Politik | 28.11.2018

Traurige Premiere bei Rathscheck Schiefer:

Gesamt-Betriebsrat organisiert eigene Barbarafeier ohne Firmenleitung

Letzte Barbarafeier in Mayen?

Mayen.Seit fast einem halben Jahr befassen sich Printmedien, Fernsehen, Radio und auch soziale Netzwerke über die Region Mayen hinaus mit der Ankündigung der Leitung von Rathscheck Schiefer, die Produktion der Moselschiefer-Bergwerke einzustellen.

Die oft zwiespältige und widersprüchliche Begründung stieß nicht nur bei Fachleuten, ehemaligen leitenden Mitarbeitern und Teilen der regionalen Politik sowie in der Petition auf Zweifel und heftige Kritik an der Leitung. Auch der Betriebsrat wurde mit dieser plötzlichen Entscheidung völlig überrascht und kann die Begründungen in Kenntnis der inneren Situation und Zustände nicht teilen.

Nach übereinstimmender, sachlich fundierter Auffassung im Gesamt-Betriebsrat und bei den Kumpels hätte eine Bergwerks-Schließung verhindert werden können und könnte mit personellen Maßnahmen in der Leitung immer noch abgewendet werden. Trotz des Kampfes der Bergwerksbelegschaft hält die Konzernleitung der Gruppe Wilh. Werhahn in Neuss, zu der Rathscheck seit 1904 gehört, aber bisher am Entschluss des zwischendurch auch noch vorgezogenen Datums 31. März 2019 für die Schließung und damit für die Massenentlassung des Bergwerksbereichs fest. Eine soziale, kulturelle, handwerkliche, ökologische, wirtschaftliche und regionale Jahrhunderte-Geschichte, die bis zur Internationalität ausgestrahlt hat, soll damit zu Ende gehen. Die beiden Niederlassungsleiter der Werhahn-Gruppe hatten neben sozialen (sommerliche Familien-Party, Weihnachtsfeier u.a.) auch erfolgreiche Marketing-Veranstaltungen (Dachdeckertage, Architekten-Kongresse, Bergwerksbefahrungen für Fach- und Kundeninteressierte) abgeschafft. Und schließlich auch den Tag der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, nicht mehr mit einer gemeinsamen Barbarafeier für die Belegschaft und nationale / internationale Partner gewürdigt. Daher organisiert der Betriebsrat 2018 ohne Betriebsleitung selbst und auf eigene Kosten eine Barbarafeier. Zum sicher bevorstehenden Abschied vom leidenschaftlich betriebenen Moselschiefer-Bergwerk. Am Sonnabend, 08. Dezember 2018, findet in der St. Clemens-Kirche in Mayen eine Heilige Messe statt. Beginn ist 17.00 Uhr. Der feierliche Ablauf wird von der Bergmanns-Kapelle Fell/Trier begleitet.

Nach Beendigung der heiligen Messe gegen ca. 18.00 Uhr findet in der Kirche eine Mahnwache statt. In der Mahnwache sprechen der Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz, Herr Dr. Alexander Wilhelm, für den Betriebsrat Jürgen Hofmann und Karl Schubert, sowie der Bergmann Andreas Rech-Grobosch, der die Petition initiierte hatte, die bis jetzt fast 5.000 Unterstützer bundesweit gefunden hat. Die Mayener Künstlerin Marika Kohlhaas, die in zurückliegenden Jahren schon einmal 3 Monate lang Untertage im Bergwerk Kunstbilder mit anschließender Vernissage in den Fertigungshallen geschaffen hatte, wird ein Kunstbild der heiligen Barbara als Dauerleihgabe an den Betriebsrat übergeben, und aus künstlerischer Sicht ebenfalls sprechen. Begleitet wird dieser Teil von der Sängerin Jennifer Toprak mit bergbaubezogenen Liedern. Danach findet ein Gedenkzug unter Führung der Bergmanns-Kapelle Fell, mit kurzem musikalischem Stopp auf dem Marktplatz, zur Herz-Jesus-Kirche statt. Im dortigen Pfarrsaal lädt der Betriebsrat mit den Kumpels einen bestimmten Personenkreis zu einem Imbiss mit Getränken. Während in der Kirche alle Bürger mehr als willkommen sind, ergehen für den Pfarrsaal individuelle Einladungen an Persönlichkeiten, die die Kumpels in den letzten Monaten in besonderer Weise unterstützt haben. Und die Rentner des Unternehmens sind ebenso eingeladen.

Pressemitteilung

Gesamt-Betriebsrat

Jürgen Hofmann,

Helmut Retterath,

Karl Schubert (Vors. Ges. BR)

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