Politik | 15.10.2015

Stadt Rheinbach

Grausame Entdeckung im Stadtwald

Stadtförster Tölle mahnt Hundehalter zur Vernunft

Immer wieder werden von Hunden gerissene tote Rehkitze im Wald gefunden.privat

Rheinbach. Nachdem er nun zum wiederholten Male ein von wildernden Hunden gerissenes Kitz im Rheinbacher Stadtwald vorgefunden hat, wendet sich Stadtförster Sebastian Tölle offiziell an alle Hundehalter. Denn aktuell kommt es vermehrt zu Problemen mit wildernden Hunden. Üblicherweise sind die Kitze insbesondere in den Monaten Mai und Juni gefährdet, wenn sie noch klein und schwach sind. In diesem Jahr hält dieser Missstand aber bis heute an. Kitze die sich in der Nähe der Wanderwege aufhalten, werden von den frei laufenden Hunden gesehen bzw. gerochen und dann gefangen. Die Hunde beginnen dann die Rehe bei lebendigem Leib an- oder aufzufressen. Die Tatorte lassen keinen anderen Schluss zu, als das die mit der Situation überforderten Halter, die vermutlich kein derartiges Verhalten von Ihrem Hund erwartet hätten, mit ihrem Hund weiterziehen und das Tier seinem Schicksal überlassen. Sofern sie die Attacke überleben, verenden diese dann elendig. Mitunter erreichen Sebastian Tölle auch Anrufe von Passanten, die ein vor Schmerzen schreiendes Tier im Wald hören. Wird die Örtlichkeit gut beschrieben, findet der Stadtförster die Tiere in der Regel recht schnell. Meistens sind diese schwerstverletzt und nicht mehr zu retten, so dass sie Sebastian Tölle nur noch schnell von ihrem Leiden erlösen kann. Nach seiner Einschätzung führen die Ignoranz der Hundehalter, ihre Hunde frei im Wald laufen zu lassen und der fehlende Gehorsam dieser Tiere zu einer für die jungen Kitze tödlichen Gefahr. Dass auf ihr Fehlverhalten angesprochene Hundehalter sich in Ausreden flüchten oder gar in Beschimpfungen ergehen, ist eigentlich nicht hinnehmbar, aber traurige Realität. Nach dem Landesforstgesetz müssen Hunde im Wald außerhalb der Wege angeleint sein. Nach § 20 Landeshundegesetz NRW handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig einen Hund nicht so hält, führt oder beaufsichtigt, dass von diesem keine Gefahr für Menschen oder Tiere ausgeht.

Immer wieder werden von Hunden gerissene tote Rehkitze im Wald gefunden.Foto: privat

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