Politik | 23.02.2021

Arbeiten für die Landesgartenschau 2022 beginnen

Für eine entspannte Eröffnung wird an allen Ecken der Stadt fleißig gearbeitet

Besonders im Sommer ist mit Beeinträchtigungen zu rechnen, wenn auf mehr als 20 Baustellen gleichzeitig gearbeitet wird – Baustellenführungen und Informationsbroschüre sind geplant

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nur noch 14 Monate ist es hin, bis am 20. April 2022 die Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler offiziell eröffnet werden soll. Höchste Zeit also für die Landesgartenschau GmbH, die notwendigen und bereits fertig geplanten Baumaßnahmen in die Tat umsetzen. Schon seit Ende vergangenen Jahres wird an vielen Stellen in der Stadt fleißig gearbeitet, doch in den kommenden Wochen und Monaten legen die Verantwortlichen noch einmal zwei bis drei Schippen drauf. Seit dieser Woche läuft die Hochphase der Arbeiten, die noch bis zum Jahresende andauern sollen. „Eine entspannte Eröffnung der Landesgartenschau im April 2022 ist unser Ziel“, bekräftigte der technische Geschäftsführer der Lager GmbH, Matthias Schmauder-Werner.

Gewohnte Erholungsflächen nicht mehr nutzbar

Allerdings habe das zur Folge, dass man der Bevölkerung für einen gewissen Zeitraum einige gewohnte Erholungsflächen vorenthalten müssen. Denn nur so ist es zu schaffen, bis zum Jahresende die Bauarbeiten abzuschließen, von denen immer mehrere gleichzeitig laufen, was zu Beeinträchtigungen und Einschränkungen führen werde. „Natürlich wünschen wir uns, dass alles reibungslos verläuft und nichts Unvorhergesehenes passiert, denn wir haben nicht viel Zeitpuffer“, ergänzt Laga-Geschäftsführer Jörn Kampmann. Allerdings gebe es keinen Grund zu zittern, denn das Großprojekt befinde sich voll und ganz im vorgegebenen Zeitplan. Wobei Schmauder-Werner einräumte, es sei nicht ganz einfach gewesen, geeignete Baufirmen für das Vorhaben zu begeistern.

Insbesondere die Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen hätten volle Auftragsbücher. Es gebe jedoch noch zwei große Unbekannte in der Rechnung, dass eine sei das Wetter und das andere die möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bauarbeiten. Und auch das Erdreich könne noch so manche Überraschung ans Licht bringen, so habe man im Dahliengarten bereits eine scharfe 3,7-Zentimeter-Panzerabwehrgranate gefunden, die vom Kampfmittelräumdienst entschärft werden musste. Schließlich müsse man immer wieder auf belasteten Flächen arbeiten, das Gelände des geplanten Sportparks liege sogar über einer ehemaligen Deponie. Auch andernorts rechne man mit kontaminierten Flächen, beispielsweise alten Teerrückständen oder sonstigen Ablagerungen. Deshalb müsse das Erdreich immer erst beprobt werden, bevor es abgefahren werde. Die Belange des Naturschutzes seien jedenfalls bereits „sauber abgearbeitet“, versichert Schmauder-Werner.

Stauden sollen gesetzt und Zäune gezogen werden

Nachdem die Bäume gefällt sind und die Vegetation gerodet ist, sollen schon in diesem Monat im Dahliengarten die Stauden gesetzt und die Zäune gezogen werden. Voraussichtlich ab Ende April soll der Park aber zunächst wieder bis zum Beginn der Landesgartenschau geöffnet werden. Schließlich wolle man die Anlagen so lange wie möglich für die Bürger der Kreisstadt zugänglich halten, erklärt Kampmann und bezieht dabei auch den Kaiser-Wilhelm-Park mit ein.

Für den völlig neugestalteten Sportpark steht jetzt der Baubeginn an, er soll eine der wichtigen Attraktionen der Veranstaltung werden. Dort soll in direkter Nachbarschaft zum Apollinarisstadion nicht nur eine Minigolfanlage errichtet werden, sondern auch eine mehr als 1000 Quadratmeter große Skateranlage sowie eine Kletterwand und ein Parcours-Bereich. Für Technikbegeisterte gibt es im nahen Umfeld die Möglichkeit, das „Gläserne Kraftwerk“ der Ahrtal-Werke zu besichtigen, wo man einem Kraftwerk sozusagen bei der Arbeit zuschauen kann.

Barrierefreie Brücke über die Ahr geplant

Eine 40 Meter lange und 4,60 Meter breite barrierefreie Brücke über die Ahr soll diesen Bereich besser an die öffentlichen Grünanlagen auf der südlichen Seite anbinden. Denn im Bereich des Sportparks soll auch eine Reihe von Veranstaltungen im Rahmen der Landesgartenschau stattfinden, wofür eine Membrandachkonstruktion mit einer überdachten Fläche von 650 Quadratmetern entsteht. Dort können nicht weniger als 560 Gäste ihre Sitzplätze einnehmen und dem Geschehen auf einer 120 Quadratmeter großen, barrierefreien Bühne zuschauen. Für das leibliche Wohl soll ein gastronomisches Angebot in direktem Umfeld der Bühne sorgen, die gesamte Anlage soll nach der Landesgartenschau unverändert den Bürgern zur Verfügung stehen.

Bereits in dieser Woche sollen auch im Kurpark die Arbeiten für den Sinnesgarten und die Veranstaltungsflächen starten. Außerdem sollen die Mauern des Mühlenteiches und die Brunnenbecken sowie die Kneippbecken erneuert werden. Mitte März will man auch mit der landschaftlichen Gestaltung des Kurparks beginnen und die Pflanzungen in die Erde bringen, außerdem die Bewässerungsanlage installieren. Etwa zur gleichen Zeit soll es mit den Maßnahmen im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park losgehen, hier soll unter anderem ein Mehrgenerationenspielplatz errichtet werden. Im Sommer sollen die Verbindungswege entlang der Ahr aufgehübscht werden, zwei weitere neue Brücken über den Mühlenteich stehen im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park und im Kaiser-Wilhelm-Park auf dem Programm. Bis zum Herbst möchte man die Daueranlagen sowie die Infrastruktur für geplante Ausstellungen fertigstellen. Ein erster Test könnte die Klangwelle im Oktober sein.

Thema Kommunikation ist sehr wichtig

Die Parkbereiche sollen nach und nach für das Publikum geschlossen werden, und im Spätsommer, wenn an mehr als 20 Baustellen gleichzeitig gearbeitet werde, könne man Beeinträchtigungen der Bürger kaum vermeiden. Ohnehin werde man die notwendigen Einzäunungen der Landesgartenschau-Flächen im Zuge der jeweiligen Baumaßnahme vornehmen und damit diese bereits schließen. „Das Thema Kommunikation ist uns sehr wichtig“, bekräftigt Kampmann, deshalb soll es eine Informationsbroschüre geben, um die Bürger im Vorfeld schon über die bevorstehenden Einschränkungen zu informieren. Außerdem plant man ab Ende März auch Baustellenführungen, wenn es Corona zulässt. Ohnehin werde an fünf Tagen in der Woche jederzeit das Servicecenter als zentrale Anlaufstelle für Informationen und Nachfragen zur Verfügung stehen, sie ist telefonisch zu erreichen unter 02641/89 388-14.

JOST

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