Amnesty International hält Mahnwache ab
Für Grenzen-lose Solidarität
An den EU-Außengrenzen herrschen desaströse Zustände
Koblenz. In Solidarität mit den Schutzsuchenden an den EU Außengrenzen hielten am Samstag, 31. Oktober, die Koblenzer Amnesty International Gruppe gemeinsam mit der Seebrücke und weiteren engagierten Bürgern eine Mahnwache auf dem Zentralplatz. Ziel war es, auf die durch die Corona-Krise in den Hintergrund gerückten verheerenden Erfahrungen Geflüchteter aufmerksam zu machen, die nach wie vor unter den Versäumnissen der Europäischen Asylpolitik leiden.
Es ist ein sonniger, milder Herbsttag – der letzte Samstag, bevor das Land in den zweiten „Winterschlaf“ in diesem Jahr verfällt. Während an einem gewöhnlichen Samstag bei Wetter wie diesem die Koblenzer Innenstadt voller Kauflustiger wäre, bleiben heute die meisten lieber zu Hause – weit weg von jeglichem Infektionsrisiko. Nichtsdestotrotz treffen sich auf dem Zentralplatz die Mitglieder der Koblenzer Amnesty International Gruppe gemeinsam mit einigen Mitgliedern der Seebrücke und weiteren engagierten Bürgern, die auf den Zeitungsaufruf aufmerksam geworden sind. Grund für das Treffen ist eine aus Frustration veranlasste Mahnwache, die Licht auf ein Thema werfen soll, das durch die alles dominierende Corona-Krise in die Hinterköpfe vieler gewandert ist. Dies ist keineswegs unverständlich, da es die Krise ist, die uns unmittelbar betrifft, uns einschränkt und behindert. Doch während wir das Privileg haben, dass für uns meist das „Worst-Case-Szenario“ dennoch das Recht auf ein Dach über dem Kopf, sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel und Zugang zu gesundheitlicher Versorgung bedeutet, können tausende an den EU-Außengrenzen verharrende Menschen ihre Grundbedürfnisse nur mühsam oder oft gar nicht stillen. Sie sind betroffen von mehr als nur einer Krise, instrumentalisiert als Spielball in einem ewigen Kreislauf aus leeren Versprechen und politischem Versagen. Die Situation bleibt angespannt, die Flüchtlingskrise hochaktuell und Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung.
Mit ausdrucksstarken Plakaten, Bildern und Bannern bestückt, machen die Teilnehmer der Mahnwache auf die unmenschlichen Zustände aufmerksam – stets friedlich und Corona-konform.
In Solidarität mit den Geflüchteten an den EU-Außengrenzen stellen sie die folgenden Forderungen: Keine Gewalt gegen Schutzsuchende; Zugang zu einem fairen Asylverfahren für alle Schutzsuchenden; Sichere Fluchtwege und sichere Zugangswege zur EU für Menschen auf der Flucht; Die EU Staaten müssen die Verantwortung für den Schutz von Flüchtlingen teilen.
Es ist noch nicht zu spät, um den europäischen Grundsätzen wieder Gewicht zu verschaffen. Lasst uns mehr Menschlichkeit zeigen; lasst uns der Abschottungspolitik der EU aktiv entgegenwirken; lasst uns GRENZEN-lose Solidarität beweisen. Pressemitteilung
Amnesty International Koblenz
Auf die Zustände an den EU-Außengrenzen wies die Mahnwache hin.
