Politik | 16.03.2016

Erstes Gespräch mit Landwirten zur Beschäftigung von Flüchtlingen

Integration durch Arbeit – wer, wie, was

Erste Gesprächsrunde: (v.l.n.r.) Nadine Gay und Thomas Kill (Arbeitsagentur Bonn), Bürgermeisterin Renate Offergeld, FB-Leiter Alfons Engels, Kevin Schneider (DRK), Wirtschaftsförderer Jens Forstner und Kurt Zimmermann (Ökumen. AG). Gemeinde Wachtberg/mm

?Wachtberg-Berkum. Die einen, in Wachtberg lebende Flüchtlinge, möchten nicht länger untätig rumsitzen, sondern sich nützlich machen und arbeiten, die anderen, hier ansässige Land- und Forstwirte, Obst- und Gartenbauern, brauchen gerade jetzt zur beginnenden arbeitsintensivsten Zeit des Jahres Hilfskräfte, um die anstehenden Arbeiten zu schaffen. Wie man beide zusammenbringen kann, darum drehte sich alles in einer ersten Runde, zu der Bürgermeisterin Renate Offergeld und Wirtschaftsförderer Jens Forstner kürzlich potenzielle lokale Arbeitgeber ins Rathaus eingeladen hatten.

Infos der Arbeitsagentur

Thomas Kill, Teamleiter Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Bonn, informierte gemeinsam mit seiner für Beschäftigungen in der Landwirtschaft zuständigen Kollegin Nadine Gay die zahlreichen Gäste über Möglichkeiten, Erleichterungen, Förderungen, sparte aber auch die immer noch teilweise bestehenden Hürden und Probleme bei der Beschäftigung von Flüchtlingen nicht aus. Die Bereitschaft unter den Zuhörern, sich diesem Thema zu widmen, war trotzdem groß und schnell entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch unter den Teilnehmern. Dabei wurden sowohl die Bereiche Saisonarbeit und Festanstellung wie auch Ausbildung und Praktika von den Anwesenden in den Fokus genommen. Was wie in welchem Umfang für wen mit welchem Aufenthaltsstatus möglich oder nicht erlaubt ist, differenzierten die beiden Fachleute der Arbeitsagentur, die auch Infomaterial mit eben diesen erklärenden Angaben bereithielten.

Aktuell: Sachstand und erste Erfahrungen

Von einem positiven Beispiel konnte ein Gartenbauer berichten, der seit einiger Zeit einen Flüchtling aus Syrien beschäftigt und der die Zusammenarbeit mit dieseVm sehr lobte. Auf rund zwanzig bis dreißig Personen schätzt Kurt Zimmermann aktuell die Anzahl derjenigen Flüchtlinge, die für eine Tätigkeit in der Landwirtschaft geeignet seien. Auch er, als Vertreter der in der Flüchtlingshilfe in Wachtberg stark eingebundenen Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft, nahm an der Veranstaltung teil und trug mit seinen praktischen Erfahrungen zur Diskussion bei. Fachbereichsleiter Alfons Engels legte zudem eine kurze Bilanz zur aktuellen Flüchtlingssituation im Ländchen vor, und Kevin Schnieder vom DRK-Ortsverein Wachtberg erläuterte ergänzend, wie das DRK die Flüchtlinge betreut und begleitet. Aktuell, berichtete dieser, frage das DRK alle hier untergebrachten Flüchtlinge nach deren bisherigen Berufstätigkeiten, Ausbildungen und sonstigen Fähigkeiten ab. Die komplette Auflistung werde in Kürze fertig gestellt sein, kündigte er an.

Nächster Schritt: Bedarfe anmelden, Voraussetzungen klären

Als Ergebnis dieser ersten Runde stand als nächster Schritt erst einmal an, konkrete Bedarfe aufzulisten, in der die Landwirte, Obstbauern et cetera angeben, für welche Tätigkeiten sie Unterstützung benötigen und welche fachlichen Voraussetzungen künftige Mitarbeiter dafür mitbringen müssten. Im Rathaus übernimmt Wirtschaftsförderer Forstner dann eine zentrale Rolle. Er sammelt die Angaben und ist bei der Koordination beziehungsweise weiteren Vermittlung behilflich. Interessierte wenden sich bitte an ihn: Wirtschaftsförderer Jens Forstner Tel. (02 28) 9 54 41 77, E-Mail: jens.forstner@wachtberg.de. Dieser konnte übrigens schon am Tag nach der Veranstaltung eine positive Meldung abgeben, lag ihm doch da bereits die Nachricht eines Teilnehmers vor, der für einen Flüchtling vorab ein Praktikum und anschließend, ab August, eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer anbietet.

Pressemitteilung

GemeindeWachtberg

Erste Gesprächsrunde: (v.l.n.r.) Nadine Gay und Thomas Kill (Arbeitsagentur Bonn), Bürgermeisterin Renate Offergeld, FB-Leiter Alfons Engels, Kevin Schneider (DRK), Wirtschaftsförderer Jens Forstner und Kurt Zimmermann (Ökumen. AG). Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

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