Politik | 02.05.2023

Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Ahrweiler

Keine Biogasanlage im Retentionsgebiet in Dümpelfeld

Kreis Ahrweiler.Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Ahrweiler haben sich bei ihrer Mitgliederversammlung klar für die Verwertung von Bioabfällen am Standort Niederzissen ausgesprochen. Den Bau einer Biogasanlage in Dümpelfeld neben der Kläranlage hingegen lehnen die Grünen ab. Sie würde der Ahr erhebliche Retentionsflächen nehmen, wodurch die Hochwassergefahr steigt.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Kreises Ahrweiler sammelt jährlich rund 132 kg Bioabfall pro Kopf bzw. über 17.000 t pro Jahr ein und liegt mit dieser Quote bundesweit unter den top zehn Prozent. Für die klimafreundliche Verwertung dieser Abfälle am Standort Niederzissen hat der Kreistag im Juli 2022 die Weichen gestellt. Dort soll in einer Trockenanlage aus den Abfällen künftig Kompost mit Bioland-Qualität entstehen. Die Planung ist in vollem Gange, die Inbetriebnahme steht für 2027 auf der Agenda.

Vieles spricht aus Sicht der Grünen für diese Anlage. So ist der Standort für die Verarbeitung von Abfällen genehmigt. Zudem ist er hochwassersicher. Würde dort auch Biogas oder Wasserstoff erzeugt werden, könnten diese Medien mit wenig Aufwand ins Gasnetz eingespeist werden; es liegt „vor der Haustür“. Auch in Puncto Transport-Effizienz überzeugt das Konzept, denn die Auffahrt zur A 61 ist nur wenige Meter entfernt. Außerdem befindet sich der Standort dort, wo die Bevölkerungsdichte und damit das Abfallaufkommen im Kreis hoch ist. Emissionen und Kosten der Transporte sind entsprechend gering. Insgesamt werden durch die Bioabfall-Verwertung am Standort Niederzissen die Mülltransporte in der Region optimiert und Leerfahrten vermieden. Anders verhielte es sich mit der Verwertung des Biomülls in einer immer wieder diskutierten Anlage in Dümpelfeld. Dort soll die notwendige Abwasseraufbereitung ohne hinreichende Begründung um eine Biogasanlage erweitert werden.

Die Grünen begrüßen den Wiederaufbau der Kläranlage in Dümpelfeld mit erhöhter Kapazität inklusive der Verwertung der Faulschlämme mit Stromerzeugung zum Betrieb der Kläranlage und des Faulturms. Ein klares „Nein“ hingegen setzen die Grünen im Kreis Ahrweiler dem Bau einer Biogas-Anlage am Standort Dümpelfeld entgegen, die den Bewohnern der Region keinen Nutzen bringt, sondern nur schadet. Am schwersten hierbei wiegt der Hochwasserschutz, denn die Anlage und der erforderliche Damm würden der Ahr erhebliche Retentionsflächen nehmen. Das birgt eine enorme Hochwassergefahr. Zudem provoziert der Standort (Müll)Transporte über lange Distanzen. Mit dem Betrieb der Anlage wäre also erheblicher zusätzlicher Lkw-Verkehr an der Ahr verbunden, inklusive dem Neubau von Straßen und Brücken. Dazu kommt: Der Biomüll aus dem Kreis Ahrweiler, mit dem in den Szenarien kalkuliert wird, ist bereits vom AWB verplant. Auch die anfängliche Freude mancher Menschen aus Dümpelfeld über die Option auf Belieferung mit Biogas ist gewichen, denn ein Dorfgas- oder Wärmenetz taucht in den Plänen nicht auf.

„Grundsätzlich begrüßen wir Biogasanlagen. Aber wir sehen es als unverantwortlich an, eine solche Anlage in der Retentionsfläche zu planen und dem Fluss ohne Not Raum zu nehmen. Auch der Bau zusätzlicher Straßen und Brücken in diesem engen Bereich wäre kontraproduktiv“, so Claudia Schmitz, Sprecherin der Grünen.

Pressemitteilung der

Grünen Kreis Ahrweiler

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
02.05.202314:46 Uhr
Malte Hofmeister

Oh, die Grünen mal wieder – immer schön pro Biogas, solange es nicht in ihrer Nachbarschaft ist, nicht wahr? In diesem Fall lehnen sie die Biogasanlage in Dümpelfeld ab, angeblich wegen Hochwasserschutz. Dabei ist es doch so typisch für sie, sich für erneuerbare Energien auszusprechen, aber dann bei der Standortwahl auf einmal Bedenken anzumelden. Anstatt sich ständig in solche Widersprüche zu verstricken, sollten sie lieber ihren Fokus auf die Bekämpfung von sozialer Ungleichheit und Umweltverschmutzung durch Großkonzerne richten. Klar, Niederzissen mag die bessere Option sein, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass wir das System als Ganzes ändern müssen, um wirklich etwas zu bewirken.

Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
Maikirmes Franken
Zukunft trifft Tradition KW 18
Door To Door Anzeige
Stellenanzeige
Anzeige KW 18
Stellenanzeige Servicekräfte
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
55

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
206

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
32

Bonn. In der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst ging am 1. Mai gegen 21 Uhr ein Notruf ein. Der Anrufer meldete dunkle Rauchschwaden im Bereich des 80 Meter hohen Vierungsturms des Bonner Münsters. Umgehend wurden wegen des möglichen Schadenpotentials zahlreiche Einsatzkräfte zum Münsterplatz alarmiert.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Schulze Klima -Image
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Anzeige "Rund ums Haus"
Anzeige Show Alive
Outdoormöbel
Biergarteneröffnung
Jubiläum
10 Jahre NoWi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Imageanzeige Löhr Meckenheim