Politik | 11.05.2021

Ausgabe 17 / 2021 Seite 13 „Rattenbekämpfung in der Verbandsgemeinde Bad Breisig“

Gefahren sind deutlich größer

In der Ausgabe 17 / 2021 von „BLICK aktuell“ informiert die Verbandsgemeindeverwaltung Bad Breisig ihre Bürgerinnen und Bürger über die anstehende Rattenbekämpfungsmaßnahme im Juni

diesen Jahres. In der Mitteilung heißt es unter anderem: „Das bei der Rattenbekämpfung zur Anwendung kommende Gift ist ansonsten relativ ungefährlich und in kleinen Mengen für Menschen und Haustiere im Allgemeinen unschädlich.“ Diese Formulierung ist eine unverantwortliche Verniedlichung der tatsächlichen Gefahren. Die seit Jahren von Sachkundigen und Schädlingsbekämpfern eingesetzten Gifte sind deutlich radikaler und schädlicher als die Gifte, die früher eingesetzt wurden. Die Produkte müssen gesetzlich vorgeschrieben mit dem Hinweis versehen werden „Achtung, Gefahr der Sekundärvergiftung“. Das Umweltbundesamt berichtet auf 52 Seiten (Ausgabe Sept. 2018) über die neuen Mittel und deren Gefahren. In der neuesten Studie des Umweltbundesamtes vom 11.08.2020 wird über die Belastung dieser Gifte in Gewässern und entsprechend in Fischen berichtet. Weitere Studien haben ergeben, dass bei verendeten Eulen und Greifvögeln in bis zu 70 Prozent der Tiere, die Gifte, die gegen Nager eingesetzt werden, nachgewiesen werden konnten.

Zusammenfassend muss gesagt werden, dass von den eingesetzten Giften eine erhebliche Gefahr für die Umwelt ausgeht, auch für freilaufende Haustiere. Die sehr negative Bestandsentwicklung z.B. bei der Schleiereule hat unter anderem auch mit diesen Giften zu tun. So wird auch in der Verbandsgemeinde Bad Breisig nur noch rund jeder 3. Brutplatz der Schleiereule belegt sein. Dass die Verbandsgemeinde noch auffordert, Gift an Kompostanlagen auszubringen, ist unverantwortlich. Privat ist es durchaus möglich, auf Gifte zu verzichten. Bei Rattenbefall sollte dort, wenn nötig, Fallentechnik eingesetzt und die natürlichen Fressfeinde der Nager gefördert werden. Klaus Peter Impekoven

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