Politik | 09.06.2021

Holz-Engpässe: Landrat holt Beteiligte an einen Tisch

Grundsätzlich sind genug Rundholz und Produktionskapazitäten vorhanden

Regionale Zwischenlösung für drei Westerwälder Landkreise als Ziel

Kreis-Wirtschaftsförderer Harald Schmillen (von links), Innungsobermeister Ralf Winn und Landrat Achim Hallerbach besprachen die aktuelle Problematik der Holz-Lieferengpässe. Der Landrat will jetzt alle Beteiligten für eine regionale Lösung an einen Tisch holen.Foto: Kreisverwaltung

Kreis Neuwied. Holz ist wunderbar, aber derzeit auch ziemlich knapp – zumindest, wenn man es in Form von Dachlatten oder von Baukonstruktionsholz für den Hausbau benötigt. Der Markt spielt verrückt, vielen Handwerkern in der Region gehen die Baustoffe aus. Besonders betroffen sind die Dachdecker und Zimmerer, die kaum oder nur zu deutlich erhöhten Preisen an Materiallieferungen kommen. „Trotz voller Auftragsbücher drohen Baustopps und Kurzarbeit“, befürchtet Ralf Winn als Innungsobermeister für den Kreis Neuwied. Um diese Problematik zu besprechen und Wege aus der kurzfristig entstandenen Krise zu finden, traf er sich kürzlich mit Landrat Achim Hallerbach und Kreis-Wirtschaftsförderer Harald Schmillen. Das Ergebnis vorweg: Grundsätzlich scheint das Problem nicht unlösbar, es bedarf aber an einigem „Goodwill“. Der auf regionaler Ebene einzig mögliche Lösungsansatz ist daher, die Beteiligten an einen Tisch zu holen. Eben das will Neuwieds Landrat Achim Hallerbach machen. „Wir werden alle maßgeblichen Akteure aus den drei Westerwälder Landkreisen möglichst zeitnah einladen und dann versuchen, eine gemeinsame Lösung für unsere Region und die heimische Wirtschaft zu finden“, kündigt er an. Hallerbach hat dazu bereits zahlreiche Vorgespräche geführt und das Thema im Kreis Neuwied zur Chefsache erklärt. Gemeinsam mit seinen beiden Landratskollegen Dr. Peter Enders (Altenkirchen) und Achim Schwickert (Westerwaldkreis) sollen mit dem Forst, den Waldbesitzern, den Sägewerken und dem Handwerk nach einer Lösung gesucht werden. „Wir brauchen eine einvernehmliche Vereinbarung, die uns über die nächsten Monate trägt. Eine kurzfristige Regelung über Einschränkungen beim Export sehe ich nicht“, formuliert es Landrat Achim Hallerbach.

Denn der akute Mangel, vor allem an zugeschnittenen Dachlatten, schlägt bis auf die einzelnen Verbraucher durch – mit teils heftigen Konsequenzen. „Ich bin schon von mehreren Bürgern angesprochen worden, denen ihre Baufinanzierung um die Ohren zu fliegen droht“, berichtet der Landrat. Und auch Wirtschaftsförderer Schmillen kennt das Problem: „Es kommt auf den Baustellen zum Stillstand. Und wer sich diese Verzögerungen nicht leisten kann, muss teils deutlich gestiegene Materialpreise zahlen. Die Banken jedoch finanzieren keinen Mehrpreis, sondern nur Mehrwert“, weiß er.

Bei allem keimt auch die Hoffnung auf, dass es sich um ein Problem handelt, das genauso schnell wieder verschwinden kann, wie es aufgetreten ist. „Die Nachfrage aus China ist nicht der Haken. Diese sehen wir schon seit einigen Jahren, und der Holzeinschlag ist gleichzeitig massiv gestiegen. Außerdem wird nach China vornehmlich Holz exportiert, welches hier vor Ort kaum eingesetzt würde. Stärker scheinen vermehrte „Vielfachanfragen“ des gleichen Postens bei mehreren Händlern und der Handelsstreit in Nordamerika zu wiegen. Wenn sich diese Themen auflösen, kann es bei uns auch schnell wieder zu einer Normalisierung kommen“, hofft die Runde. Jetzt soll konkret an einer regionalen Zwischenlösung gearbeitet werden. Denn die grundsätzlichen Voraussetzungen – Material und Produktionskapazitäten –, zur Deckung der Nachfrage scheinen im Westerwald vorhanden zu sein.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

Kreis-Wirtschaftsförderer Harald Schmillen (von links), Innungsobermeister Ralf Winn und Landrat Achim Hallerbach besprachen die aktuelle Problematik der Holz-Lieferengpässe. Der Landrat will jetzt alle Beteiligten für eine regionale Lösung an einen Tisch holen.Foto: Kreisverwaltung

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Rund um´s Haus
Oster-Anzeige
Doppelseite PR/Anzeigen
Titel
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
20

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2267

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Koblenz blüht
Anlagenmechaniker
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Ostergruß
Container Anzeige
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Angebotsanzeige (April)
PR-Anzeige
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Stellenanzeige