Sitzung des Remagener Stadtrats
Heftige Diskussionen um den Ausbau des Oberwinterer Bahnhofs
Mehrheit stimmte dem Vertrag zu - Bahnsteigdächer bleiben nicht erhalten
Remagen. Der Remagener Stadtrat stimmte am Montagabend nach ausführlichen und auch heftigen Diskussionen dem Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für die Modernisierung und den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Oberwinter zu. Der Anteil der Stadt bleibt bei 610.000 Euro. Für den Vertrag stimmten die CDU, FDP, Grüne und FBL. SPD, Dr. Peter Wyborny von der WGR und die Christdemokratin Rita Höppner votierten dagegen.
In seinem Eingangsstatement hob Bürgermeister Björn Ingendahl hervor, dass die Umgestaltung des Oberwinterer Bahnhofs nicht als Degradierung zu sehen sei. Es gehe vielmehr um den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs. Gegenstand sei nicht die Art und Weise der Modernisierung. Nach Gesprächen mit Thorsten Müller vom SPNV Nord solle der RXX den RE5 ersetzen, und somit sei eine zusätzliche stündliche Verbindung in Oberwinter in beide Richtungen zusätzlich zur Mittelrhein-Bahn und zur Ahrtalbahn gegeben. Viele hätten sich für diesen weiteren Halt in Oberwinter starkgemacht, besonders die Initiative. Eine neue Planung werde mehr Zeit und mehr Geld kosten. Vorrangiges Ziel solle es neben der Barrierefreiheit sein, Oberwinter wieder besser an die Bahn anzubinden.
Hans Metternich hob für die SPD hervor, dass die Dächer von der Erhöhung der Bahnsteige nicht tangiert würden. Die Kosten von rund 240.000 Euro für den Abriss der Dächer und den Bau der Wartehäuschen könne man sich sparen. Die Verwaltung bat Metternich, sich genau zu erkundigen, welcher Zug nun in Oberwinter hält. Rosa Maria Müller von der FDP sprach sich ebenso für den Erhalt der Dächer aus wie Dr. Peter Wyborny von der WGR. Wyborny wollte die Dächer unter Denkmalschutz gestellt wissen. Der Christdemokrat und Ortsvorsteher von Oberwinter Norbert Matthias sprach von Diskussionen in dieser Angelegenheit schon seit 2013. Priorität müsse sein, dass Züge in Oberwinter hielten. Volker Thehos von den Grünen ließ das Geschehen der letzten Jahre um den Bahnhof Oberwinter Revue passieren und setzte auf die beiden wichtigen Punkte Barrierefreiheit und ausreichende Mobiliät für die Oberwinterer Bürger mit mehr Verbindungen nach Köln und Koblenz. Hier gehe die Mobilität vor den Erhalt der Dächer. Ohne Zustimmung zum Vertrag werde zeitnah nicht gebaut, und zudem werde die Modernisierung des Oberwinterer Bahnhofs dann sicher auch teurer für die Stadt Remagen. Ohne Vertrag gebe es keine zeitnahe Barrierefreiheit, keinen Ausbau des Bahnhofes und keinen RXX. Sozialdemokratin Christine Wießmann unterstrich noch einmal, dass bei einem Nichtabriss der Dächer Kosten gespart würden. „Wir gehen davon aus, dass der RXX in Oberwinter hält und auch die Mittelrheinbahn bleibt“, so Wießmann. Dem entgegnete Norbert Matthias: „Wir müssen akzeptieren, dass die Bahn die Planungshoheit hat.“ Hans Metternich bat noch einmal den Bürgermeister darum, sich zu erkundigen, ob es richtig sei, dass drei Züge pro Stunde den Oberwinterer Bahnhof in beide Richtungen anfahren. „Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen, auch unabhängig von der Mobilität. Die Bahn zahlt nicht die hohen Umbaukosten für den Bahnhof Oberwinter, damit kein Zug mehr hält“, gab Thomas Nuhn für die FBL die Zustimmung zum Vertrag.
Auf die vielen Wortbeiträge antwortete Bürgermeister Ingendahl. Ab Juni dieses Jahres solle der RXX die RE5 ersetzten. Das gehe nur mit der Erhöhung der Bahnsteige. Die Mittelrheinbahn fahre weiterhin, ebenso wie die Ahrtalbahn. Der Unter-Denkmalschutz-Stellung der Dächer im Oberwinterer Bahnhof habe keine der Denkmalschutzbehörden, mit denen Bauamtsleiter Gisbert Bachem telefoniert habe, zugestimmt. „Wir verlieren Zeit und die Zustimmung der Bahn“, so der Stadtchef.
Den Antrag auf eine Verschiebung der Entscheidung auf die nächste Ratssitzung im Mai lehnte der Rat mehrheitlich gegen die Stimmen der SPD und der WGR ab.
AB
