Die Linke. Koblenz veranstaltete eine Demonstration
Gegen den einseitigen Lockdown im Freizeit- und Kulturbereich
Koblenz. Noch eine halbe Stunde bis zur Ausgangssperre: Warum versammeln sich um diese Zeit noch über 150 Menschen mit Lichterketten und fluoreszierenden, blinkenden Bannern auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes? „Zero Covid statt Freizeit-Lockdown – Schluss mit dem Eiertanz, her mit der Strategie!“ ist auf diesen zu lesen.
Sergej Klein, Die Linke. Koblenz, erklärt in einer Begrüßungsrede die genaueren Hintergründe: „Der Bereich des Lebens, den es besonders hart trifft, ist der private – Freizeit, Kunst und Kultur“, so Klein, „über die Wirksamkeit von Ausgangssperren wird dabei zu Recht gestritten, denn wer in Betrieben, Werkstätten oder Büroräumen, in Schulen, Kitas und im oftmals überfüllten und schlecht kontrollierten ÖPNV unterwegs ist, weiß, dass solange hier nicht durchgegriffen wird, eine Ausgangssperre reine Kosmetik ist“.
Die Linke. Koblenz fordere daher eine Orientierung am Beispiel Portugals, das es mit einem harten Lockdown innerhalb sehr kurzer Zeit schaffte, die Inzidenzzahlen von 800 auf stabile 35 zu reduzieren.
Die Demonstration wurde begleitet von Beiträgen eines Erziehers, einem Beitrag zum Thema „häusliche Gewalt“ sowie einem, der die Situation auf Intensivstationen in Krankenhäusern thematisierte.
Annette Vollmar, Die Linke. Koblenz, ging in der Abschlusskundgebung auf die Probleme im Bildungsbereich ein. Sie kritisierte die Sparwut auf Kosten der Schüler*innen und Lehrkräfte sowie die Funktion von Schule als „Verwahrstation für Kinder, damit deren Eltern trotz Pandemie arbeiten gehen können“. Dies habe zur Folge, dass in Schulen und Kitas Gesundheitsrisiken auf allen Seiten in Kauf genommen würden. Vollmar äußerte außerdem, dass die Menschen angesichts der unsozialen, an Klientelpolitik orientierten und – bezüglich der Ausgangssperre – auch sinnlosen Maßnahmen, das Vertrauen in das Krisenmanagement der Regierung verloren hätten; die Akzeptanz sinnvoller und notwendiger Maßnahmen leide darunter.
Die Linke. Koblenz fordert daher eine harte Lockdownstrategie, welche bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens nicht nur den Freizeit- und Kulturbereich, sondern auch den wirtschaftlichen Bereich der Arbeitswelt mit in die Pflicht nimmt, wobei eine entsprechende staatliche Finanzierung des Arbeitsausfalls natürlich vorausgesetzt wird.
Ein solcher Lockdown falle dafür deutlich kürzer aus, sodass man schneller wieder zusammenkommen und Freizeit wieder genießen könne.
Pressemitteilung
Die Linke. Koblenz

"Zero Covid" ist, bei einem solch mutierenden Virus, schlicht und ergreifend nicht möglich! Hört mit euren Träumereien auf, setzt euch mit der Realität auseinander, denn diese Gewinnt immer!