Politik | 20.02.2016, 10:47 Uhr

Jobcenter Landkreis Ahrweiler informiert

Jobcenter legt Fokus auf Langzeitarbeitslose

Reihe von Arbeitsmarktprojekten soll Integrationschancen erhöhen

Kreis Ahrweiler. Die Arbeitslosenquote im Kreis Ahrweiler bewegt sich seit vielen Jahren unter fünf Prozent und liegt damit beständig unter dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Die erfolgreiche Bilanz versetzt das Jobcenter Landkreis Ahrweiler in die Lage, den geschäftspolitischen Schwerpunkt seit einigen Jahren auf die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit zu legen.

Mit dem Ziel, die Integrationschancen von Menschen, die seit Langem ohne Job sind, zu erhöhen, wird das Jobcenter seine Anstrengungen in diesem Jahr noch einmal intensivieren. Im Fokus stehen dabei rund 750 Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind und Leistungen der Grundsicherung erhalten. Ihr Anteil an den Arbeitslosen im Kreis Ahrweiler beträgt derzeit 40,9 Prozent.

„Vorrangiges Ziel unserer Arbeit bleibt es, die Hilfebedürftigkeit zu verringern und die Integration in die Erwerbstätigkeit weiter voranzutreiben“, erklärt Geschäftsführer Theo Krayer.

Um langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfängern zu einer neuen Perspektive zu verhelfen, hat das Jobcenter eine ganze Reihe von Arbeitsmarktprojekten auf den Weg gebracht.

So wird das im vergangenen Jahr erfolgreich gestartete ESF-Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose fortgesetzt. Ziel des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales konzipierten sowie mit Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Programms ist es, Kunden, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind und über keinen verwertbaren Berufsabschluss verfügen, in existenzsichernde Arbeit zu vermitteln, passgenau zu qualifizieren und zu begleiten.

Mit Daniela Korf und Horst Wershoven hat das Jobcenter Ahrweiler eigens zwei Betriebsakquisiteure eingestellt. Gemeinsam mit den Unternehmen erschließen sie geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten und erarbeiten individuelle Förderpläne. Zusätzlich stellen sogenannte Coaches eine adäquate Nachbetreuung sicher. „Bisher konnten wir 17 Personen in ein Arbeitsverhältnis führen“, zieht Theo Krayer eine vielversprechende Zwischenbilanz.

Netzwerk ABC als wichtiger Faktor

Einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit soll nicht zuletzt das Netzwerk für Aktivierung, Beratung und Chancen („Netzwerk ABC“) leisten. In zwei externen Vermittlungszentren in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig erfahren Langzeitarbeitslose eine intensive und individuelle Betreuung durch einen Projektvermittler. Ziel des seit Jahresbeginn laufenden Angebotes ist es, in den nächsten zwei Jahren 200 Personen in Lohn und Brot zu bringen. „Perspektiven eröffnen für Langzeitleistungsbezieher“ kurz „PERLA“ ist der Titel eines Qualifizierungsseminars, das sich vor allem durch seinen hohen Praxischarakter auszeichnet. Denn auf der Grundlage einer individuellen Situationsanalyse werden die Teilnehmer in Übungswerkstätten der Gesellschaft für angewandte Wissenschaften gezielt auf eine berufliche Zukunft in den Fachbereichen Holz, Metall und Pflege sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe vorbereitet.

Das Projekt „INDICO“ ist insbesondere auf ältere Menschen ausgerichtet, die mehrere Vermittlungshemmnisse aufweisen und/oder unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden. Mithilfe eines individuellen Coachings werden Defizite ab- und Vertrauen in die eigenen Stärken aufgebaut, um so Vermittlungsfortschritte zu erzielen.

Und bei der beruflichen Wiedereingliederung von Suchtkranken und psychisch erkrankten Menschen setzt das Jobcenter auf ein berufliches Integrations-Seminar zur „Strukturierung der persönlichen Lebensumstände durch Integrationscoaching“ („BISS-InCoach“). Durch passgenaue Hilfsangebote lernen Betroffene, schwierige Arbeits- und Lebenssituationen zu bewältigen, während vermittlungsunterstützende Hilfen den Zugang zur Beschäftigung verbessern und die soziale Eingliederung fördern.

Königsweg „vollständige Arbeitsmarktintegration“

„Bei Langzeitarbeitslosen kommen häufig vielfältige Probleme zusammen, sodass es einen schnellen Erfolg in der Regel nicht geben kann“, erklärt Theo Krayer. Vielmehr ginge es darum, an Integrationsfortschritten zu arbeiten. Das könne nur über eine enge Betreuung gelingen. „Der Königsweg ist und bleibt es, die betroffenen Kunden vollständig und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, betont der Chef des Ahrweiler Jobcenters. Das ist in Ahrweiler im vergangenen Jahr in bemerkenswerter Weise gelungen.

Denn mit gut zwölf Prozent hat das Jobcenter Landkreis Ahrweiler bundesweit eine der höchsten Aktivierungsquoten von Langzeitleistungsbeziehern erreicht. Mit dem nun noch einmal erweiterten Instrumentarium wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass in diesem Jahr ein ähnlich gutes Ergebnis erzielt werden kann.

Pressemitteilung

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