Politik | 25.08.2020

Umsetzung des Koblenzer Verkehrsentwicklungsplans 2030:

GRÜNE wollen Radverkehrsachse Innenstadt - Rübenach

Die Koblenzer GRÜNEN fuhren von der Innenstadt über Metternich nach Rübenach. Foto: BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN Kreisverband Koblenz

Koblenz. Der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2030 beschreibt vier besonders wichtige Radverkehrsachsen. Auf sicheren und direkten Wegen sollen Radfahrende unter anderem von der Innenstadt über Metternich nach Rübenach fahren können. Diese Radstrecke sind die Koblenzer GRÜNEN nun entlang gefahren und haben den aktuellen Zustand sowie erforderliche Maßnahmen diskutiert.

Im VEP 2030 wird die Notwendigkeit, den Radverkehr voranzubringen, sehr klar gefordert und vor allem die vier Achsen werden immer wieder hervorgehoben und als Rückgrat der Radverkehrsförderung bezeichnet. Entlang der Strecke hat sich an der Radverkehrsinfrastruktur seit der Aufstellung des VEP jedoch nichts getan. „Das zeigt, was für einen niedrigen Stellenwert der Radverkehr in Koblenz hat,“ so GRÜNEN-Fraktionsvorsitzender Carl-Bernhard von Heusinger. „Dabei wurde diese Achse im VEP als hoch prioritär eingestuft mit einer Umsetzungsfrist bis 2020. Zumindest erste Pläne müsste es mittlerweile geben.“

Was entlang der Radverkehrsachse nötig und möglich wäre – oft auch mit wenig Aufwand – konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt vor Ort erleben. Gregor Höblich, Vorstandsmitglied der Koblenzer GRÜNEN, hatte die Radtour organisiert und konnte als Radverkehrsplaner fachliche Hintergründe erläutern.

Im Rahmen der Strecke werden neben den Stadtteilen Goldgrube, Metternich und Rübenach auch wichtige Ziele wie das Verwaltungszentrum Rauental, die Universität und das Bundeswehrzentralkrankenhaus eingebunden. Höblich hob diese hohe Bedeutung der Achse für das Radnetz hervor und sah vor allem in Kreuzungsbereichen Defizite: „Kreuzungen stellen die gefährlichsten Unfallschwerpunkte für Radfahrerinnen und Radfahrer dar. Das darf aber kein Grund dafür sein, sie ständig auf den Gehweg zu schicken. Der Radverkehr sollte in der Regel die Kreuzung zügig passieren und queren können – wie der Kfz-Verkehr – und braucht dabei ausreichend Platz, um sicher im Kreuzungsbereich unterwegs zu sein. Hierbei darf der Radverkehr auch gegenüber dem Flächenbedarf des Kfz-Verkehrs nicht zu kurz kommen. Das alles sagt auch der VEP.“

Ein längerer Zwischenstopp wurde im Bereich des geplanten Kreisverkehrs zwischen Kurt-

Schumacher-Brücke und Verwaltungszentrum gemacht. „Ausgerechnet auf einer der vier Hauptachsen des Radverkehrs hat die Stadt nun mit diesem seltsamen Kreisverkehr dem Radverkehr einen kompletten Riegel vorgeschoben,“ wundert sich von Heusinger, der als Koblenzer Direktkandidat für die Landtagswahl im nächsten Jahr antritt, „hier kommt ein bestehender Radweg weg und der Radverkehr muss sich stattdessen auf der Fahrbahn über den absehbar hochbelasteten Kreisverkehr quälen. Es ist also nicht nur so, dass für den Radverkehr nichts passiert – der VEP wurde hier auf Kosten des Radverkehrs sogar maßgeblich missachtet.“

Über die Kurt-Schumacher-Brücke verläuft auch der touristisch bedeutsame Moselradweg. Die Gruppe machte hier einen kurzen Abstecher einige hundert Meter in Richtung Güls, denn entlang der B 416 hat Koblenz tatsächlich so etwas ähnliches wie eine „protected bikelane“. „Doch das sieht nur so aus. Wirklich geschützt verläuft der Radweg nicht,“ stellt Höblich fest, „die vereinzelten Pfosten und die zu geringe Breite für den als gemeinsamen Geh- und Radweg ausgeschilderten Weg entsprechen nicht den aktuellen Regelwerken.“ GRÜNEN-Vorstandssprecher Martin Schmidt betont, wie wichtig es ist, dass der Radverkehr in allen Koblenzer Stadtteilen vorankommt: „Die Anbindung von Güls an die Koblenzer Innenstadt ist entlang der B 416 unkomfortabel und auch gefährlich. Für die Gülser und auch die vielen Touristen auf dem Moselradweg sollte hier etwas gemacht werden. Wir wünschen uns, dass der Moselradweg in Koblenz in seiner Bedeutung ernst genommen wird – das gilt zum Beispiel auch am Peter- Altmeier-Ufer bis zum Deutschen Eck, wo die GRÜNEN in der Vergangenheit leider vergeblich eine Fahrradstraße gefordert haben.“

Eine neu umgesetzte Maßnahme für den Radverkehr ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Radtour dann doch aufgefallen: Seit ein paar Wochen gibt es tatsächlich neue Wegweiser entlang der Strecke vom Moselradweg nach Rübenach. „Die Wegweisung erfolgte als Anbindung an den Maifeld-Radwanderweg,“ wusste Höblich zu berichten, „der touristische Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse endet in Bassenheim, von dort wurde nun die Anbindung an die Stadt Koblenz hergestellt. Hintergrund ist also ein touristischer Lückenschluss, nicht etwa die Tatsache, dass dies eine wichtige Radverkehrsachse ist.“

Zum Hintergrund:

Der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2030 wurde im Jahr 2018 vom Koblenzer Stadtrat (einstimmig ?) beschlossen. Zuvor wurde in einem fast vierjährigen Verfahren mit einer umfassenden Beteiligung der Koblenzer Bürgerinnen und Bürger, der verschiedenen Verbände und Dienststellen, der Koblenzer Ortsbeiräte sowie auch der benachbarten Gemeinden der

VEP erarbeitet.

Im Ratsbeschluss wurde der VEP als „grundsätzlich verwaltungsverbindlich“ bezeichnet. Seine Inhalte müssen von Rat und Verwaltung seitdem bei allen Beschlüssen mit Verkehrsbezug bzw. mit verkehrlichen Auswirkungen berücksichtigt werden. Auch festgelegt wurde, dass dem Stadtrat beginnend mit dem Haushaltsjahr 2020 konkrete Umsetzungsvorschläge zur Entscheidung vorgelegt werden.

Bereits in der Einleitung des VEP ist von der „autogeprägten Mobilitätskultur“ in Koblenz die Rede, die in der Stadt teilweise zu hohen Umweltbelastungen und Kfz-dominierten Straßenräumen führt. Andererseits werden „nicht ausgeschöpfte Potentialen für den Fuß- und Radverkehr“ benannt. Es wird kritisiert, dass es in Koblenz kein zusammenhängendes Radnetz gebe und insbesondere an den Haupt- und Sammelstraßen Radwege fehlten. Inhaltlich geht der VEP auf viele Aspekte der Radverkehrsinfrastruktur ein (Radwege, Fahrradstraßen, Kreuzungsbereiche, usw.) und beschreibt insbesondere vier wichtige Radverkehrsachsen. Auch Aspekte wie Abstellanlagen oder ein Fahrradverleihsystem werden aufgezeigt.

Alle Maßnahmen im VEP werden u.a. nach Priorität, zeitlicher Umsetzungsfrist und Kosten-Wirkungs-Klasse eingestuft. Vor allem die Radverkehrsförderung wird hierbei als besonders wichtig und effektiv hervorgehoben. Der Stadt werden im VEP auch finanzielle Rahmendaten an die Hand gegeben, sowohl für die Infrastruktur als auch für Personal: Entsprechend der Einstufung der Stadt Koblenz als Stadt der Kategorie „Einsteiger“ (siehe Nationaler Radverkehrsplan 2020) wird ein jährlicher Etat von etwa 1 Millionen bis 1,5 Millionen Euro für den Radverkehr angeraten.

Pressemitteilung

BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN

Kreisverband Koblenz

Die Koblenzer GRÜNEN fuhren von der Innenstadt über Metternich nach Rübenach. Foto: BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN Kreisverband Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Anzeige "Rund ums Haus"
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Rund ums Haus
Kirmes in Löhndorf
Anzeige Reinigungskraft
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Empfohlene Artikel
Krufts Ortsbürgermeister Walter Kill legt Amt zum 30. April nieder. Foto: OG Kruft
1850

Kruft. Walter Kill hat die Niederlegung seines Amtes als Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Kruft mit Wirkung zum 30.04.2026 erklärt. Nach fast sieben Jahren in dieser Funktion zieht er eine persönliche Bilanz zwischen Aufgabenstellung und erzielten Ergebnissen sowie der inhaltlichen und zeitlichen Inanspruchnahme. Vor dem Hintergrund mehrfach erlebter Anfeindungen gegen seine Person in der Vergangenheit...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
1067

Hammerstein. Am Freitagnachmittag, 17. April, befuhr die 59-jährige Fahrzeugführerin eines PKW die B42 aus Neuwied kommend in Fahrtrichtung Bonn. Im Verlauf einer langgezogenen Rechtskurve in Höhe der Ortschaft Hammerstein verlor diese aus bislang unklarer Ursache die Kontrolle über ihr Fahrzeug und geriet hierbei auf die Gegenfahrbahn, wo sie anschließend mit der Leitplanke kollidierte und mit dem PKW einer entgegenkommenden weiteren Fahrzeugführerin (66) frontal zusammenprallte.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
83

Ingesamt drei Personen ins Krankenhaus eingeliefert

16.04.: Kaffee mit Holzkohle im Haus zubereitet: Eine Person wird schwer verletzt

Schleiden/Dahlem. Bereits in den frühen Morgenstunden kam es am Donnerstag (16. April) gegen 5.48 Uhr in der Uferstraße in Dahlem zu einem Einsatz aufgrund einer Kohlenmonoxid-Vergiftung in einem Wohnhaus. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde am Vorabend in dem Wohnhaus mit Holzkohle Kaffee zubereitet. Anschließend legten sich die Bewohner schlafen, ohne dass Fenster geöffnet wurden. Im Verlauf der Nacht kam es dadurch zu einer gefährlichen Anreicherung von Kohlenmonoxid.

Weiterlesen

Kleinanzeigen
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Kirmes Polch 2026
online Anzeige Konekt Wirges
Handwerker im Außendienst
Suchen Auslieferungsfahrer
Kirmes Polch
Genusstage 17./18.04.
Dachdecker (m/w/d)
Kirmes Polch
Anzeige Uhren Vintage
Kirmes in Löhndorf
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim