Politik | 23.05.2016

Jusos-Kreisverbandes Westerwald

Jusos wehren sich gegen Extremismus-Vorwurf von Sven Heibel

Westerwaldkreis. Die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten zeigen sich entsetzt über die Forderung des ehemaligen Kommunalpolitikers, Sven Heibel die Jugendorganisation als angeblich linksextremistische Gruppe vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen und fordern von den im Kreistag vertretenen Parteien ein klares Zeichen der Solidarität.

Vorangegangen war ein Streit um den Aufruf des Jusos-Kreisverbandes Westerwald, dass die Gemeinden im Westerwaldkreis am internationalen „Tag gegen Homophobie“ am 17. Mai teilnehmen und hierzu als Zeichen der Toleranz die Regenbogenflagge an den Rathäusern gehisst wird. Der ehemalige Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Herschbach/Oww, Sven Heibel hatte bereits im Vorfeld den teilnehmenden Gemeinden angedroht gegen das Hissen der Flagge am Rathaus juristisch vorzugehen. Nachdem die Ortsgemeinde Hillscheid veröffentlichte, dass sie an der Aktion teilgenommen hatte, machte Sven Heibel seine Drohung war und legte eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen deren Ortsbürgermeister Andreas Rath bei der Aufsichtsbehörde ein. Im weiteren Verlauf bezeichnete Sven Heibel in einer Stellungnahme an die Westerwälder-Zeitung die Jusos im Westerwald als verkappte Linksradikale und forderte die Überwachung der Wäller-Jungsozialisten vom Verfassungsschutz.

Der Jusos-Kreisverband Westerwald besteht derzeit aus 126 Mitgliedern zwischen 14 und 35 Jahren. Die SPD-Nachwuchsorganisation bekennt sich zum demokratischen Sozialismus und ist in der Vergangenheit unter anderem als Organisatorin der Demonstration „Bad Marienberg stellt sich quer – Aufstehen gegen Rassismus!“ positiv in Erscheinung getreten. Das Engagement des Westerwälder-Ablegers der bundesweit aktiven Jugendorganisation wurde von deren Bundesverband im vergangenen Jahr dahingehend gewürdigt, dass der Zuschlag zur Ausrichtung des Sommercamps in den Westerwald gegangen ist.

„Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Kampf gegen Rechtsextremismus, wir treten für einen weltoffenen / toleranten Westerwald ein und kämpfen für die Verbesserung der Lebenssituation junger Menschen im ländlichen Raum, es ist mir völlig unverständlich weshalb Sven Heibel uns auf dieser Grundlage als linksradikal bezeichnet,“ äußerte sich der Vorsitzende des Jusos-Kreisverbandes Westerwald, Sebastian Stendebach zu den Vorwürfen und führt weiter aus: „Diese Art der Diffamierung schadet der politischen Kultur in unserer Region. Es ist eine ganz miese und feige Vorgehensweise uns in die Extremistenecke zu stellen und damit unsere Anliegen zu diskreditieren sowie junge Menschen abzuschrecken in unserer Gruppe aktiv zu werden“.

Der Jusos-Kreisvorsitzende, Thomas Neumann fordert nun ein solidarisches Handeln aller politischen Organisationen im Westerwald und ruft die im Westerwälder-Kreistag vertretenen Parteien auf, sich klar gegen die Äußerungen von Sven Heibel zu stellen: „Der Westerwald profitiert seit Jahrzehnten von einer konstruktiven Zusammenarbeit aller demokratischen politischen Kräfte, wir dürfen nicht zulassen, dass dieses durch das Verhalten einer einzelnen Person zerstört wird. Daher rufen wir CDU, SPD, FWG, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die FDP auf deutlich zu machen, dass der Jusos-Kreisverband Westerwald ein anerkannter, respektierter politischer Akteur im Westerwaldkreis ist und selbstverständlich keine Notwendigkeit besteht uns vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen.“

Die Jusos im Westerwald betonen, dass sämtliche ihrer Aktivitäten bereits transparent gegenüber der Öffentlichkeit dargestellt werden und sie auch gerne Fragen, Anregungen und Kritik entgegennehmen.

Pressemitteilung

Jusos-Kreisverbandes

Westerwald

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Innovatives rund um Andernach
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
10 Jahre NoWi Bau
Aktionstage 5.-7. Mai
Zukunft trifft Tradition KW 18
Gebrauchtwagenanzeige
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
57

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
209

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Von links: ehemalige Tolitäten Josephine Müller und Julia Richter, neue Tolitäten Ann-Kathrin Bretz, Carolin Stieffenhofer und Lilli Karbach, erster Vorsitzender der Heimatfreunde Güls Christoph Müller und Ortsvorsteher Hans-Peter Ackermann. Foto: SCH
72

Carolin Stieffenhofer und ihren Prinzessinnen Ann-Kathrin Bretz und Lilli Karbach übernahmen das Zepter

Feierliche Eröffnung des Blütenfestes Güls mit Proklamation der neuen Blüten- und Weinkönigin

Koblenz-Güls. Wenn die Weinberge an der Mosel nach und nach wieder grün werden und im ganzen Umland auf den Höhen die Kirschbäume die Landschaft in ein weiß blühendes Meer verwandeln, ist es wieder so weit: Im Koblenzer Stadtteil Güls, dem Tor zur Mosel, beginnt endlich wieder das Blütenfest, welches rund um den ersten Mai gefeiert wird!

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Dachdecker (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Door To Door Anzeige
10 Jahre NOWI
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026
First Friday Anzeige Mai
Zukunft trifft Tradition KW 18
10 Jahre Nowi
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Nachruf Karl-Heinz Knops
Stellenanzeige Bauingenieur Trinkwasserversorgung/Abwasserbeseitigung