner setzt sich weiterhin für die Stärkung des Hochschulstandorts Koblenz ein: „Die Hochschulleitungen können sich auf die enge Partnerschaft mit der Stadtspitze verlassen“, verspricht er.
Langner möchte weiterhin ein Oberbürgermeister „zum Anfassen“ sein und bietet als neues Format „Ihr OB vor Ort“, wobei David Langner alle Stadtteile zu besuchen will, um mit den Menschen direkt ins Gespräch zu kommen.
Bei diesem Megaprogramm hat der Oberbürgermeister für eine Halbzeitpause wirklich keine Zeit.
HEP
