Bürgerinitiative „Energiewende Neuwied: Natürlich. Gemeinsam. Gestalten.“
Grundlast-Initiative benötigt
Neuwied. Wollte man den Strombedarf Deutschlands allein mit Windenergie abdecken, stünde auf jedem Quadratkilometer ein großes Windrad! Das zeigt, wie groß der Energiehunger ist, aber auch welch immense Flächen Windenergieanlagen verschlingen. Noch nicht eingerechnet sind dabei die fußballfeldgroßen Flächen, die es zum Bau solcher Windräder braucht. Im Stadtgebiet Neuwied liegen alle Potenzialflächen für den Bau von Windenergieanlagen im oder unmittelbar am Wald. Durch den Bau von Windrädern an solchen Standorten wird aber nicht nur wertvoller CO2-Speicher vernichtet, sondern es werden auch die letzten Rückzugsräume vieler Tierarten gefährdet. Wenn die Windenergie nicht umsichtig ausgebaut wird, wird dem vom Menschen ausgelösten Massensterben damit zusätzlich Vortrieb geleistet. Die Bürgerinitiative „Energiewende Neuwied: Natürlich. Gemeinsam. Gestalten.“ hat die Eignung einzelner Potenzialflächen, deren Prüfung nun von den Stadtwerken Neuwied (SWN) in Auftrag gegeben wird, gegenübergestellt. Dabei wird deutlich, welche Potenzialflächen besser und welche schlechter geeignet sind. Auf die Prüfung einiger könnte man gleich verzichten, wäre die Politik sich der Bedeutung einzelner Standorte bewusst und sowohl Willens als auch in der Lage, klare Prioritäten zu setzen. Dann wären auch beachtliche Gutachtenkosten eingespart, die sich letztlich auch in den Stromkosten niederschlagen werden.
Darüber hinaus hat die Bürgerinitiative auf ihrer Homepage energiewende-neuwied.de auch Grundprinzipien formuliert, die beim Abwägen potenzieller Standorte berücksichtigt werden sollten: Demnach gilt es zum Ausbau der Windenergie Kooperationen mit umliegenden Kommunen zu schließen, um zu gewährleisten, dass die best-geeigneten Flächen genutzt werden. Denn erst wenn mehr Flächen berücksichtigt werden, kann – wenn immer möglich – auf den Bau von Windrädern im Wald verzichtet werden. Benachbarte Kommunen verfolgen solche Strategien bereits; ihnen ist klar, welche Bedeutung dem Wald zukommt. Auch sollten die benötigten Windräder an einem oder wenigen Standorten gruppiert werden, damit nicht auf jedem Hügel ein Windrad errichtet wird. Dazu müsste die Zahl der Windräder so gering wie möglich gehalten werden. All das ist möglich, wenn der grundlastfähigen Energiegewinnung mehr Gewicht gegeben würde. Auch hierzu hat die Bürgerinitiative konkrete Vorschläge über die Eignung etwa von Flusswärmepumpen gemacht. Grundlastfähige Energieformen sind wetterunabhängig, minimal-invasiv und vor allem zur Nutzung in Nah- und Fernwärmenetzen geeignet. So kann vor allem der Heizbedarf zu einem wesentlichen Anteil abgedeckt werden, ohne dass es dafür umfassender Eingriffe in die Natur bedürfte.
Fazit: Stadt und SWN müssen eine Grundlast-Initiative entwickeln! Denn je mehr des künftigen Strombedarfs über grundlastfähige Energieformen abgedeckt werden kann, desto weniger bedarf es an großflächigen Eingriffen in die letzten verbleibenden naturnahen Restflächen im Stadtgebiet!
Pressemitteilung
der Bürgerinitiative
„Energiewende Neuwied“
