Inklusion und Barrierefreiheit in Remagen
Im letzten Blick aktuell Remagen hat Herr Dr. Wyborny über den politischen Umgang mit Inklusion und Barrierefreiheit in Remagen geschrieben. Seine Ausführungen kann ich nur bestätigen. Ich war in dieser öffentlichen Stadtratssitzung am 13. Juli 2015. Auf meine Frage, weshalb nicht alle Kinder in der Kita St. Anna ein warmes Mittagessen erhalten, war die Antwort des Bürgermeisters: a) liegt das an der Regelung der Kreisverwaltung Ahrweiler, b) Kinder, die zwischen 13 und 14 Uhr abgeholt werden, werden mittags abgeholt und können zu Hause versorgt werden.
Obwohl in der Sitzung vom Bürgermeister zugesagt, warte ich noch heute auf eine Antwort von unserem Bürgermeister, besser noch eine Lösung des Problems. Für Herrn Georgi ist Mittag zwischen 13 und 14 Uhr - für den größeren Teil der Bürger bedeutet „Mittag“ 12 Uhr, wie der Begriff „Mitte des Tages“ ausdrückt. Zur Ergänzung für die Leser: Anspruch auf ein warmes Mittagessen haben in Remagen nur Ganztagskinder. Ganztagsplätze in der KiTa St. Anna gibt es nur 36. Alle anderen Kinder müssen sich ein zweites Frühstück mitbringen und dieses in der Mittagszeit (ca. 12 Uhr) essen.
Das Mittagessen wird von einem Caterer gebracht, d.h. es können durchaus mehr Portionen angefordert werden. Dass zu wenig Personal zur Verfügung steht, lasse ich nicht gelten. Auch Kinder mit Brot müssen beaufsichtigt werden. Mein Eindruck ist, dass der Stadtverwaltung das Wohl der Kinder (also unserer Zukunft) wenig am Herzen liegt. Inzwischen geht unser Ältester in die Integrative Kita in Sinzig/Franken. Und siehe da, dort erhält er ein warmes Mittagessen, obwohl a) Franken zur Kreisverwaltung Ahrweiler gehört und b) er zwischen 13 und 14 Uhr abgeholt wird.
Ein weiteres Beispiel - die Barrierefreiheit zum Rathaus. An öffentlichen Sitzungen im Rathaussaal können Gehbehinderte nicht oder nur mit Hilfe teilnehmen, was erneut in einer Frage angesprochen werden musste. Die Ausführung des Bürgermeisters, sinngemäß - dass bisher keine große Nachfrage von Gehbehinderten, die teilnehmen wollten, bestand, ist für mich nicht nachvollziehbar. Er würde aber dafür sorgen, dass diese bei Bedarf in den Rathaussaal kommen, nur wie? Deshalb meine Bitte zur Änderung der Situation: Alle Bürger mit Rollator oder Rollstuhl - nehmen Sie an der nächsten öffentlichen Sitzung im Rathaussaal teil! Von den Abgeordneten wünsche ich mir bei Abstimmungen zu Beschlüssen, eine eindeutige Haltung. Wenn ich gegen einen Beschluss bin, sollte ich dies mit einer „Gegenstimme“ bekunden. Auch wenn ich aufgrund der Mehrheit der anderen Fraktionen, den Beschluss nicht vermeiden kann. Die von den Grünen praktizierte Enthaltung stellt für mich ein schwaches Rückgrat dar.
Noch einmal abschließend meine Bitte: Liebe Bürger und Bürgerinnen von Remagen, Kripp, Oberwinter, Bandorf, Unkelbach, Oedingen, nehmen Sie an den öffentlichen Sitzungen des Stadtrates teil. Nur so verstehen die Verwaltung und die Stadtratsmitglieder, dass sie auch ihre Interessen vertreten sollten.
Antje Schlaud, Remagen
