Die langfristige Gestaltung beim Wiederaufbau der Ahrradwegs war Thema im Sinziger Rat
Gegen eine Trennung von Radfahrern und Fußgängern
Sinzig. Eigentlich ist beim Ahrradweg in Sinzig noch alles in der Schwebe. Der Weg erstreckt sich im Bereich der Barbarossastadt von der Ahrmündungsbrücke bis hin nach Bad Bodendorf zur Ehlinger Ley. Derzeit wurde der Ahrradweg im Bereich Eisenbahnbrücke bis Spessartsteg und vom Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf bis zur Ehlinger Ley temporär hergestellt. Temporär deshalb, da zum Zeitpunkt der Planung noch nicht festlag, wo die endgültige Trasse verlaufen soll.
Votum im Ausschuss
Wie es weitergeht, war Thema im Stadtrat. Konkret ging es dabei um den Abschnitt in Bad Bodendorf. Für diesen hatte sich bereits der Bauausschuss gegen das Votum der Grünen für eines von drei Szenarien entschieden. Das sieht wie folgt aus: Der Ahrradweg würde wie im Bestand vom Ehrenfriedhof entlang der Ahr und den Bogenschützen und Tennisclub bis zur Freiherr-vom-Stein Brücke führen. Aufgrund der Gewässeraufweitung in Bad Bodendorf im Hauptgerinne der Ahr und des geplanten Flutgerinnes würde der Ahrradweg somit das Flutgerinne überwinden müssen. Da das Flutgerinne erst ab HQ 20, also statistisch alle 20 Jahre mit Wasser gefüllt wäre, könnte ein Durchqueren des Flutgerinnes und die damit verbundene Überschwemmung und Instandsetzung in Kauf genommen werden. Der Ahrradweg würde nach der Durchquerung des Flutgerinnes dann wieder am Rande der Aufweitung in Dammlage bis zur Freiherr vom Stein Brücke verlaufen. „Inwieweit der Radweg unter der Freiherr-vom-Stein Brücke verläuft, gilt es im weiteren Planungsverlauf noch abzustimmen, da auch hier ein Brückenneubau angestrebt wird“, machte Sofia Lunnebach von der GEWI im Rat klar.
Radweg wird verbreitert
Dennoch brachten die Grünen, wie schon im Ausschuss, eine Trennung von Radverkehr und Fußgängern auf verschiedenen Wegen ins Spiel, die mit Blick auf mögliche künftige Konflikte und mit Verweis auf das Naherholungsgebiet. Dem folgte der Rat nicht, Bürgermeister Geron: „Der Radweg wird verbreitert und für eventuelle Zwischenfälle ist nicht die Stadt, sondern sind die Verkehrsteilnehmer verantwortlich.“ Das von Lunnebach vorgelegte Szenario wurde bei fünf Gegenstimmen der Grünen beschlossen. Nicht ohne den Hinweis aus den Reihen der FWG, dass es auf dem Teilstück des Ahrradwegs zwischen Altenahr und Walporzheim, dass Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am Freitag eröffnete, auch keine Trennung von Radfahrern und Fußgängern gebe.
Wie sieht es langfristig mit den anderen Teilstücken des Ahrradweges in Sinzig aus? Der Abschnitt von der Ahrmündung bis zur Bahnbrücke ist derzeit noch nicht abschließend geplant, da auch im Bereich Kläranlage noch ein Teilstück aufgeweitet werden soll. Ziel ist es, dass die Trassierung wieder entlang der Ahr und sodann auf den vorhandenen Wirtschaftsweg in Richtung Ahrmündung führen soll. So würde die temporäre Durchfahrung durch das Wohngebiet entfallen.
Alles noch temporär
Zwischen Bahnbrücke und Kölner Brücke soll der künftige Ahrradweg unter der Eisenbahn- und B 9-Brücke nahezu so ausgebildet bleiben, wie er derzeit errichtet wurde. Hinter der Kölner Brücke würde dann wieder eine Verschwenkung stattfinden, sodass der Ahrradweg zum Teil auf der bereits ausgebildeten Zuwegung vom Kuhbachweg bis zum Spielplatz an der Hohenstaufenstraße geführt wird. Auch im weiteren Verlauf nach dem Spielplatz würde der Radweg an den Rand der Aufweitung verlagert werden. Wo die privaten Grundstücke beginnen, ist eine Veränderung der Trassierung nicht möglich. Aufgrund der Anrampung an den künftigen Spessartsteg wird der endgültige Ahrradweg in dem Bereich auf eine Dammlage ausgebildet. Hinter dem Spessartsteg führt der Ahrradweg entlang des Wirtschaftsweg bis zum Ehrenfriedhof. Und von da an, wie zum Abschnitt Bad Bodendorf beschrieben. Doch noch ist alles ein Provisorium – temporär eben. GS