Leserbrief zum Thema Klimaschutzbeauftragter
Geld macht sinnlich
Geld macht sinnlich! Ein Beleg dafür liefert die Stadt Neuwied, die nach der Grundsteuer-Erhöhung offenbar im Geld badet. Anstatt wie ein sparsamer Haushälter das Geld zusammen zu halten, wird es verjubelt. Man leistet sich eine „Klimaschutzbeauftragte“, um die „Klimaschutzziele der Bundesregierung in Neuwied voranzubringen.“ Diese Ziele sind im sog. Klimaschutzprogramm formuliert und mit der EU abgestimmt. Das Programm ist ambitioniert und der Erfolg nur gesichert, wenn alle großen Industrieländer die CO2-Reduktion ähnlich massiv betreiben. Die Aufgabe ist von globaler Dimension, lokale Trittbrettfahrer, wie Klimaschutzbeauftragte, sind reine Symbolpoltik. Ihr Nutzen geht gegen Null, ihre Kosten nicht.
Jürgen Bollinger, Neuwied

Eine rheinland-pfälzische Verbandsgemeinde mit 20.000 Einwohnern hat 2016 einen Klimaschutzmanager eingestellt. Die Kosten für die 3-jährige Besetzung der Stelle belaufen sich auf ca. 210.000 Euro. Der Eigenteil der VG lag bei ca. 70.000 Euro, die Fördersumme durch die nationale Klimaschutzinitiative bei ca. 140.000 Euro.
Während dieser drei Jahre hat der Klimaschutzmanager investive Fördermittel in Höhe von ca. 650.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen wie LED-Umrüstung, Heizungstausch, u. a. akquiriert (Förderquoten von 50 -90 %). Neben der Einwerbung von Fördermitteln entlasten die umgesetzten Maßnahmen die kommunalen Haushalte mittelfristig auch durch Energiekosteneinsparungen, wie die Sanierung einer Mehrzweckhalle in der Gemeinde zeigt. In Folge der durchgeführten Sanierungsmaßnahmen kann die Kommune knapp 10.000 Euro jährlich an Energiekosten für das Gebäude einsparen*.
(*Quelle; Handlungsempfehlung Kommunales Klimaschutzmanagement | Stand 16.04.2019, Energie Agentur Rheinlandpfalz)
Selbstverständlich werden Fördergelder auch über Steuereinahmen ermöglicht, jedoch werden durch die kommunalen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen diese Gelder durchaus für einen zukünftigen Mehrwert an Lebensqualität und Umwelterhalt gut angelegt sein.