Politik | 19.09.2016

„Kommunalpolitik im Detail“

Gutachter: „Bei üblichen Lüftungszyklen keine Einschränkung der Nutzung“

Stellungnahme von Wolfgang Kroeger zu Schadstoffbelastung in der Kita Bad Bodendorf

Sinzig. Mit Verdruss und Ärger begann die kurze Ratssitzung am vergangenen Mittwoch im Saal Herges in Westum. Grund war die Schadstoffbelastung in der Bad Bodendorfer Kita, die zur Zeit saniert wird. SPD-Fraktionschef Hartmut Tann hatte per kleiner Anfrage einen Sachstandbericht von Bürgermeister Wolfgang Kroeger ausgelöst. Der Sinziger Stadtchef verheilt sich getreu der Gemeindeordnung und ließ weder eine Aussprache noch Wortmeldungen der Elternvertreter zu. Dies sorgte für Unmut.

Ein Versöhnungsangebot von Kroeger sieht Folgendes vor: Noch in dieser Woche soll es einen „Runden Tisch“ mit den Gutachtern und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung geben. In der Reihe „Kommunalpolitik im Detail“ druckt „BLICK aktuell“ an dieser Stelle den Sachstandsbericht des Bürgermeisters in dem er auch auf einen Leserbrief der Eltern eingeht im Wortlaut ab.

Sachstandsbericht des Bürgermeisters:

Belastete Baustoffe in der Kindertagesstätte Bad Bodendorf

Durch den Stadtrat Sinzig wurden die nachfolgenden Sanierungsmaßnahmen in der Kita Max und Moritz in Höhe von 280.000 Euro beschlossen.

Inhalt der Sanierungsarbeiten:

- Sanierung der Fensterfassade, Holz/Alu

- Sanierung der Fußböden nur in den vier Gruppenräumen, nicht in den Nebenräumen.

- Installationsarbeiten Elektro

- Installationsarbeiten Heizung

- Sanierung der Eingangstüren Alu

Bei solchen Maßnahmen werden routinemäßig im Vorfeld Materialproben zwecks Analytik gezogen. Diese sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, entgegen den Aussagen im Leserbrief.

Die Ergebnisse der Beprobung vom 22.08.2016 wurden der Verwaltung am 30.08.2016 vom bauüberwachenden Ingenieurbüro schriftlich vorgelegt.

Darin sind PCB-Belastungen in den Proben der Fugendichtmassen in einem Gruppenraum festgestellt worden. Die Blindfüllungen der alten Fensterelemente bestehen aus Asbestzement. Der Bodenbelag weist PCB-Belastungen unter den Grenzwerten aus und gilt daher als nicht belastet.

Dieses Ergebnis, das zum Teil belastete Baustoffe nachgewiesen wurden, erhielt zeitgleich die Kindergartenleitung. Die Verwaltung hat darüber hinaus am übernächsten Tag eine schriftliche Information als Aushang im Kindergarten angebracht. Entgegen den Aussagen im Leserbrief erfolgte diese Information nicht aufgrund der Presseberichterstattung.

Selbstverständlich können alle Ergebnisse dieses Gutachtens bei der Stadtverwaltung jederzeit eingesehen werden.

Es wird derzeit geprüft, ob eine Sanierung während des Kindergartenbetriebes möglich ist.

So wurde nur die Sanierung der Eingangstüren (Alu) bereits an den Schließtagen durchgeführt. In diesem Zeitraum waren weder Kinder oder Angestellte in der Einrichtung durch Umbauarbeiten und Gefahren ausgesetzt.

Am gleichen Tag, mit Vorlage der Ergebnisse, dem 30.08.2016, wurde Herr Dr. Walter Dorten, Labor für Spurenanalytik, mit der Durchführung von Raumluft-Messungen auf PCB beauftragt. Diese erfolgten an vier Messpunkten im gesamten Gebäude.

Das Gutachten wurde nicht erst nach Intervention der Eltern eingeholt, sondern direkt und VOR dem Baubeginn durch das beauftragte Planungsbüro veranlasst. Die nachträgliche Raumluftmessung erfolgte zur Klarstellung der Sicherheit in der Einrichtung durch die Stadtverwaltung.

Die Ergebnisse liegen noch nicht schriftlich vor, jedoch wurde uns bereits mündlich mitgeteilt, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden. Der Gutachter sieht in der Nutzung der Kita bei üblichen Lüftungszyklen keine Einschränkung der Nutzung.

Sobald das Gutachten schriftlich vorliegt, kann dies ebenfalls selbstverständlich eingesehen werden.

Eine gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung anderer Behörden ist entgegen der Aussagen des Leserbriefes nicht erforderlich.

Die Kindergartenleitung ist über alle Themen, die den Kindergarten betreffen, von Anfang an mit involviert und bekommt von uns alle notwendigen Informationen aus erster Hand und unmittelbar. Alle Verfahrensschritte und auch die weiteren Maßnahmen werden mit ihr abgestimmt; dies gilt auch für die Unterbringung der Kinder in der Einrichtung. Sie ist vor Ort der Ansprechpartner, darüber hinaus stehen der Fachbereichsleiter Soziales, der Leiter des Bauamtes sowie auch die Verwaltungsspitze zur Verfügung.

BL

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