Politik | 12.06.2016, 09:00 Uhr

Netzwerk für Aktivierung, Beratung und Chancen ist erfolgreich gestartet

Jobcenter verhilft Langzeitarbeitslosen zu neuer beruflicher Perspektive

Vielversprechende Zwischenbilanz

Kreis Ahrweiler. Im Kreis Ahrweiler sind derzeit knapp 700 Personen seit mindestens einem Jahr arbeitslos und auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen. Um diesen Menschen zu einer neuen beruflichen Perspektive zu verhelfen, hat das Jobcenter Landkreis Ahrweiler eine ganze Reihe von Arbeitsmarktprojekten auf den Weg gebracht. Einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit leistet das Netzwerk für Aktivierung, Beratung und Chancen („Netzwerk ABC“). Fünf Monate nach dem Start des Projektes legt das Jobcenter eine vielversprechende Zwischenbilanz vor.

Langzeitarbeitslose Menschen bedürfen einer umfassenden Betreuung und Unterstützung unter besonderer Berücksichtigung ihrer individuellen Potenziale und Problemlagen. Um eine hohe Betreuungsintensität sicherzustellen, hat das Jobcenter in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig zwei externe Vermittlungszentren eingerichtet. Zudem kümmern sich zwei Intensivvermittler um die langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfänger. In Kooperation mit den Netzwerkpartnern, zu denen die Kommunen ebenso zählen wie die Krankenkassen und andere Rehabilitationsträger, werden passgenaue und zielgerichtete Lösungen erarbeitet. „Es kommt darauf an, in kleinen Schritten zu arbeiten und über Zwischenziele eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu erreichen“, erklärt die zuständige Teamleiterin „Markt und Integration“, Karin Daub.

Feste Ansprechpartner

Dabei gehe es darum, die individuellen Stärken des Kunden herauszuarbeiten, während persönliche Vermittlungshemmnisse und Stolpersteine Schritt für Schritt abgebaut werden. So wird mit Hilfe der Netzwerkpartner bei Bedarf etwa eine Sucht- und Schuldnerberatung angeboten, oder auch für eine Kinderbetreuung gesorgt.

Im Jobcenter Ahrweiler haben die Teilnehmer feste Ansprechpartner, die mindestens einmal pro Woche den persönlichen Kontakt zu ihren Kunden suchen und so eine engmaschige Betreuung und bedarfsgerechte Beratung gewährleisten. Das Instrumentarium des ABC-Projektes beginnt mit einfachen, aber unverzichtbaren Grundlagen. So werden gemeinsam mit dem Kunden Bewerbungsunterlagen aktualisiert, Stellenangebote besprochen und Vorstellungsgespräche vorbereitet. Konkrete Qualifizierungsdefizite werden mit entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen abgebaut. Die Bandbreite reicht vom EDV-Kurs bis hin zu fehlenden Schul- und Berufsabschlüssen.

Unterstützung auch für Arbeitgeber

Das ABC-Programm richtet sich aber ebenso an potenzielle Arbeitgeber. So erhalten auch Betriebe, die bereit sind, langzeitarbeitslosen Menschen eine Chance zu geben, vom Jobcenter umfassende Unterstützung. Geeignete Bewerberinnen und Bewerber werden persönlich vorgestellt und bei Bedarf im Vorfeld der Beschäftigung gezielt vorbereitet. Dies kann durch ein vom Jobcenter unterstütztes Praktikum oder eine arbeitsplatzbezogene Qualifizierung geschehen. „Sowohl für das eventuell geminderte Leistungsvermögen der neuen Mitarbeiter als auch für den individuellen Einarbeitungsaufwand können Betriebe einen Eingliederungszuschuss erhalten“, führt Karin Daub aus.

Versicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt

Ziel des seit Jahresbeginn laufenden Angebotes ist es, in den nächsten zwei Jahren 200 Personen in Lohn und Brot zu bringen. Aktuell betreut das Jobcenter 135 Teilnehmer. Bisher konnten 32 Kunden in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis überführt werden, für weitere 12 gibt es mündliche Zusagen. Zu den erfolgreichen „ABC-Absolventen“ zählt etwa der 51-jährige Horst B. (Name geändert). Der Kfz-Mechaniker war seit seiner erfolgreich abgelegten Meisterprüfung vor zwölf Jahren arbeitslos. Eine Einstellung scheiterte meist am Alter und der fehlenden Erfahrung als KFZ-Meister. Erst mit Hilfe des ABC-Projektes erhielt der Mann wieder einen festen Arbeitsplatz. Er hat seinen Arbeitgeber im Rahmen eines Praktikums von seinen Fähigkeiten überzeugt. Horst B. erhielt eine Festanstellung und konnte nach zwölf Jahren seine Hilfebedürftigkeit beenden.

„Ich bin sehr froh, dass das Projekt so gut angelaufen ist“, freut sich nicht zuletzt auch Theo Krayer, Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Ahrweiler. Und weiter: „Es ist sehr schön zu sehen, dass wir bei Menschen, die bereits seit einem Jahr und länger arbeitslos sind, noch etwas bewirken können.“ Betriebe, die sich für die Förderung eines Beschäftigungsverhältnisses interessieren, werden gebeten, sich mit dem Jobcenter in Verbindung zu setzen.

Kontakt

Ansprechpartner sind Kristina Porubenski und Julia Dienhart. Beide Mitarbeiterinnen sind unter Tel. (0 26 41) 9 11 62 00, oder per E-Mail an Jobcenter-Ahrweiler.ABC-Netzwerk@jobcenter-ge.de zu erreichen.

Pressemitteilung

Jobcenter Landkreis Ahrweiler

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