Gut besuchter Vortrag der GSP in der 1. Ahrweiler Freiheitswoche
Keine Freiheit ohne Sicherheit
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Anlässlich der 1.Ahrweiler Freiheitswoche und eingebunden in das vielfältige Programm lud die Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. zum Vortrag „Freiheit und internationale Sicherheit“. Im historischen Rathaussaal der Stadt begrüßte Detlev Koch, 1. Beigeordneter der Stadt, vor über 130 Zuhörern die Gäste darunter unter anderem Brigadegeneral Axel Binder als neuen Kommandeur des Kommandos Strategische Aufklärung in Gelsdorf und dankte Ghazel Wahisi als Stellvertretende Vorsitzende der „Freiheiter“ für die Initiative und das Engagement des Fördervereins ein solch hochkarätiges vielseitiges Programm zu etablieren.
Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch betonte, dass Freiheit für die Gesellschaft für Sicherheitspolitik der zentrale Begriff der sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit ist und sich die GSP schon seit über 64 Jahren für Frieden in Freiheit engagiert. Er begrüßte dann den Referenten Generalleutnant a.D. Kersten Lahl, ehemaliger Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, und leitete zum Vortrag über.
Freiheit und Sicherheit stehen in keinem Gegensatz, sondern bedingen einander. Es gibt weder Freiheit ohne Sicherheit noch Sicherheit ohne Freiheit, dies gelte auch für die internationale Politik, betonte der Referent! Da sich Deutschland und Europa mitten in einem Krisenmodus befinden, gefährde der gegenwärtige Verlust an Kontrolle und aktiver Gestaltung Freiheit und Sicherheit gleichermaßen. In der Sicherheitspolitik gibt es keine Patentrezepte oder gar einfache Lösungen. Dazu ist die Welt zu komplex und wir müssen uns von einigen scheinbar bequemen Illusionen lösen. Diese betreffen derzeit vor allem drei Konfliktbereiche: die russische Außenpolitik, die Bekämpfung des internationalen Terrorismus und die Antworten auf die aktuellen Flüchtlingsbewegungen. Russlands Vorgehen diene weder der Freiheit noch der Sicherheit in Europa. Es schafft in Osteuropa und im Mittleren Osten nur Verlierer auf allen Seiten. Der Westen müsse antworten mit einer Solidarität untereinander, einem offenen Dialog mit Russland und glaubwürdiger Abschreckung.
Schutz und Freiheit vor dem islamischen Terror lässt sich alleine durch militärische Bekämpfung nicht erreichen. Luftangriffe und Bodenoffensiven werden an den vielen konträren Interessen in der Region scheitern (müssen). Letztlich fehlen Konzepte, die der arabischen und nordafrikanischen Bevölkerung vor Ort glaubhafte Perspektiven eröffnen und ihre Unterstützung für Terrormilizen untergraben. Nationale Abschottung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise greife zu kurz. Ein nötiger Zusammenschluss in Europa wird dabei unterminiert und lenkt darüber hinaus von den tieferen Fluchtursachen ab wie Bürgerkriege im Zuge des Zerfalls von fragilen Staaten, massive Verschlechterungen der Lebensbedingungen unter anderem durch den Klimawandel, global unausgewogene demografische Entwicklungen etc.. Trotz aller nationalen Abwehrversuche wird der Trend zur globalen Migration ungebrochen bleiben, vor allem solange sich die Rahmenbedingungen nicht ändern. Europa kann nur dann wieder Handlungs- und Gestaltungsfreiheit gewinnen nämlich bei einer Wiederbelebung der gegenseitigen Solidarität sowie einer Ausrichtung auf langfristig angelegten und gemeinsam getragenen Strategien. Das heißt unter anderem Konzepte schaffen für den Mittleren Osten und Afrika, Einbindung Russlands in eine europäische Friedensordnung, Energieversorgungsstrategien, Rüstungsexportgrundsätze wie auch europäische Abstimmungen bei Verteidigungsplanungen. Als Fazit bleibt nur die Erkenntnis im Zeitalter der Globalisierung und Transnationalisierung das Fernlicht einzuschalten, um dem Wunsch nach Freiheit und Sicherheit zu genügen. Auf Krisen immer nur zu reagieren, schaffe keinen sinnvollen Anspruch.
Pressemitteilung der GSP
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Generalleutnant a.D. Kersten Lahl beim Vortrag.
