Walnussbaum-Abholzung Lahnstein
Ist die Zerstörung der Walnussbaum-Allee in Niederlahnstein gerechtfertigt?
aus Lahnstein
Lahnstein. Im Amtsblatt 35/2026 der Stadt Lahnstein findet man weitere Rechtfertigungsversuche der Grünen zur Abholzung von 81 Walnussbäumen. Der Satz „ein erheblicher Teil der Walnussbäume befindet sich am Ende seiner Lebensphase“, scheint eher eine Schutzbehauptung zu sein. Denn es ist nirgends ersichtlich, dass diese Aussage von einem Baumsachverständigen stammt. Eher nicht, denn dieser hätte auf den Wert der Allee hingewiesen. In den Ausführungen der Bürgerinitiative ist man bereits recht früh darauf eingegangen. Aber offensichtlich nimmt man die Aussagen einer Bürgerinitiative nicht ernst.
Für den Ausbau eines Fuß- und Radweges ist für die zur Abholzung vorgesehenen Walnussbäume die Wertermittlung nach Koch anzuwenden. Es ist ein anerkanntes Sachwertverfahren und wurde vom Bundesgerichtshof bestätigt. Für eine genaue Wertermittlung ist die Einzelfallprüfung eines Sachverständigen erforderlich. Wegen des hohen Alters wird hier eine Besonderheit angewandt. Alte Bäume in einer Allee besitzen oft einen fünfstelligen Sachwert je Baum, da die Herstellungskosten über Jahrzehnte aufgezinst werden und oft die Altersabschreibung nur minimal ausfällt. Der Gesamtwert der 81 Bäume kann somit schnell mehrere Hunderttausend bis über eine Million Euro betragen.
Als Besonderheit bei 100 Jahre alten Walnussbäumen muss man betrachten, dass sie mit 100 Jahen zum Beispiel die optimale Kronengröße erreicht haben und je nach Zustand mit einer erheblichen Restlebenserwartung zu rechnen ist. Da es sich um eine Allee handelt, tragen sie wesentlich zum Landschaftsbild bei und sind ein wichtiger Faktor im Naturschutz. Das erhöht den Wert gegenüber einem forstwirtschaftlich genutzten Baum erheblich.
Stellt man den Wert der 81 Walnussbäume, die der Fällung zum Opfer fallen würden, der vermeintlichen Förderfähigkeit eines auf 4,50 m verbreiterten Rad- und Fußweges gegenüber wird deutlich, dass das Argument der Förderfähigkeit die Zerstörung der wertvollen Baumallee nicht rechtfertigen kann.
Man kann von Stadträten nicht unbedingt erwarten, dass sie in diesen Bereichen kundig sind. Von einem Planungsbüro, welches regelmäßig in der Natur unterwegs ist schon. Es ist nicht bekannt, warum die Entscheidungsvorlagen für den Stadtrat optisch so aufbereitet wurden, dass keine negativen Empfindungen aufkommen konnten. Auf den Schaubildern ist kein einziges Fahrrad abgebildet. Hätte es die Harmonie des Gesamteindrucks gestört? Man findet auch eine frisch geschnittene Weide, die wohl einen Nußbaumkrüppel darstellen sollte. So gesehen ist alles ein bisschen sonderbar.
Sicherlich wird die Stadtverwaltung den enormen wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung auflisten, der durch die Fällung der 81 zuzüglich mutmaßlich 13 geschädigten Walnussbäume entsteht und alles schönrechnen. Im Grunde aber sieht es danach aus, dass man rücksichtslos den Ausbau des Fernradweges Lahnstein – Koblenz durchboxen will.
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Walnussbaum-Allee Niederlahnstein Foto: Judith Knoche