Politik | 14.10.2015, 16:35 Uhr

Bonn-Berlin-Debatte

Gemeinsamer Schulterschluss dringend notwendig

RheinSieg-Kreis. Aus dem Herbsturlaub zurück meldet sich in der aktuell entfachten Diskussion um einen Komplettumzug der Bundesministerien nach Berlin, Bonns DGB-Chef Ingo Degenhardt zu Wort. „Ganz so ohne Vorwarnung kommt die Debatte um einen Umzug aller Ministerien nicht - nur der Zeitpunkt ist überraschend, bei den momentanen Herausforderungen in der aktuellen Flüchtlingssituation, die ein ganzes Land miteinander zu stemmen hat“, sagte Ingo Degenhardt. Aus Sicht des Gewerkschafters war es nur eine Frage der Zeit, bis diese seit Jahren immer wieder aufkommende Forderung derart an Fahrt aufnimmt, dass es nun endgültig zu einem gemeinsamen regionalen Schulterschluss kommen muss. Degenhardt: „Jetzt kommt es auf eine gemeinsame, einheitliche und klare Positionierung an. Wir müssen mit einer Stimme sprechen.“ Experten gehen davon aus, dass durch einen Komplettumzug bis zu 30.000 Arbeitsplätze in der Region gefährdet sein können.

Bereits im Sommer, als die Gründung einer Arbeitskommission im Bundesbauministerium zur Beurteilung der Aufgabenteilung zwischen den beiden Regierungssitzen an Rhein und Spree bekannt wurde, hat der DGB Bonn/Rhein-Sieg dringend einen regionalen Konsens in der Bonn-Berlin-Debatte gefordert. Neben anderen Akteuren hat sich auch der DGB immer für die Einhaltung des Berlin/Bonn-Gesetzes ausgesprochen und sich stets für die Interessen der Beschäftigten und ihrer Familien stark gemacht. „Die ständige Ungewissheit um den Arbeitsplatz und den Arbeitsort sind für die Beschäftigten und ihre Familien eine große Belastung. Der Bund als Arbeitgeber hat seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber eine Verantwortung und eine Fürsorgepflicht“, sagte Degenhardt. Die Zeit der vielen Einzelappelle scheint endgültig vorbei zu sein. Was Bonn und das Umland nun braucht ist ein großes regionales Bündnis aus Politik, Kommunalverwaltung, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften.

Pressemitteilung

DGB

Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg

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