Politik | 11.08.2020

Umsetzung des Koblenzer Verkehrsentwicklungsplans 2030

Grüne wollen Radverkehrsachse Innenstadt - Arenberg

Die Koblenzer Grünen machten sich auf einer Radtour selbst ein Bild, wie die Umsetzung des VEP 2030 voran schreitet. Foto: privat

Koblenz. Der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2030 beschreibt vier besonders wichtige Radverkehrsachsen. Auf sicheren und direkten Wegen sollen Radfahrende unter anderem von der Innenstadt über Ehrenbreitstein nach Arenberg fahren können. Diese Radstrecke sind die Koblenzer Grünen nun entlang gefahren und haben den aktuellen Zustand sowie erforderliche Maßnahmen diskutiert. Ein kurzer Abstecher galt auch dem rechtsrheinischen Rheinradweg.

Im VEP 2030 wird die Notwendigkeit, den Radverkehr voranzubringen, sehr klar gefordert und vor allem die vier Achsen werden immer wieder hervorgehoben und als Rückgrat der Radverkehrsförderung bezeichnet. Entlang der Strecke zwischen Innenstadt und Arenberg ist die Radverkehrsinfrastruktur seit der Aufstellung des VEP jedoch nicht wesentlich verbessert worden. „Diese Achse wurde im VEP mit einem hohen Kosten-Wirkungs-Verhältnis eingestuft,“ so Alina Welser, Vorstandssprecherin der Koblenzer Grünen, „und die Umsetzung sollte laut VEP kurzfristig bis 2020 erfolgen.“ Die Route soll laut VEP ein Prototyp für die Anbindung von Höhenstadtteilen sein. „Dies gilt insbesondere mit Blick auf die BUGA 2029,“ betont Welser, „für ‚Nachahmer‘ bleibt aber wenig Zeit, wenn der Prototyp nicht vorankommt.“

Was entlang der Radverkehrsachse nötig und möglich wäre, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt vor Ort erleben. „Sei es hier eine Bordsteinabsenkung oder dort die Aufhebung einer unsinnigen Benutzungspflicht: mit teilweise sehr einfachen Maßnahmen kann entlang der Achse schon einiges erreicht werden,“ so Vorstandsmitglied Gregor Höblich, der die Radtour organisiert hatte und als Radverkehrsplaner vor Ort fachliche Hintergründe erläuterte. „Schwierig ist und bleibt vor allem die Landesstraße 127, für die der VEP zwar Schutzstreifen vorsieht, die aber nicht unbedingt zu größeren Abständen des Kfz-Verkehrs zu den Radfahrenden führen werden.

Der VEP sieht daher eine alternative Strecke durch das Mühlental vor. Die Radtour endete hier an einem unbefestigten Wirtschaftsweg. „Wenn das die Hauptachse nach Arenberg werden soll, muss der Weg asphaltiert werden,“ stellt Grünen-Vorstandssprecher Martin Schmidt fest, der mit seinem Rennrad gekommen ist. „Für den Alltagsverkehr sind unbefestigte Wege absolut ungeeignet!“

Am Rhein biegt Höblich noch einmal von der Pfaffendorfer Brücke ab und führt die Teilnehmer*innen hinunter an den Rheinradweg. „Dieser ist nicht nur von hoher touristischer Bedeutung,“ erklärt er, während die Gruppe an einer Treppe steht, die die Radfahrenden schieben müssen, „sondern im VEP explizit als ‚Komfortroute‘ beschrieben – mit entsprechenden Vorgaben, unter anderem für die Wegebreite und -qualität.“ Die Koblenzer Grünen stellen fest: der Rheinradweg wird auf der rechten Flussseite im Koblenzer Stadtgebiet diesen Kriterien nicht gerecht, denn der Belag ist teilweise in schlechtem Zustand und es gibt zahlreiche – oft unbefestigte – Engstellen an den Baumscheiben.

„Es gibt einen steigenden Radverkehrsanteil,“ fasst Carl-Bernhard von Heusinger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Koblenzer Stadtrat zusammen, „das ist auch erklärtes Ziel im VEP. Dafür muss Koblenz mal endlich anfangen! Wir reden hier beim Rheinradweg über die EuroVelo-Route EV 15 mit hoher Bekanntheit und Bedeutung. Über den Zustand muss man sich in Koblenz geradezu schämen! Und die Route auf den Höhenstadtteil Arenberg wird im VEP auch hervorgehoben, weil solche Strecken angesichts der E-Bike-Entwicklung immer relevanter werden – nicht zuletzt für die BUGA 2029 im Oberen Mittelrheintal.“

Zum Hintergrund:

Der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2030 wurde im Jahr 2018 vom Koblenzer Stadtrat (einstimmig ?) beschlossen. Zuvor wurde in einem fast vierjährigen Verfahren mit einer umfassenden Beteiligung der Koblenzer Bürgerinnen und Bürger, der verschiedenen Verbände und Dienststellen, der Koblenzer Ortsbeiräte sowie auch der benachbarten Gemeinden der VEP erarbeitet.

Im Ratsbeschluss wurde der VEP als „grundsätzlich verwaltungsverbindlich“ bezeichnet. Seine Inhalte müssen von Rat und Verwaltung seitdem bei allen Beschlüssen mit Verkehrsbezug bzw. mit verkehrlichen Auswirkungen berücksichtigt werden. Auch festgelegt wurde, dass dem Stadtrat beginnend mit dem Haushaltsjahr 2020 konkrete Umsetzungsvorschläge zur Entscheidung vorgelegt werden.

Bereits in der Einleitung des VEP ist von der „autogeprägten Mobilitätskultur“ in Koblenz die Rede, die in der Stadt teilweise zu hohen Umweltbelastungen und Kfzdominierten Straßenräumen führt. Andererseits werden „nicht ausgeschöpfte Potentialen für den Fuß- und Radverkehr“ benannt. Es wird kritisiert, dass es in Koblenz kein zusammenhängendes Radnetz gebe und insbesondere an den Haupt- und Sammelstraßen Radwege fehlten. Inhaltlich geht der VEP auf viele Aspekte der Radverkehrsinfrastruktur ein (Radwege, Fahrradstraßen, Kreuzungsbereiche, usw.) und beschreibt insbesondere vier wichtige Radverkehrsachsen. Auch Aspekte wie Abstellanlagen oder ein Fahrradverleihsystem werden aufgezeigt.

Alle Maßnahmen im VEP werden u.a. nach Priorität, zeitlicher Umsetzungsfrist und Kosten-Wirkungs-Klasse eingestuft. Vor allem die Radverkehrsförderung wird hierbei als besonders wichtig und effektiv hervorgehoben. Der Stadt werden im VEP auch finanzielle Rahmendaten an die Hand gegeben, sowohl für die Infrastruktur als auch für Personal: Entsprechend der Einstufung der Stadt Koblenz als Stadt der Kategorie „Einsteiger“ (siehe Nationaler Radverkehrsplan 2020) wird ein jährlicher Etat von etwa 1 Millionen bis 1,5 Millionen Euro für den Radverkehr angeraten.

Pressemeldung Bündnis90/Die Grünen KV Koblenz

Die Koblenzer Grünen machten sich auf einer Radtour selbst ein Bild, wie die Umsetzung des VEP 2030 voran schreitet. Foto: privat

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