Andernacher Stadtrat tagte
Geysir will in abgespeckter Version in die Saison starten
Durchführung des Michelsmarkts eher unwahrscheinlich
Andernach. Mit zweieinhalb Monaten Corona bedingter Verspätung will der Geysir Mitte Juni in die Saison starten. Ausgenommen von der Öffnung bleibt das Geysirzentrum. „Da es nicht möglich ist, die geltenden Auflagen zum Infektionsschutz im Geysirzentrum umzusetzen, haben wir uns dazu entschieden, aus dem gewohnten Dreiklang, einen Zweiklang zu machen“, stellte Christian Heller, Geschäftsführer Geysir.info, auf der jüngsten Stadtratssitzung den Ratsmitgliedern eine Perspektive vor, die es ermöglicht diesen Sommer noch zeitnah in die Geysir-Saison zu starten. Normalerweise ist der Besuch der Ausstellung die erste Station beim Geysirbesuch. Hier informieren sich die Gäste über die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge des Geysirausbruchs, ehe sie anschließend mit dem Schiff zum Namedyer Werth fahren, um dort das Naturschauspiel mitzuerleben. In Zeiten von Corona dürfe sich laut den geltenden Abstandsregeln, lediglich eine Person pro Quadratmeter in der Ausstellung aufhalten. Insgesamt dürften maximal 70 bis 80 Besucher gleichzeitig das Geysirzentrum besuchen, erläutert Heller. Die größte Herausforderung stelle jedoch der Aufzug dar, der die Gäste zu den Ausstellungsbereichen bringt. Zur Einhaltung der Abstandsregeln dürfte dieser nur jeweils mit zwei Personen besetzt sein. „Bei einer Gruppe von 60 Personen, dauert es 90 Minuten, bis alle Gäste die Ausstellungsebene erreicht haben“, führt Heller aus. Desweiteren müssten alle Mitmachstationen nach jeder Nutzung durch einen Besucher desinfiziert werden. „Das ist in der Praxis nicht realisierbar“, betont Heller. Da sich aufgrund der geltenden Abstandsregeln auch auf dem Geysirgelände zeitgleich nur 130 Personen aufhalten dürfen, kann auch das Schiff lediglich 130 Passagiere mitnehmen.
Die Ratsmitglieder begrüßten die Pläne zur zeitnahen Wiedereröffnung des Geysirs und hoffen auch mit der abgespeckten Version in den Sommermonaten Gäste in die Bäckerjungenstadt zu locken. Zudem war man sich darüber einig, dass ein Geysirbesuch gerade in der jetzigen Situation auch für einheimische Besucher eine willkommene Abwechslung ist. Dass die lange Schließung und die abgespeckte Form, mit der der Geysir ab Mitte Juni an den Start geht, auch finanzielle Auswirkungen haben wird, ist sowohl Heller, als auch den Ratsmitgliedern bewusst. Im Jahre 2019 erwirtschaftete der Geysir noch einen Gewinn im sechsstelligen Bereich, berichtete Heller. „Das wird im Jahr 2020 wohl kaum zu erreichen sein.“
Freibadbesuch in Corona Zeiten
Zu Beginn der ersten Stadtratssitzung seit dem Ausbruch von Corona, die aufgrund der geltenden Hygieneverordnung und Abstandsregeln in der Mittelrheinhalle stattfand, informierte OB Achim Hütten noch kurz über die zeitnahe Öffnung von Freizeiteinrichtungen, wie beispielsweise das Andernacher Freizeitbad, sowie über geplante Großveranstaltungen, wie den Michelsmarkt. Obwohl in Rheinland-Pfalz die Freibäder mit Auflagen ab dem 27. Mai wieder offiziell geöffnet werden dürfen, stehe derzeit noch nicht fest, ob dieser Termin für das beliebte Andernacher „Ons Schwemmbad“ eingehalten werden kann. Laut Hütten sei dies derzeit noch fraglich. Der Stadtchef machte klar, dass auch im Falle der Öffnung, der Freibadbesuch nicht in der gewohnten Form stattfinden kann. So sei in Planung das Freibad nur stundenweise zu öffnen. „Es wird dann beim Freibadbesuch mehr einer kurzen Erfrischung, als einer ganztägigen Erholung gehen“, so Hütten.
Auch die Traditionsveranstaltung Michelsmarkt Ende September, steht noch in den Sternen. Obwohl das Verbot aller Großveranstaltungen derzeit bis Ende August gültig ist, hält Hütten die Durchführung der Veranstaltung, die bei gutem Wetter bis zu 30.000 Besucher in die Stadt lockt, für eher unwahrscheinlich.
