Sensoren und smarte Technik für kühle Köpfe in heißen Straßen
Hitze stoppen, Bäume stärken
Neuwied. Die anhaltende Hitzeperiode der vergangenen Woche hat erneut verdeutlicht, wie stark sich das Stadtklima durch zunehmende Extremwetterereignisse verändert. Der SPD-Ortsverein Neuwied-Stadtmitte und Irlich fordert deshalb den gezielten Einsatz moderner Sensoren an den Wurzeln und automatischer Bewässerungsleitungen als Beitrag zur nachhaltigen Klimaanpassung in Neuwied.
Meteorologe Sven Plöger wies erst kürzlich darauf hin, dass sich Hitzewellen in Mitteleuropa „massiv häufen“ und Linderung nur durch kluges Gegensteuern möglich sei. Stadtbäume gelten in diesem Zusammenhang als natürliche Kühlaggregate: Sie spenden Schatten, verbessern die Luftqualität und senken die Temperatur in stark versiegelten Wohnvierteln deutlich. In Neuwied ist dieser Effekt unter anderem am Schlosspark oder besonders auf dem Elisabethfriedhof spürbar.
Der SPD-Ortsverein hebt hervor, dass Stadtbäume gezielte Pflege und vor allem eine bedarfsgerechte Bewässerung benötigen, um ihre klimaregulierende Wirkung voll zu entfalten. „Sensoren an den Wurzeln helfen, Trockenstress frühzeitig zu erkennen und nur dann zu bewässern, wenn es wirklich notwendig ist. Das spart Wasser, Kosten und schont die Umwelt“, erklärt Peter Hof. Der ausgebildete Landschaftsgärtner mit langjähriger Praxiserfahrung betont die Bedeutung frühzeitiger Maßnahmen zur Erhaltung der Vitalität städtischer Bäume. Bäume brauchen viele Jahre, um ihre volle klimaregulierende Wirkung zu entfalten – Schattenwurf, Verdunstung und Luftreinigung entstehen nicht über Nacht. Deshalb legen wir heute den Grundstein für das Stadtklima der kommenden Jahrzehnte.
Ein Vorbild ist das Modellprojekt der Stadt Erlangen und in andern Vorreiter-Kommunen, bei dem Boden- und Stammsensoren die Bewässerung von Bäumen digital steuern. Dort konnten bereits hunderte Liter Wasser und viele Einsatzkilometer der Gießfahrzeuge eingespart werden. Das reduziert nicht nur CO2, sondern auch den finanziellen Aufwand.
Mit Blick auf aktuelle Neugestaltungen wie in der Engerser Straße oder der Schlossstraße spricht sich der Ortsverein dafür aus, solche Sensorik in Kombination mit smarter Bewässerung standardmäßig mitzudenken. „Wenn wir jetzt klug investieren, profitieren wir in zehn Jahren mehrfach: mit gesunden Bäumen, weniger Wasserverbrauch, weniger Fahrten und besserem Klima in unseren Straßen“, so Florian Haubrich, stellvertretender Vorsitzender und Ortsvorsteher der Innenstadt.
Bereits zuvor hat der SPD-Ortsverein in einem Schreiben an den Oberbürgermeister angeregt, bei den aktuellen Baumaßnahmen Sensorik und automatische Bewässerungssysteme von Anfang an mit einzubauen. Ziel ist es, die Klimaanpassung in Neuwied konkret, wirksam und finanzierbar zu gestalten – mit natürlichen Mitteln und digitaler Unterstützung.
Pressemitteilung SPD-
Ortsverein Neuwied-
Stadtmitte und Irlich
